Volleyball NLA

Nahezu perfekt - Neuzugang Miloš Ćulafić will mit Schönenwerd Bronze gewinnen

24 Punkte im ersten Spiel: Miloš Ćulafić überzeugt von Anfang an.

24 Punkte im ersten Spiel: Miloš Ćulafić überzeugt von Anfang an.

Im Spiel um Bronze trifft Volley Schönenwerd auf Luzern. Mit von der Partie ist auch der Neuzugang Miloš Ćulafić. Nach der Enttäuschung im Halbfinal will sich der Montenegriner mit Schönenwerd rehabilitieren.

Besonders präzise, nahezu perfekt. Diese Adjektive beschreibe man in seinem Heimatland auch gerne mit dem Satz «Like Switzerland», sagt Schönenwerds neuster Transfercoup, der Montenegriner Miloš Ćulafić. Perfekt spielen – das möchte auch Volley Schönenwerd wieder. Nach dem geplatzten Meisterschaftstraum dürfen die Solothurner nun auf Bronze hoffen.

Im kleinen Final trifft Volley Schönenwerd in einer Best-of-3-Serie auf Volley Luzern. Die gut gelaufene Qualifikation, die auf dem zweiten Platz abgeschlossen wurde, soll letztlich doch noch belohnt und die beiden 3:0-Siege gegen Uni Bern im Viertelfinal der Playoffs honoriert werden.

Doch dass es im Kampf um die Playoffs überhaupt so gut laufen wird, war nicht immer klar. Kurz vor dem Auftakt kam der Schock für Schönenwerd. Der spanische Diagonalangreifer Daniel Rocamora hatte sich am Knie verletzt. Für Sportchef Daniel Bühlmann war das Grund genug, sofort zu handeln.

Ersetzt werden sollte Rocamora durch genau diesen Miloš Ćulafić. Der 32-Jährige setzte das Vertrauen in ihn sogleich in Punkte um, konnte bereits in seinem ersten Spiel Anfang März gegen den Leader Volley Amriswil überzeugen und dem Team den Sieg sichern.

Im Scheinwerferlicht

Das Wissen darum, wie wichtig er für den Verein ist und wie gross die Fussstapfen von Rocamora sind, setzt ihn allerdings nicht unter Druck. «Ich war schon immer und überall der «Typ aus dem Ausland». Das ist natürlich nicht immer einfach, mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt, ständig im Scheinwerferlicht zu stehen.»

In der Tat ist Ćulafić ein weitgereister Mann, hat unter anderem in Korea, Frankreich und zuletzt auch in Italien gespielt. Es mache in glücklich, dass er die Möglichkeit habe, so viele Länder und Kulturen kennen zu lernen, sagt er.

Genug Klasse vorhanden

Weniger froh stimmt ihn der Status seiner Lieblingssportart in unserer Gesellschaft. «Hier in der Schweiz ist Volleyball nicht so beliebt wie anderswo, was sehr schade ist. Ich sehe viel Potenzial, junge Spieler mit Talent. Ihr habt genügend Geld und erfüllt auch sonst alle Voraussetzungen, die es benötigt, um diese Situation zu verbessern.»

Trotzdem ist und bleibt Volleyball in der Schweiz eine Randsportart. Der sportlichen Qualität tut die fehlende Wertschätzung in der Bevölkerung keinen Abbruch. Genug Können und Klasse ist vorhanden. Das musste auch Ćulafić erfahren.

Nachdem der Verein nach seiner Verpflichtung einen regelrechten Höhenflug erlebt hat und in den Playoffs zu überzeugen wusste, erfolgte im Halbfinal gegen Lausanne der Dämpfer. Es hatte sich abgezeichnet, bereits in der Qualifikationsrunde konnten die Schönenwerder nie gegen Lausanne gewinnen. In den alles entscheidenden Spielen kassierten die Solothurner schliesslich ein 0:3 und ein 1:3, für alle ein herber Schlag.

Keine Zeit für Reue

Dementsprechend enttäuscht zeigte sich auch Milos Ćulafić: «Gegen Lausanne haben wir schlecht gespielt und nicht unser ganzes Potenzial ausgeschöpft. Dass wir es nicht ins Final geschafft haben, hat mich sehr enttäuscht.»

Doch im Sport bleibt selten genug Zeit für Gedankenspielereien oder gar für Reue. Es kommt immer wieder ein nächstes Spiel. Gegen Luzern sind es jetzt vielleicht sogar drei. Am 13. April (17 Uhr, Schönenwerd), 14. April (17 Uhr, Bahnhofhalle Luzern) und am 17. April (19.30 Uhr, Schönenwerd) kann das Team noch etwas zur Ehrrettung beitragen. Nicht nur deswegen zählt jetzt für alle nur noch der Kampf um die Bronzemedaille.

Schönenwerd geht als Favorit in die Serie, hat in der Qualifikationsrunde alle Spiele gegen die Luzerner für sich entschieden. Zweimal ein 3:1, einmal ein 3:0 – auf dem Papier ist eigentlich schon alles klar. In der Favoritenrolle sieht auch Ćulafić sein Team.

Schönenwerd sei die bessere Mannschaft, dies müsse nun aber auch bewiesen werden. Einfach wird das nicht. Das weiss auch der Routinier. Nach dem enttäuschenden Halbfinal sind allerdings alle Spieler hungrig auf den Sieg. Hungrig darauf zu zeigen, zu was sie wirklich fähig sind. Und das sind schon einmal keine schlechten Voraussetzungen.

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