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Mission Titelverteidigung ist für den HC Laupersdorf missglückt

Der HC Laupersdorf verliert das zweite und letzte Finalspiel gegen Embrach klar mit 3:9.

Rahel Bühler
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Hängende Köpfe und bedrückte Mienen nach der 3:9-Niederlage gegen Embrach im Oltner Kleinholz. Da helfen auch Silbermedaillen und der kleine Pokal nichts.Markus Müller

Hängende Köpfe und bedrückte Mienen nach der 3:9-Niederlage gegen Embrach im Oltner Kleinholz. Da helfen auch Silbermedaillen und der kleine Pokal nichts.Markus Müller

Markus Müller

Die blauen Luftballons waren bereits aufgepumpt, die Fans zahlreich erschienen und die Mannschaft, nach dem 3:4-Auswärtssieg vom Samstag, theoretisch bereit. Doch aus dem neuerlichen Meistertitelgewinn des HC Laupersdorf in der NLA wurde nichts: Die Thaler verlieren gegen den IHC Keyplayers Embrach klar und deutlich mit 3:9. Und verpassen damit das angestrebte Saisonziel: den Meistertitel.

In der sechsten Minute ging Embrach mit dem 0:1 durch Ivan Turtschi in Führung. Der Vorsprung kam etwas überraschend, hatte der HC Laupersdorf doch bis zu diesem Zeitpunkt mehr Chancen gehabt. Fortan kamen einige gute Chancen und je ein Metalltreffer auf beiden Seiten zustande. In der achten Minute hebelte Nicola Di Santo mit einem Querpass auf Lukas Scherrer die Embracher Defensive aus, ein Tor konnte jedoch nicht erzielt werden.

Das Spiel dümpelte jedoch ein wenig vor sich hin, ehe Laupersdorf in der
21. Minute nach einer sehenswerten Passkombination von Boris Schwarzenbach, Adrian Gerber und Michael Gerber den Ausgleich erzielen konnte. Kurz vor dem Pausenpfiff konnten die Embracher ihre Führung jedoch wiederherstellen: 1:2 lautete das Resultat zur Pause.

Zu viele Strafen

Nach der Pause kamen die Laupersdörfer mit mehr Energie aus der Kabine. Zwar mussten die Solothurner zwei weitere Embracher Tore hinnehmen, sie kamen jedoch durch einen Doppelschlag innerhalb von 13 Sekunden bis auf einen Zähler an die Gäste aus dem Zürcher Unterland heran. Der Stadionspeaker konnte nicht einmal die Strafe durchsagen, welche Dominik Brauchli kurz vorher einfing, da ging seine Stimme bereits im Torjubel unter. Zuerst verwertete Captain Boris Schwarzenbach eine Direktabnahme, dann netzte Lukas Scherrer mit der Rückhand ein.

War dies die Wende im Spiel? Es schien so. Sofort schwappte die Energie vom Feld auf das Publikum über, das seine Mannschaft nun lautstark anfeuerte. Doch die Euphorie war nur von kurzer Dauer. Ivan Turtschi traf nur eine Minute später das Tor und schon führte Embrach wieder mit zwei Längen.

Laupersdorf kassierte daraufhin innerhalb der nächsten zehn Minuten drei 2-Minuten-Strafen, gegen Adrian Gerber, André Bobst und Michael Gerber. Und jedes Mal wussten die Zürcher etwas mit der Scheibe anzufangen. Sie bauten ihren Vorsprung auf 3:8 aus.

Nun war die Luft bei den Solothurnern endgültig draussen. Die vielen Strafen machten sich bemerkbar. Laupersdorf musste sieben Mal Boxplay spielen und kassierte dabei vier Treffer. Dem gegenüber standen sechs Powerplays, von denen sie nur eines in Zählbares umwandeln konnten. Zudem traf Embrach in der ersten Spielhälfte einmal in Unterzahl. Und der letzte Treffer in der 49. Minute ging sogar ins leere Tor. Torhüter Bruno Gautschi hatte wenige Sekunden zuvor seinen Kasten zugunsten eines fünften Feldspielers verlassen.

Feiern konnten die andern

Während die Zürcher nach dem Schlusspfiff alle Hemmungen verloren und ihren Meistertitel feierten, machte sich auf der Gegenseite, bei Spielern, Trainer und Fans, Ernüchterung und Enttäuschung breit. Da halfen auch die Silbermedaillen und der kleine Pokal, der in einer wenig feierlichen Zeremonie übergeben wurde, nichts: Vize-Meister ist und bleibt Vize-Meister.

Trotz allem eine gute Saison

Dessen ist sich auch ein sichtlich geknickter Michael Gerber bewusst: «Die Enttäuschung ist sehr gross. Wir haben zwar eine gute Qualifikation gespielt und diese auch als Erster abgeschlossen. Aber wir haben trotzdem unser erklärtes Saisonziel verpasst.» Woran es gelegen hat, sei schwierig zu sagen: «Nach der Pause war die Euphorie wieder da, aber dann haben wir einige dumme Strafen gefressen», analysierte er nach dem Spiel. «Wir wissen, dass Embrach gut und oft auf das Tor schiesst, doch heute hat es uns einfach nicht gereicht.» An der Motivation gelegen habe es nicht, meint Gerber, schliesslich sei man in einem Final immer parat.

Trotz der gestrigen Niederlage zieht Michael Gerber, der, mit Ausnahme der Playoffs, auch als Spielertrainer fungiert, eine positive Saisonbilanz: «Ich bin zufrieden. Wir haben in der Qualifikation insbesondere zu Saisonanfang einige Spiele souverän gewonnen.»

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