Badminton
Kommt das Team Solothurn wegen der Verspätung doch noch zu einem Sieg?

Leader Solothurn spielt gegen das Schlusslicht Adliswil-Zürich 4:4. Je nach Entscheid des Verbands könnte es jedoch noch ein 5:3-Sieg werden: Die Zürcher trafen mit einer halben Stunde Verspätung in die CIS-Sporthalle ein.

Hans Peter Schläfli
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Titon Gustaman (links) und Sanya Herzig setzten sich in einem extrem umstrittenen Mixed-Doppel gegen Adliswil-Zürich durch. Hans Peter Schläfli

Titon Gustaman (links) und Sanya Herzig setzten sich in einem extrem umstrittenen Mixed-Doppel gegen Adliswil-Zürich durch. Hans Peter Schläfli

«Mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze zu sein, da fühlt man sich wie im Himmel», sagte Michel Vögtli vom Vorstand der Ambass Drops, der das Team Solothurn zusammen mit Trainer Carlos Prieto im NLA-Spiel gegen Adliswil-Zürich betreute – und schränkte dann sofort ein: «Sicher fühlen darf man sich aber nicht, denn in den letzten Runden kann noch viel passieren.»

Und tatsächlich passierte dann in der Begegnung des Leaders mit dem Schlusslicht sehr viel: Zunächst verspäteten sich die Zürcher massiv, sodass die Zuschauer eine halbe Stunde auf den Start der ersten Doppel warten mussten. Der Schiedsrichter wollte Conrad Hückstädt wegen dessen verspätetem Erscheinen nicht mehr zum Spiel zulassen, aber Adliswil protestierte, und so durfte Hückstädt trotzdem antreten. Allerdings könnten seine Spiele möglicherweise nachträglich noch als forfait gewertet werden.

Negative Hektik führte zum 0:4

Als es dann endlich los ging, da schien sich die Hektik vor allem bei den Solothurnern negativ auszuwirken. Sie gelten ja als eingespielte Doppelspezialisten, doch diesmal waren die drei ersten Paare ein wenig von der Rolle. Sogar Christian Bösiger und Joshua Panier, die Hafiz Shaharudin und Conrad Hückstädt einen packenden Kampf in drei Sätzen lieferten, verloren mit 21:17, 19:21, 19:21. So hiess es 0:3, und als dann auch noch Panier sein Einzel verlor, musste ein Schläger dranglauben und es hiess 0:4.

Ein Debakel schien sich abzuzeichnen. Aber wie so oft sorgte Christian Bösiger für die Wende zum Guten. Er machte mit Conrad Hücksdädt kurzen Prozess und sorgte dafür, dass die Null von der Anzeigetafel verschwand. Michael Lahnsteiner tat es mit Hafiz Shaharudin gleich. Das Mix-Doppel war dann wieder extrem umstritten, aber diesmal hatte Solothurn knapp die Nase vorn.

Ein extrem umstrittenes Mixed-Doppel

So standen sich am Schluss nur noch Monika Fischer und Tina Kodric gegenüber. Die beiden schenkten sich nichts, es waren viele lange Ballwechsel zu sehen. Als Fischer den dritten Satz 21:18 gewonnen hatte, war der Jubel gross: Das 4:4 gegen das Schlusslicht war für den Leader wie ein gefühlter Sieg. «Das zeigt, wie ausgeglichen die NLA ist», sagte Michel Vögtli, «die Zürcher waren lange durch einige Verletzungen geschwächt, aber jetzt, da sie wieder alle ihre besten Spieler einsetzen können, sind sie ein starker Gegner.»

Trotz des Punktverlusts bleibt Solothurn mit 5 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Und aus dem 4:4 könnte je nach Entscheid des Verbands ja noch ein 5:3-Sieg werden.

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