Mountainbike

Nathalie Schneitter reist trotz Wellengang an die WM

Nathalie Schneitter fühlt sich bereit für die Weltmeisterschaften in Andorra.

Nathalie Schneitter fühlt sich bereit für die Weltmeisterschaften in Andorra.

Nach zwei missglückten Rennen im August reist die Lommiswilerin Nathalie Schneitter an die WM. In Andorra soll kein weiterer Schiffbruch folgen.

Turbulente Wochen liegen hinter Schneitter. Erst brilliert sie Mitte Juli als Lokalmatadorin an den Schweizer Meisterschaften in Langendorf. Dies, nachdem sie ein Jahr lang von Verletzungen gejagt und von Rückschlägen getroffen wurde.

Doch die Erfolgswelle erreichte den Strand nie ganz: Schon einen Monat später, am 12. August, stürzte die 29-Jährige beim fünften Weltcup-Rennen in Windham (USA) in der ersten Runde und konnte ihr neu gewonnenes Selbstvertrauen wieder begraben. Eine Muskelprellung am Bauch und daraus resultierende Rückenschmerzen waren die Folge. Da der Weltcup-Final in Val di Sole (Ita) kurz bevorstand, wurde die Rennlust von Schneitter erst recht gekitzelt. Die nächsten eineinhalb Wochen investierte sie in Therapieeinheiten, welche die Schmerzen ziemlich gut rehabilitierten.

Hohe Anforderungen des Verbands

Keine Schmerzen. Hohes Fitness-Level. Und trotzdem erreichte Schneitter erst als 42. das Ziel im Welschtirol. Woher kamen die satten zwölf Minuten Rückstand auf die erstplatzierte Dänin Annika Langvad? «Meine Tagesform war schlichtweg schlecht. Denn ich fühlte mich fit, hatte keine Schmerzen.»

Dass nicht das körperliche Befinden an der Wurzel des kurzzeitigen Formtiefs steht, mag Gutes verheissen. Vor allem in Anbetracht dessen, dass die Schweizer Delegation heute an die Weltmeisterschaften nach Andorra reist, wo am Samstag das Cross-Country-Rennen ausgetragen wird.

Der Verband setzt auf Nathalie Schneitter. Mit ihr sind nur drei weitere Elite-Frauen an der WM dabei. Den Wunsch von Swiss Cycling, einen Platz in den Top 15 zu erreichen, betrachtet Schneitter kritisch: «Es wird schwierig, das Selbstvertrauen ist wegen der momentanen Situation immer noch etwas angekratzt.»

Mit Jolanda Neff unterwegs

Das hindert das Schweizer Team nicht, die Vorbereitungen auf den wichtigsten Mountainbike-Anlass des Jahres auf den Gipfel zu treiben. Nämlich auf den Bernina, wo es die letzte Woche im Höhentraining verbrachte. Im Engadin standen verschiedene Ausdauereinheiten auf dem Programm, mit der Leaderin Jolanda Neff hat Schneitter einige Touren unternommen.

Mit jener Fahrerin, die momentan das Geschehen der Mountainbikerinnen dominiert und in Val di Sole zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup-Sieg holte. Dass die erst 22-jährige Neff praktisch für Olympia 2016 gesetzt ist, verwundert nicht. Wer das zweite Ticket nach Rio erhält, weiss heute noch niemand. «Das wird nicht mehr dieses Jahr entschieden. Die Selektion läuft bis im Mai 2016», erklärt Nathalie Schneitter.

Genug Zeit also, um sich ein stabileres Brett zu basteln, die Erfolgswelle zu finden und das Gleichgewicht bis zum Sandstrand am Zuckerhut halten zu können.

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