Eishockey/Hornussen
Mit Puck und Nouss: Der doppelte Aufstieg des Silvan Wyss

Silvan Wyss kommt gegenwärtig aus dem Aufsteigen gar nicht mehr hinaus: Eben erst mit den SCL Tigers in die NLA durchmarschiert, steht der leidenschaftliche Hornusser heuer auch vor seiner ersten NLA-Saison mit Recherswil-Kriegstetten.

Michael Schenk
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Der Eishockeyspieler Silvan Wyss bejubelte den Aufstieg mit den Tigers.

Der Eishockeyspieler Silvan Wyss bejubelte den Aufstieg mit den Tigers.

ZVG

Mit «Stäcke» und Nouss bewaffnet ist er im Ries schon «ordeli» länger unterwegs als mit Stock und Puck auf dem Eis. «Ui ja, eigentlich schon seit ich laufen kann», erinnert sich Silvan Wyss an seine Anfänge als Bambini-Hornusser. Seine Grossväter seien anno dazumals schon begeisterte Nousser gewesen. Gestandene Mannsbilder, die er als Dreikäsehoch «ufe Bitz» begleitet habe, erzählt der gebürtige Seeländer aus Arch.

Später wechselte der heute 21-jährige Center der vierten Linie der SCL Tigers mit seinem Vater zur HG Recherswil-Kriegstetten. Von da dann später wiederum zurück zu Arch. Mit seinem Stammverein gelang ihm in der Folge der Aufstieg in die NLB. «Mit Ausnahme von zwei Jahren, als ich zehn, elf Jahre alt war, habe ich immer ghornusset», erzählt Wyss.

Profi-Hockey und Hobby-Hornussen

Damals, als er eine «schöpfersiche» Pause einlegte, habe er schon beim EHC Biel Eishockey gespielt. Vielleicht sei ihm damals alles einfach ein bisschen zu viel geworden, sagt der Sport-Fan. Inzwischen aber liessen sich Profi-Hockey und Hobby-Hornussen gut miteinander verbinden. Just jetzt, da die Hornusser ihre Saison beginnen, gehen die Eishockeyaner nämlich in die Ferien. Nicht so Silvan Wyss: «Ich bleibe hier und versuche das fehlende Training im Ries jetzt nachzuholen», hält er schmunzelnd fest.

Der Eishockey-Tiger, der auch für die kommende Saison in der NLA, seine erste notabene, einen Vertrag bei den Emmentalern besitzt, steht nämlich auch vor seiner ersten NLA-Spielzeit punkto Hornussen. «Ich freue mich sehr darauf, mich mit den Besten zu messen», sagt der in Biel lebende Stürmer.

Silvan Wyss ist auf diese Saison hin von der HG Arch zu Recherswil-Kriegstetten in die NLA transferiert. Eine Art Rückkehr in die Wahlheimat also? «Ja, so kann man das sagen. Ich kenne sehr viele Leute in Recherswil, und viele sind gute Kollegen von mir.» Insofern will der «Newcomer» natürlich künftig am Bock und an der Schindel eine gute Figur abgeben. Wyss ist beim Schlagen mit Streich-Längen um die 300 m sowie im Ries beim Abtun des heranfliegenden, gegnerischen Nouss’ ähnlich stark einzuschätzen. Offensiv wie defensiv also für jedes NLA-Team eine Bereicherung.

Nichts geht ohne Teamwork

Es ist abgesehen von der Geselligkeit diese «Bipolarität», die Wyss am Stratosphären-Pingpong, wie Hornussen liebkosend auch genannt wird, fasziniert: «Beim Schlagen bist du auf dich gestellt, hinten im Ries geht nichts ohne Teamwork», betont er. Hier der totale Fokus also auf sich und seine Leistung, dort das auspowernde, kollektive Element. «Gut möglich, dass mir dies auch beim Eishockey zu Gute kommt», hält er fest. Und was wäre ihm lieber: Ende Saison mit den Tigers Schweizermeister werden oder mit Recherswil-Kriegstetten das «Eidgenössische» in Limpach gewinnen? «Beides natürlich», lautet die spontane Antwort. «Beides wäre super.» Tja, wer weiss, vielleicht erfüllt sich ja zumindest die Hälfte – dann aber wohl eher die auf dem Hornusser-Bitz.

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