Swiss League

Kanterniederlage für den EHCO nach dem Mitteldrittel des Grauens

Der EHC Olten kassiert nach zwei Siegen in Serie gegen den HC Sierre eine heftige und verdiente 1:5-Klatsche auf eigenem Eis. Am Ursprung des Debakels stand ein miserabler Auftritt im zweiten Drittel, der auch Oltens Headcoach Fredrik Söderström zur Weissglut brachte.

«Dieser Auftritt war inakzeptabel.» EHCO-Headcoach Fredrik Söderström war nach der 1:5-Niederlage gegen den HC Sierre bedient. Und der Schwede liess die Spieler seinen Unmut unmittelbar nach der Schlusssirene spüren. Die Garderobentüre blieb einige Minuten zu. Man darf davon ausgehen, dass die Oltner Akteure einiges zu hören bekommen hatten. Denn das, was sie zuvor auf dem Eis gezeigt hatten, das war unter dem Strich ganz einfach schwach und in jeder Hinsicht ungenügend.

Doch wie hatte es so weit kommen können? Nach dem ersten Drittel hatte nichts auf einen derartigen Absturz der Powermäuse hingedeutet. Der Auftritt der Oltner war mehr als solid, der Führungstreffer durch Rückkehrer Alban Rexha (6.) sehr schön herausgespielt. Mit etwas mehr Zielstrebigkeit hätte sich der EHCO resultatmässig auch mit einem grösseren Polster belohnen können.

Der unerklärliche Einbruch

Dann folgte aber der unerklärliche Einbruch. Ab der 21. Minute agierte auf dem Feld nur noch der HC Sierre, während die Oltner dem Puck fast permanent nachjagten. Der Ausgleich durch Arnaud Montandon war die logische Folge. Auch das Timeout, zu welchem sich Fredrik Söderström zu diesem frühen Zeitpunkt bereits gezwungen sah, änderte nichts an der ungebremsten EHCO-Talfahrt. Maxime Montandon (im Powerplay) und wieder Arnaud Monandon bauten die Führung für die cleveren und kaltblütigen Walliser aus. Es passte zum miserablen Lauf der Dinge, dass sich Captain Philipp Rytz zum dritten Mal (!) in sieben (!) Ernstkämpfen dieser Saison einen disziplinarischen Aussetzer leistete und für unsportliches Verhalten insgesamt zwölf Minuten auf der Strafbank sass.

Aber selbst nach diesem desaströsen Mitteldrittel hätte der EHCO noch Chancen gehabt, wieder ins Spiel zurückzukehren. Je eine Strafe der Siderser vor und nach der zweiten Pause liessen die Oltner aber ungenutzt. Das Überzahlspiel bleibt eine riesige Baustelle. Noch schlimmer: Dan Weisskopf sorgte mit einer Slapstick-Einlage während eines EHCO-Powerplays für die Vorentscheidung. Er passte den Puck als letzter Mann stümperhaft auf den Stock von Sierres Topskorer Guillaume Asselin, welcher sich nicht zweimal bitten liess und zum 4:1 für seine Mannschaft traf. Dieser unglaubliche Lapsus war symptomatisch für den ganzen Auftritt der Mannschaft.

Der Rest war ein hilf- und kopfloses Anrennen der Oltner, die sich zwar bemühten, im Abschluss aber kein Bein mehr vor das andere bekamen und schliesslich das Eis verdientermassen mit einer Kanterniederlage verliessen. Dieses 1:5 tut weh und lässt viele Fragen offen. Zum Beispiel die: Wie gut ist der EHC Olten Saison 20/21 wirklich? Man wird nicht wirklich schlau aus dieser Mannschaft.

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