Hornussen
Nummer 18 der Hornusser-Weltrangliste besiegt die Nummer 10

Die HG Gerlafingen-Zielebach ist auf der inoffiziellen Weltrangliste der Hornusser die Nummer 10. Zum NLA-Saison-Auftakt verlieren die «Solothurnberner» überraschend gegen Aufsteiger Mättenwil-Zofingen – die Nummer 18 der Welt.

Michael Schenk
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Kevin Aebi von der HG Gerlafingen-Zielebach in Aktion. Schläfli

Kevin Aebi von der HG Gerlafingen-Zielebach in Aktion. Schläfli

Nimmt man die Rangliste des letztjährigen Eidgenössischen in Lyss sowie die NLA- respektive NLB-Tabelle von 2012 als Basis und zählt die Rangpunkte zusammen, dann ergibt sich sozusagen die aktuelle, inoffizielle Weltrangliste der Hornusser. In dem Sinn hat sich zum Saisonbeginn mit Mättenwil-Zofingen die Nummer 18 der Welt gegen die Nummer 10, Gerlafingen-Zielebach, durchgesetzt. Die Aargauer belegten in Lyss den 19. Platz in der 1. Stärkeklasse und waren als NLB-Meister (Gruppe 2) mit dem Sieger der Gruppe 1 (Oberönz-Niederönz) das siebzehntbeste Team im Land. Ergibt ergo 36 Rangpunkte. Gerlafingen-Zielebach seinerseits klassierte sich in Lyss auf Rang 7 und klassierte sich in der NLA-Meisterschaft 2012 auf Rang 12.

Hornusser-Weltrangliste

1. Wäseli 4
2. Recherswil-Kriegstetten 6
3. Bern-Beundenfeld 7
4. Höchstetten 8
5. Zuchwil 11
6. Lyss 13
7. Utzigen 14
8. Wasen-Lugenbach 15
9. Richigen 17
10. Gerlafingen-Zielebach 19
11. Biglen-Arni 19
12. Urtenen 26
13. Epsach 27
14. Heimiswil-Berg 29
15. Thörigen 32
16. Schüpbach 33
17. Oberönz-Niederönz 33
18. Mättenwil-Zofingen 36
19. Oeschenbach 38
20. Belp-Toffen 38
21. Krauchthal-Hub 38

«Das ist natürlich ein super Start für uns», freute sich Mättenwil-Zofingens Präsident Marco Roos denn auch über den Sieg gegen den höher kotierten Gegner. Der zweifache Schlägerkönig (2006 und 2009) und Zweitplatzierte am Eidgenössischen im Vorjahr in Lyss ist sozusagen der Lionel Messi im Team seines Vereins. Der Überflieger eben. «Wir wollten unbedingt eine Nummer vermeiden, was uns dank einer starken und engagierten Leistung im Ries auch gelungen ist», hielt Roos fest.

Von der Schlagleistung her, so der 27-jährige Polymechaniker aus Schötz, hätten er und seine Teamkameraden gegen Gerlafingen Zielebach in der Regel keine Chance. Dem war denn auch so. Der Gegner, der notabene nach der Fusion vor vier Jahren zum Emmentaler Verband zählt, schlug satte 117 Weitenpunkte mehr (0/973 - 2/1090). Aber: Die favorisierten «Solothurnberner» kassierten im ersten Umgang gleich zwei Nummeros. Beide im Mittelfeld. «Die Sichtbedingungen waren heikel; ausserdem blies ein kräftiger Gegenwind, der uns die Sache nicht einfach gemacht hat», sagt Teamchef Marco Beer. Darum «haben sie uns eben zweimal erwischt». Für Beer und seine Kollegen ergo alles andere als ein idealer Meisterschafts-Start. «Gegen Mättenwil-Zofingen hätten wir gewinnen müssen», sagt der 30-Jährige.

Durch den Gegenwind fällt der 78 Gramm schwere Nouss plötzlich wie ein Stein vom Himmel. Dann nämlich, wenn er den Schub, den ihm der Schläger mit seinem Streich mit auf den Weg gegeben hat, verpufft. Insofern ist es für das abtuende Team schwierig, die Flugbahn zu antizipieren. Trotz der zwei Nummern in den ersten beiden Ries steckte Gerlafingen-Zielebach nicht auf und hielt das Spielfeld in der Folge sauber. Nicht selbstverständlich, «Das ist ein Stärke der Mannschaft», sagt Marco Beer. «Wir lassen uns nicht entmutigen und kämpfen weiter.» So hielt sich der Schaden denn trotz Fehlstart in Grenzen. Wenngleich: Gerlafingen-Zielebach war bereits in der letzten Saison die NLA-Equipe, die am meisten Nousse hat ins Ries fallen lassen. Bei den Junghornussern heisst es oft: Liegestützen, wenn einer einen Nouss mit der Schindel verfehlt. Im Fall des NLA-Teams ist dem nicht so. «Nein», lacht Marco Beer. «Die, die es betrifft, haben sich zweifellos am meisten geärgert – das reicht.»

Eine rangmässige Zielsetzung kennen die «Solothurnberner» in dieser Saison nicht. «Nein», bestätigt Beer. «Unser Ziel ist das nächste Eidgenössische 2015 in Limpach. Bis dahin stehe der Aufbau junger und neuer Kräfte im Vordergrund. Obwohl die Nummer 10 der Welt, ist Gerlafingen-Zielebach «nur» die Nummer 3 im Kanton Solothurn (s. Rangliste). Meisterschafts-Mitfavorit Zuchwil und Titelverteidiger Recherswil-Kriegstetten belegen im erwähnten, inoffiziellen Weltranking, das in dem Sinn Wäseli anführt, die Ränge 2 und 5. Gibts da Ambitionen auf Seiten von Gerlafingen-Zielebach, dermaleinst kantonsintern den Grossen das Fürchten zu lehren? Marco Beer: «Ambitionen gibt es schon, und in den Direktbegegnungen herrrscht auch immer eine gewisse Derbystimmung. Aber einfach wird das nicht.» Und mit nicht abgetanenen Noussen – sprich einkassierten Nummern – erst recht.

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