Unihockey
Gefeuerwerkt, gezittert, gewonnen

Langenthal-Aarwangen stürzt den NLB-Leader mit einem 7:6-Sieg nach Verlängerung. Das hart umkämpfte Spiel bot den Zuschauern vor allem in den Schlussminuten viel Spannung.

Andreas Fretz
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Lukas Schneeberger von Olten-Zofingen jubelt. ULAs Goalie Michael Niklaus und dessen TeamkollegenDominik Lanz (rechts) und Manuel Roth sind geschlagen.

Lukas Schneeberger von Olten-Zofingen jubelt. ULAs Goalie Michael Niklaus und dessen TeamkollegenDominik Lanz (rechts) und Manuel Roth sind geschlagen.

Marcel Bieri

«Bin ich hier im falschen Film?», wetterte ein empörter Anhänger des NLB-Leaders Olten-Zofingen auf seinem Tribünenplatz. Keine zehn Minuten waren in der vollen Oltner Turnhalle gespielt, da führten die Gäste von Unihockey Langenthal-Aarwangen bereits mit 5:0.

Spannender Krimi

ULA zündete im ersten Spiel des neuen Jahres ein grandioses Feuerwerk. Doch das Pulver war früh verschossen. Der vermeintlich «falsche Film» wandelte sich in einen echten Krimi, der erst im Abspann entschieden wurde. Nach 48 Sekunden der Verlängerung erzielte Marek Lébl den Siegtreffer für den Tabellenvorletzten ULA. Damit bleibt ULAs theoretische Chance auf die Playoff-Teilnahme erhalten.

Vor dem Jahreswechsel hatten sich beim kriselnden Partnerklub von Serienmeister Wiler-Ersigen einige Veränderungen angebahnt. Matti Keltanen und Antti Kauppinen wurden wegen ungenügender Leistungen zurück in die finnischen Wälder geschickt, stattdessen wurden der ehemalige Nationalspieler Jonas Schneeberger und Stürmer Thomas Siegenthaler vom UHC Grünenmatt verpflichtet. Von Wiler stiessen zudem die Jungtalente Emmanuel Schärli und Sascha Ingold sowie Simon Meier zu ULA. Den umgekehrten Weg ging Matthias Gloor.

Graber überragend

Mit Schneeberger, Siegenthaler und Meier stellte Trainer Tomas Trnavsky gleich drei der Neuen in den ersten Block. Und bei sechs der sieben ULA-Tore stand ebendieser erste Block auf dem Feld. Der überragende Mann war allerdings ein altbekannter: Roger Gerber traf dreimal und bereitete den Siegtreffer vor. Zum Einstand der Neuverpflichtungen meinte Trainer Trnavsky: «Der hätte besser sein können. Aber es braucht Zeit, die Linie wird mit jedem Spiel besser. Die Neuen sind sicher eine Verstärkung.»

Überraschendes Feuerwerk

Das Startfeuerwerk seiner Mannschaft überraschte selbst den Trainer: «So etwas habe ich nicht erwartet. Aber im Unihockey ist auch mit einem 5-Tore-Vorsprung nichts entschieden.» Nach neun Minuten und elf Sekunden, beim Stand von 0:5, reagierte Olten-Zofingen mit einem Time-out und einem Torhüterwechsel. Der Aufsteiger bewies in der Folge, dass er nach 14 Runden nicht zu Unrecht zuoberst in der Tabelle stand.

Olten-Zofingen kämpfte sich Tor für Tor heran. Langenthal-Aarwangen begann zu zittern. Sagenhafte zehn Tore fielen im ersten Drittel, ULA führte 6:4. Im Mittel- und Schlussabschnitt gelang den Gästen kein einziger Treffer. Olten-Zofingen traf je einmal und markierte in der 53. Minute den 6:6-Ausgleich. «Das war ein reines Nervenspiel», sagte Thomas Siegenthaler nach seinem Debüt für ULA. «Die Nervosität klebte uns am Stock», fand Trnavsky, «aber mit diesem Sieg konnten wir zumindest die theoretische Chance auf die Playoff-Teilnahme aufrechterhalten.»

Drei Runden sind in der Qualifikation noch zu spielen, drei Punkte beträgt ULAs Rückstand auf Rang sechs. «Eine Playoff-Teilnahme wäre wichtig für die Planung der nächsten Saison», sagte Trnavsky, der noch nicht weiss, ob sein Vertrag verlängert wird.

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