EHC Olten
Nicht ganz hundert ist nicht gut genug – Mäder will von einer Krise nichts wissen

Man kann nicht behaupten, dass das Nervenkostüm im Umfeld des EHC Olten besonders stabil ist. Es brauchte drei Niederlagen in Serie und vor allem einen miserablen Auftritt am letzten Sonntag in Küsnacht bei der 2:7-Schlappe gegen die GCK Lions, um Unruhe auszulösen und zahlreiche negative Voten zu provozieren.

Marcel Kuchta
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Nach der Bauchlandung gegen die GCK Lions ist beim EHC Olten (im Bild Stefan Mäder) Wiedergutmachung angesagt.

Nach der Bauchlandung gegen die GCK Lions ist beim EHC Olten (im Bild Stefan Mäder) Wiedergutmachung angesagt.

Urs Lindt/freshfocus

So ist das eben bei einem ambitionierten Klub, der die hohen Erwartungen auf dem Eis nicht oder nur bedingt erfüllt. Dass etwas mehr als sechs Wochen vor dem Auftakt zu den Playoffs noch viel Luft nach oben da ist in Reihen des EHC Olten, ist nicht von der Hand zu weisen.

Dass Headcoach Bengt-Ake Gustafsson es auch nach fünf Monaten noch nicht geschafft hat, der neu formierten Mannschaft ein funktionierendes, taktisches Konzept zu verpassen bzw. seine Spieler bisher nicht dazu bewegen konnte, sich konsequent daran zu halten, ist ebenso eine Tatsache. Das ist – Verletzungen und Personalrochaden hin oder her – kein guter Leistungsausweis. Besonders im Vergleich zu den stärksten Konkurrenten der Powermäuse aus Rapperswil, Langenthal und Pruntrut.

Nur eine ärgerliche Baisse?

Auf der anderen Seite ist der EHC Olten in der Tabelle immer noch sicher in den Top 4 klassiert und der zweite Platz in absoluter Reichweite. Es gibt also durchaus Grund zur Annahme, dass die zuletzt durchwachsenen Leistungen mit dem «Abschiffer» gegen die GCK Lions als negativem Höhepunkt, nicht mehr als Symptome einer ärgerlichen Baisse sind, die jede Mannschaft mal im Verlauf der langen Qualifikation durchmacht.

In diese Richtung zielt auch die Analyse von Stefan Mäder. Der Mittelstürmer mag nicht von einer «Krise» reden. Und er weist auch Parallelen zur letzten Saison, als die Mannschaft – ebenfalls im Januar – in ihre Einzelteile zerfiel, weit von sich: «Man muss sich keine Sorgen machen. Unser Team ist im Vergleich zur letzten Saison sehr stabil. Wir halten zusammen.» Dennoch weiss auch der 27-Jährige, dass die Mannschaft nach dem Debakel in Küsnacht (Mäder: «So etwas darf nicht passieren») über die Bücher muss.

Was auch geschehen ist. In intensivem Videostudium wurden die Fehler analysiert. Die Erkenntnis? Mäder: «95 Prozent unserer Einsätze sind gut. Aber eben nicht 100. Und das ist das Problem. Darum geraten wir auch immer wieder in dumme Situationen. Wir machen vorne Druck, wollen zu viel und laufen dann in den Konter. Da müssen wir stabiler werden und mehr mit Köpfchen spielen.»

Eine Frage der Einstellung

Letztlich, so der grossgewachsene Emmentaler, sei alles eine Frage der Einstellung. «Jeder Spieler muss das mit sich selber regeln. Dann in der Linie, dann in der Mannschaft. Es ist enorm wichtig, dass alle 22 Spieler, die auf dem Matchblatt stehen, für- und miteinander arbeiten. Sonst haben wir auch mit dieser talentierten Mannschaft null Chancen.» Dabei geht es auch um die Kompaktheit, die im Vergleich zu den direkten Konkurrenten fehlt bzw. verloren gegangen ist. «Kompaktheit hat viel mit Sicherheit und Vertrauen zu tun. Man kann viel mutiger agieren, wenn man weiss, dass der Mitspieler einem den Rücken freihält und gegen hinten absichert. Wenn diese Absicherung fehlt, dann fehlt dieses Vertrauen.»

Klar ist, dass der EHC Olten bereits heute Abend im Heimspiel gegen den EHC Winterthur eine Reaktion zeigen muss. Dasselbe gilt für die folgenden Partien beim Schlusslicht Ticino Rockets (Sonntag) und gegen Thurgau (Dienstag). Siege sind schliesslich das beste Heilmittel, um die aufgekommene Unruhe schnell wieder verschwinden zu lassen. «Wir sind parat», verspricht Stefan Mäder. «Es wird ein Spektakel geben», verkündete EHCO-Topskorer Martin Ulmer als Studiogast des TV-Senders MySports. Man darf gespannt sein, ob die Mannschaft die guten Vorsätze in Taten umzusetzen vermag.

EHC Olten

Rouiller verlängert um zwei Jahre – Kein Olympia-Aufgebot für McClement

Der EHC Olten kann einen seiner wichtigsten Spieler an sich binden und damit einen grossen Erfolg verkünden: Der wohl beste Verteidiger der Swiss League, Anthony Rouiller, hat seinen auslaufenden Vertrag beim EHC Olten um zwei weitere Jahre bis 2020 verlängert.

Rouiller stand nahe am Absprung zu einem erstklassigen Team, entschied sich dann doch für den Verbleib in Olten: «Ich fühle mich absolut wohl hier und möchte meine grossen Ziele mit dem EHCO erreichen.» Rouiller stammt aus Biel, wo er die gesamte Juniorenabteilung durchlief und mit der 1. Mannschaft auch schon 85 Spiele in der National League absolvierte. 2016 stiess er zum EHC Olten, in der aktuellen Saison ist der Offensivverteidiger mit 25 Punkten aus 32 Spielen zweitbester Skorer des Teams.

Derweil ist der Traum von Olympia für Jay McClement geplatzt: Der EHCO-Kanadier wird von Team Canada nicht für Olympia berücksichtigt. Eine Teilnahme von McClement war nach soliden Einsätzen am Spengler Cup in der Altjahreswoche für möglich gehalten worden. Nicht zuletzt, weil die NHL unlängst entschieden hatte, für die Olympischen Spiele keine Pause einzulegen. McClement wird damit in der Schlussphase der Qualifikation keine EHCO-Spiele verpassen und mit voller Kraft dem EHCO zur Verfügung stehen. (sha)