Unihockey-WM

Rechenspielereien und gute Vorzeichen: Die Schweizer Unihockeyspielerinnen wollen erneut an einer Heim-WM überzeugen

Vor zehn Jahren konnte die die Schweizer Unihockeynationalmannschaft der Frauen zuletzt einen Finaleinzug feiern. Nun wollen die Schweizerinnen an der Heim-WM Ähnliches schaffen. Mittendrin ist dabei die aus Feldbrunnen stammende Mirjam Hintermann.

Gut Ding will Weile haben, besagt ein Sprichwort. Dies gilt vor der Heim-WM nicht nur für die Schweizer Unihockeynationalmannschaft, sondern vor allem für Mirjam Hintermann.

Die 29-Jährige, die ihre Unihockeykarriere erst vor neun Jahren lancierte, fiebert zurzeit ihrer ersten WM-Teilnahme entgegen. Einer, die bedeutsamer nicht hätte sein können. In Neuenburg dürfen die Schweizerinnen zum ersten Mal seit 2011 wieder an einem Heimturnier ihr Können zeigen.

«Es ist ein riesiges Erfolgserlebnis und das Highlight meiner Karriere. Dass es dazu noch eine Heim-WM ist, macht das Ganze noch spezieller», sagt die ehemalige Fussballerin. «Es ist mit extrem vielen Emotionen verbunden. Die Ausgangslage ist eine ganz andere als sonst, da bei Turnieren im Ausland nur der engste Kreis mitreist.»

Das unerreichbare Duo angreifen

Dass die gesamte Szene ihre Augen nun nach Neuenburg richten wird und Freunde und Familie die Spiele hautnah mitverfolgen können, sieht sie als einen grossen Vorteil für ihr Team an. «Es herrscht sicher noch ein wenig mehr Druck und Nervosität als sonst», sagt Hintermann. «Aber ich glaube, dass daraus etwas richtig Grosses entstehen kann.»



Dass die Schweizer Unihockeyspielerinnen dazu fähig sind, auch auf der ganz grossen Bühne zu überzeugen, haben sie schon des Öfteren beweisen. Der ganz grosse Erfolg blieb ihnen allerdings verwehrt - in den letzten paar Jahren galt dies auch für den Finaleinzug.

An den vergangenen Weltmeisterschaften kämpften jeweils Schweden und Finnland um den Titel, die Schweiz ist das einzige Land, das es nebst diesem Duo schon ins Final schaffte. Dieses Kunststück gelang den Spielerinnen vor exakt zehn Jahren zum letzten Mal, seither ist Geduld angesagt.

Frühes Kräftemessen mit Finnland

Doch wer Rechenspielereien mag und nebenbei auch an gute Vorzeichen glaubt, denn dürfte die diesjährige Ausgangslage begeistern. 2003 realisierten die Schweizerinnen in Bern an ihrer bisher erfolgreichsten Heim-WM ebenfalls den Finaleinzug, wie dazumal treffen sie auch heuer schon in der Gruppenphase auf die starken Finninnen.

..

 Dass das frühe Kräftemessen nichts schlechtes sein muss, daran glaubt auch Hintermann. Auch wenn die Schweiz in den letzten Aufeinandertreffen jeweils eine Niederlage kassierte, macht sie einen Aufwärtstrend aus: «Die Finninnen sind das stärkste Team der Gruppe, aber sie sind nicht unschlagbar. Wenn wir es schaffen, am Tag X unsere bestmögliche Leistung abzurufen, dann ist mit unserer Mannschaft relativ viel möglich.» Wenn sie viel sagt, meint sie zugleich auch den grössten aller Schritte. Ihr persönliches Ziel: Gleich bei ihrer ersten Teilnahme im Final zu stehen.

Neues Selbstvertrauen trotz veränderter Rolle

Wie war das noch einmal mit diesem Sprichwort? Die aus Feldbrunnen stammende Sportwissenschaftlerin und ihr Team haben lange gewartet. Doch jetzt ist diese Frist offenbar abgelaufen und einem neuen Selbstvertrauen gewichen, auch wenn Hintermann in der Nati eine etwas andere Rolle hat, als bei ihrem Verein, den Wizards Bern Burgdorf.

«Weil ich erst seit drei Jahren dabei bin, habe ich sicherlich nicht die gleiche Position wie im Verein. Aber es ist ein Teamsport und an so einem Turnier braucht es jede Spielerin», sagt Hintermann. Die Stürmerin glaubt an ihre Einsatzzeit auf dem Feld.

Auch, weil sie in den letzten paar Monaten einen grossen Schritt nach vorne gemacht hat. Während sich die Spielerinnen früher nur alle zwei bis drei Monate sahen, wurde das Programm seit dem Sommer intensiviert. Jeden Freitagabend haben sie sich seither getroffen, ein gemeinsames Trainingslager hat sie weiter zusammengeschweisst.

Intensive und fordernde Zeit

 «Das war für das Teambuilding extrem wichtig. Wir konnten als Gruppe zusammenwachsen und auf kleinste Details eingehen. Wir sind auf einem guten Weg», sagt Hintermann.

Dies gilt auch für die Wizards, selbst wenn der bisherige Saisonverlauf einer Achterbahnfahrt gleicht. Das in der Nationalmannschaft Gelernte konnte Hintermann auch im Vereinsleben anwenden. «Dank den Trainings mit der Nationalmannschaft war ich sehr viel am Stock. Ich habe erst in der Meisterschaft gemerkt, wie viel technisch überhaupt gearbeitet wurde», sagt sie über die intensive Zeit.

Nach dieser soll die harte Arbeit endlich Früchte tragen. Die Schonfrist ist nun für alle vorbei. Dennoch überwiegt bei Hintermann die Vorfreude. «Ich freue mich, dass es bald losgeht und wir endlich spielen können», sagt sie.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1