Fussball
Koch-Brüder: «Es ist ein Traum für uns beide, einmal im Ausland zu spielen»

Seit fünf Jahren spielen Raphael (24) und Philippe Koch (23) nun schon zusammen beim FC Zürich in der Super League. Den Sieg im Cupfinal bezeichnen die Verteidiger, die beim FC Biberist das Fussball-ABC gelernt haben, als ihren schönsten Erfolg.

Hans Peter Schläfli
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Die beiden Brüder Philippe (l.) und Raphael Koch spielen seit fünf Jahren zusammen beim FC Zürich.

Die beiden Brüder Philippe (l.) und Raphael Koch spielen seit fünf Jahren zusammen beim FC Zürich.

Hans Peter Schläfli

Im Meisterschaftsspiel vom Donnerstag gegen Lausanne seid Ihr beide wieder einmal über die ganzen 90 Minuten zusammen im Einsatz gestanden. Wie hat sich das angefühlt?

Raphael Koch: Ja es hat etwas lange gedauert, aber schon gegen Sion haben wir endlich wieder zusammen gespielt und so jetzt auch beim 1:0-Sieg in Lausanne. Es ist sehr schön, denn wir harmonieren ideal und können uns ganz aufeinander verlassen.
Philippe Koch: Meinem Bruder vertraue ich total, ich weiss, dass er, wenns drauf ankommt, alles gibt, um meine Fehler auszubügeln.

Aus der Bilanz der vergangenen Saison sticht der Cupsieg glanzvoll heraus.

Philippe: Der Cup war unser Highlight und unser Ziel. Wir hatten wirklich keine leichte Saison, ja die Vorrunde war sogar sehr schwierig. Wir hielten uns immer an diesem Cupfinal fest, und als der Tag dann da war, hat jeder sein Bestes geleistet. Ich denke, wir waren alle 100-prozentig parat und unser Siegeswille hat den Unterschied ausgemacht. Den Pokal in den Händen zu halten und den Erfolg erst noch zusammen mit meinem Bruder feiern zu können, das lässt sich nicht beschreiben. Das sind Emotionen, die man einfach geniessen muss, auch wenn er mich dabei mit dem Champagner geduscht hat.
Raphael: Durch den Cupsieg sind wir jetzt für die Europa League qualifiziert. Das ist für den FC Zürich sehr wichtig.

Warum erlebte der FC Zürich in der vergangenen Saison viele Hochs und Tiefs?

Raphael: Wir hatten zu viele Schwächephasen, das stimmt. Nach einer guten Serie haben wir immer wieder zwei, drei Spiele verloren, die man eigentlich nicht verlieren dürfte. Deshalb dümpelten wir im Mittelmass der Tabelle herum. Das ist natürlich nicht das Ziel beim FC Zürich. Deshalb ist auch der Cupsieg für uns so wichtig. Jetzt wollen wir mit einem Sieg gegen Aarau am Sonntag den vierten Schlussrang verteidigen.

Raphael Koch, sie haben selber eine Zeit hartes Brot gegessen. Wie haben Sie sich gefühlt, als sie nur noch vereinzelt zum Einsatz kamen?

Raphael: Das sind Situationen, da muss jeder Spieler einmal durch. Ich habe gewusst, dass ich meine Chance wieder bekommen werde. Man muss immer bereit sein, um seine beste Leistung abrufen zu können. Deshalb bin ich froh, dass ich jetzt gegen Saisonende wieder zeigen durfte, was ich kann.

Wie lebt es sich in der grossen Stadt, wenn man in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist?

Philippe: Wir wohnen jetzt schon etwa drei Jahre zusammen, zunächst in der Stadt, jetzt etwas ausserhalb in Horgen.
Raphael: Es war ein grosser Schritt, mitten in die Stadt Zürich. Wir haben uns dann ganz bewusst dafür entschieden, etwas ausserhalb zu wohnen, weil wir dort mehr Ruhe haben.

Und wie ist der Kontakt mit der Familie?

Philippe: Wir haben einmal in der Woche frei und dann gehen wir meistens nach Hause und geniessen das auch.

Jetzt spielt Ihr beide hier schon fünf Jahre zusammen. Ist Euer Motto, FCZ forever?

Philippe: Unser Vertrag läuft weiter und wir haben vor, diesen zu erfüllen. Aber im Fussball kann es manchmal sehr schnell gehen. Es ist ein Traum für uns beide, einmal den Sprung ins Ausland zu schaffen.
Raphael: Auch mein Ziel ist es, einmal in Deutschland zu spielen, und dafür arbeite ich jeden Tag hart. Im Moment sind wir aber sicher stolz und glücklich, dass wir beim FCZ sein dürfen.

Habt Ihr überhaupt mitbekommen, dass auch der FC Biberist in den Schweizer Cupfinal vorgestossen ist?

Beide schweigen und schauen sich fragend an (die Redaktion).

Die Biberister Veteranen werden am 31. Mai im Cupfinal gegen Rapperswil-Jona antreten.

Raphael: Ja, wenn das so ist, dann wünschen wir dem FC Biberist viel Glück im Cupfinal.

Wie sehen die Ziele für nächste Saison aus?

Raphael: Der FC Zürich möchte sich für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren. Das Team wird bis auf die wenigen, bereits bekannten Abgänge zusammenbleiben. Ein Saisonziel für die Super League wurde noch nicht bekannt gegeben, aber für uns ist klar, dass wir um den Titel mitspielen und Basel nicht mehr davonziehen lassen wollen.

Auf der WM-Kaderliste seid Ihr beide nicht. Vielleicht 2018 in Russland?

Philippe: Wir werden uns die Spiele am Fernseher anschauen und freuen uns auf die WM. Wir sind noch jung und den Traum, vielleicht an der WM in Russland dabei zu sein, haben wir ganz bestimmt. Beeinflussen können wir das nur mit guten Leistungen und wenn wir erfolgreich spielen.

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