Sieben Tore in einem Spiel schoss der EHC Olten in der vergangenen Saison kein einziges Mal. Ganz im Gegenteil tat man sich insbesondere gegen die Farmteams und vermeintliche Punktelieferanten schwer, ja ergaunerte sich den einen oder anderen Punkt in der Verlängerung.

Und nun fegt der EHCO im dritten Meisterschaftsspiel der neuen Saison die Ticino Rockets mit 7:0 vom Eis. Damit hat der EHCO eindrücklich die Absichten manifestiert, ganz vorne in der Swiss League mitspielen zu wollen: «Eines unserer grössten Ziele in dieser Saison ist, auch in den Spielen gegen die Farmteams auf einem konstant hohen Niveau unsere Leistungen abzurufen und unseren Fans attraktives Eishockey zu zeigen. Ich denke, das ist uns für ein erstes Mal gelungen», sagte Martin Ulmer zufrieden nach dem Spiel.

Tatsächlich hatten die Oltner beim überzeugenden 7:0-Sieg nichts anbrennen lassen. Will man aber doch etwas kritisieren, so war dies der Start in die Partie: Nervös wirkend, verhalten, abtastend und fehleranfällig im Spielaufbau. Weil aber die Rockets, die zum Meisterschaftsstart noch mit jeweils souveränen 4:2-Siegen gegen die GCK Lions und die EVZ Academy überraschten, wenig bis gar keine Spielfreude versprühten, brauchte es seine Zeit, bis ein unterhaltsames Spiel entstand.

Erst nach sieben Minuten erwachte der EHCO mit einem ersten nennenswerten Abschluss. Und eine Minute später brillierte der EHCO ein erstes Mal: Stan Horansky schnappte sich im eigenen Drittel die Scheibe, setzte sich gegen drei Tessiner durch, ehe Martin Ulmer mit einem herrlichen Dreher vor dem Tor Cason Hohmann einsetzte, der nur noch einzuschieben brauchte.

Die Hohmann-Show

Ganz allgemein scheint EHCO-Trainer Chris Bartolone mit Ulmer, Horansky und Hohmann eine harmonierende Sturmlinie gefunden zu haben. Sie unterhielten die 2858 Zuschauer im Kleinholz in jedem Einsatz, wobei Hohmann an vorderster Front stand.

Den wirbligen US-Amerikaner bekamen die Gäste aus dem Tessin nie in den Griff. Auch nicht, als er spielend leicht seinem Gegenspieler Christian Stucki davonzog und nur noch mittels Notbremse gestoppt werden konnte. Den anschliessenden Penalty verwandelte Hohmann gleich selber eiskalt (36.). «Ich fühle mich von Spiel zu Spiel wohler. Und mit solch talentierten Mitspielern macht es umso mehr Spass. Wir sind auf einem guten Weg», sagte Hohmann, der mit zwei Toren und einem Assist zum Mann des Spiels gewählt wurde.

Zu gefallen wusste in der Offensive aber auch die Linie um Haas, Schirjajew und Truttmann, wobei insbesondere Haas immer wieder mit unerwarteten, sensationellen Zuspielen Chancen ermöglichte.

Und die Tessiner Raketen? Sie waren überfordert und vor allem offensiv inexistent. Lediglich Rockets-Topskorer Dario Rohrbach, der als Junior eine Mini-A-Saison beim EHC Olten absolvierte und nun bei Ambri unter Vertrag steht, sorgte hin und wieder für Impulse. Und kamen die Ticino Rockets doch zu Abschlüssen, war der überragende EHCO-Torhüter Simon Rytz zur Stelle, der sich im Zwei-Spiele-Rhythmus mit Matthias Mischler die Qualifikationsspiele teilt.

Die Rockets wurden ob der Überlegenheit der Oltner im Verlaufe des Spiels immer träger und brachten kaum mehr ein Bein vors andere. Der EHCO war jeweils selbst mit einem Mann weniger auf dem Feld spielbestimmend und kam so auch zu zwei ansehnlichen Shorthander-Toren: Schirjajew auf Pass von Haas (34.) sowie Grossniklaus auf Assist von Rexha (50.) nutzten die Dominanz resolut aus. Und so setzten Truttmann in Überzahl (53.) und Rexha (55.), dem nach einer Verletzungszeit ein starkes Comeback gelungen ist, einen Schlusspunkt auf ein Meisterschaftsspiel, dessen Ausgang nie zur Diskussion stand.

Devin Muller verletzt

Weniger erfreulich als der solide Auftritt ist, dass der EHCO zwei neue Ausfälle zu beklagen hat: EHCO-Ausländer Bryce Gervais fehlte bereits in der Mannschaftsaufstellung. Es soll sich dabei mehr um eine Vorsichtsmassnahme handeln: Gervais bekam im Training einen Puck an die Hand, die daraufhin stark angeschwollen war. Es soll kein Bruch vorliegen, doch für eine rechtzeitige Genesung reichte es nicht. Ob Gervais für das Dienstagsspiel auswärts in Winterthur wieder fit sein wird, ist unklar.

Ernsthafter verletzt hatte sich hingegen Stürmer Devin Muller nach einem unglücklichen Sturz in die Bande kurz nach Spielmitte. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine Schulterluxation. Eine Untersuchung bestätigte am Sonntag die Vermutung. Wie lange er pausieren muss, werden weitere Untersuchungen zeigen.

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