Handball
Solothurns Trainer Martin Prachar: «Gegen die absoluten Spitzenteams fehlt noch etwas»

Der TV Solothurn verliert auch das vierte Spiel in der Aufstiegsrunde – 28:33 gegen den Spitzenreiter Chênois. Trotzdem hat der TV Solothurn in dieser Saison eine gute Rolle gespielt in der NLB. Das muss er auch, sagt der tschechische Trainer.

Hans Peter Schläfli
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«Die Resultate in der Hauptrunde waren richtig gut», sagt Trainer Martin Prachar, der seinen Vertrag beim TV Solothurn verlängert hat.

«Die Resultate in der Hauptrunde waren richtig gut», sagt Trainer Martin Prachar, der seinen Vertrag beim TV Solothurn verlängert hat.

Hans Peter Schläfli

Der Start lief nach Erwarten: Rasch ging Chênois mit zwei Treffern in Führung und nach dem 2:6 in der 10. Minute sah es danach aus, also ob sich die Solothurner dem Favoriten kampflos beugen würden. Doch dann erwachte der Stolz und der TVS legte einen Zacken zu. In der 24. Minute verkürzte Urgestein Martin Beer auf 11:12 und es blieb eng, weil mit der Pausensirene Amer Zildzic auf 15:17 verkürzen konnte.

Immer wieder zauberten Nikola Isailovic als Passgeber und Topskorer Zildzic als Vollstrecker. So schön ihre Form für den TV Solothurn in dieser Saison ist. Das bedeutet aber auch, dass sich der TVS im Angriff auf die neue Saison hin neu erfinden muss, denn Isailovic beendet seine Karriere und Zildzic wechselt zum direkten Konkurrenten Baden.

Vor dem Spiel wurde zudem Nik Jauer verabschiedet, der einen Profivertrag beim NLA-Klub BSV Bern unterschrieben hat. Ausserdem kehrt Ruben Jäggi wieder ins Zweitligateam zurück, das der TVS zusammen mit Biberist führt.

Solothurns Nikos Sarlos beim Konter gegen Chênois.

Solothurns Nikos Sarlos beim Konter gegen Chênois.

Hans Peter Schläfli

In der zweiten Hälfte zog Chênois ein Tor um das andere davon. Obwohl die Verhältnisse klar waren, gingen in der 41. Minute die Emotionen hoch. Nach einem Foul von Benjamin Helmy revanchierte sich der Genfer Adnan Sivic mit einer Tätlichkeit. Er wurde sofort vom Spiel ausgeschlossen und muss mit einer längeren Sperre rechnen.

Bei den Solothurnern kamen in der Schlussphase einige Nachwuchstalente Spielminuten. Am Ende resultierte eine 28:33-Niederlage. Also im erträglichen Rahmen. Aber auch wenn der TVS in der Finalrunde der besten sechs NLB-Teams sichtbar an seine Grenzen gestossen ist, darf man von einer insgesamt erfolgreichen Saison sprechen. «Die Resultate in der Hauptrunde waren richtig gut, aber gegen die absoluten Spitzenteams mussten wir merken, dass doch noch etwas fehlt», fasst Trainer Martin Prachar die Saison in wenige Worte.

«Wir freuten uns riesig, als die Meisterschaft wieder aufgenommen werden konnte. Es hat richtig Spass gemacht, obwohl die Vorbereitung für uns etwas zu kurz war und dann auch noch eine Quarantäne dazukam. So fehlte uns das taktische Training und die Spielzüge waren nicht genügend eingeübt», analysiert der frühere Tschechische Nationalspieler.

Als Ausbildungsklub in der NLB eine gute Rolle spielen

Insgesamt ist Prachar also mit der Saison zufrieden – und beim TVS ist man offenbar auch mit dem Trainer zufrieden, denn das ganze Betreuerteam wird in Solothurn bleiben. Auch die Zusammenarbeit mit dem BSV Bern und dem HSC Suhr Aarau, den beiden Spitzenteams der Nationalliga A, wird weitergeführt.

Nikola Isailovic gab in seinem letzten Spiel Vollgas.

Nikola Isailovic gab in seinem letzten Spiel Vollgas.

Hans Peter Schläfli

Da bleibt die Frage, wie viel Solothurn eigentlich noch in diesem TVS steckt. «Viel», meint Prachar, «einige Stammspieler sind echte Solothurner und auch der eigene Nachwuchs bekommt bei uns eine Chance.» So sollen die Brüder Basil und Manuel Zeltner in der kommenden Saison an höhere Aufgaben herangeführt werden, verspricht Martin Prachar. «Der TV Solothurn ist ein Ausbildungsverein, aber die Förderung der eigenen Talente gelingt uns nur, wenn wir in der Nationalliga B eine gute Rolle spielen können. Das können wir nicht alleine schaffen, dazu brauchen wir die Zusammenarbeit mit unseren starken Partnervereinen.»

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