Fussball Solothurner Cup
Iliria-Trainer Vilson Dedaj nach Finalsieg: «Ich werde langsam süchtig nach dem Cup»

Der FC Iliria gewinnt den Solothurner Cup nach 2016 und 2019 zum dritten Mal in der Klubgeschichte – 3:1-Sieg gegen den FC Biberist. Mann des Spiels ist Aussenläufer Fabrizio Laus, der das 1:0 vorbereitet und das 2:1 erzielt.

Raphael Wermelinger
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Der FC Iliria verteidigt den Pokal und gewinnt den Solothurner Cup zum dritten Mal innert sechs Jahren.

Der FC Iliria verteidigt den Pokal und gewinnt den Solothurner Cup zum dritten Mal innert sechs Jahren.

Patrick Lüthy

«Wer an den Solothurner Cup denkt, dem kommt automatisch der FC Iliria in den Sinn», hat Trainer Vilson Dedaj schon vor dem Cupfinal gesagt. Und sein Team erbringt gegen den FC Biberist den Beweis für diese Aussage. Mit einem 3:1-Sieg im Stadion des FC Solothurn verteidigt der FC Iliria den Pokalsieg von 2019 – im vergangenen Jahr musste der Wettbewerb wegen Corona abgebrochen werden.

«Der heutige Erfolg ist fast noch ein bisschen spezieller als der vor zwei Jahren», äussert sich der mit Champagner und Bier geduschte FC-Iliria-Trainer nach dem Triumph. «Ich hatte in den letzten Wochen sehr viel um die Ohren. Das einzige Geschenk, das ich mir von meinen Spielern gewünscht habe, war ein Foto mit dem Pokal. Und dafür danke ich meinem Team.»

Stürmer Oliver Andrijasevic crasht das Siegerinterview. «Er ist der beste Trainer, den es gibt; in jedem Training ist er voll dabei mit dem Kopf und dem Herzen und stellt uns immer perfekt ein auf die Spiele», sagt er in der Euphorie über seinen Trainer. Einzig die Konditionstrainings seien nicht so nach seinem Gusto, fügt Ilirias Nummer 27 augenzwinkernd hinzu.

Oliver Andrijasevic erzielte in der 2. Liga in dieser Saison sechs Tore für den FC Iliria, im Cup-Halbfinal gegen Bellach sicherte er mit dem Tor zum 2:0 den Sieg.

Oliver Andrijasevic erzielte in der 2. Liga in dieser Saison sechs Tore für den FC Iliria, im Cup-Halbfinal gegen Bellach sicherte er mit dem Tor zum 2:0 den Sieg.

Patrick Lüthy

Der, der für diese Trainings verantwortlich zeichnet, blickt noch einmal auf die Vorrunde der vergangenen Saison zurück, die der FC Iliria in der 2. Liga auf dem ersten Platz beendet hat, die dann allerdings nicht gewertet wurde. «Das war schon etwas ungerecht für uns. Dieses Jahr wurde die Saison gewertet. Der Cupsieg ist deshalb auch eine Genugtuung für uns und die Belohnung für den Aufwand in den letzten zwei Jahren.»

Dedaj muss sich im Verlauf der neunzig Minuten nur einmal ärgern. Als sein Team keine zwei Minuten nach dem Führungstor den Ausgleich kassiert (69.). «Das hat mich genervt. Aber so etwas kann passieren. Ich habe meine Spieler auf jede Situation eingestellt. Auch auf einen möglichen Rückstand. Sie wussten jederzeit, was zu tun ist.»

Captain Alban Jahiu war bei allen drei Cupsiegen des FC Iliria dabei.

Captain Alban Jahiu war bei allen drei Cupsiegen des FC Iliria dabei.

Patrick Lüthy

Sein Team verarbeitet den Ausgleich aus dem Nichts rasch, nimmt das Spieldiktat wieder in die Hand und legt zehn Minuten nach dem 1:0 abermals, und diesmal wegweisend, vor. Einen grossen Anteil an den beiden Treffern der Stadt-Solothurner hat Aussenläufer Fabrizio Laus.

«Wir führten einen Freistoss schnell aus. Ich konnte den ersten Gegner ausdribbeln, dann noch einen zweiten. Der Goalie konnte meinen Schuss nicht halten und Valon (Kadrija, d. Red.) stand genau am richtigen Ort», schildert der 29-Jährige das 1:0.

Das 2:1 in der 77. Minute erzielt Laus gleich selbst. Nach einem perfekten Zuspiel aus dem Zentrum kann er von der linken Seite alleine auf Biberist-Goalie Moreno Blum losziehen und lässt diesem mit einem Flachschuss in die entfernte Torecke keine Abwehrchance.

Valon Kadrija (Mitte) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.

Valon Kadrija (Mitte) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.

Patrick Lüthy
Nach dem postwendenden Ausgleich der Biberister legt Fabrizio Laus in der 77. Minute entscheidend nach.

Nach dem postwendenden Ausgleich der Biberister legt Fabrizio Laus in der 77. Minute entscheidend nach.

Patrick Lüthy

«Ich habe gar nicht überlegt, einfach reingeschoben», kommentiert der Matchwinner den Siegestreffer. In der 88. Minute fällt die definitive Entscheidung: Nazim Elezi schliesst eine sehenswerte Kombination über die beiden eingewechselten Hasan Gedici und Samoell Prenaj mit einem Heber über den Torhüter ab. Jetzt gibt es kein Halten mehr bei den Spielern des FC Iliria und ihrem frenetischen Anhang.

Für Fabrizio Laus ist es der erste Cupsieg. 2019 hat er den Final mit dem FC Grenchen gegen Iliria verloren. Dafür wurde er mit Grenchen Solothurner Meister, wechselte dann aber zu den Stadtsolothurnern. «Den Cup zu gewinnen, ist fast noch schöner als die Meisterschaft, weil diese K.-o.-Spiele einfach besonders sind», vergleicht Laus. «Und wir können am Schweizer Cup teilnehmen. Das ist auch ein Highlight», fügt er hinzu.

Nazim Elezi trifft in der 88. Minute mit einem Heber zum 3:1.

Nazim Elezi trifft in der 88. Minute mit einem Heber zum 3:1.

Patrick Lüthy
Jubel nach der Entscheidung.

Jubel nach der Entscheidung.

Patrick Lüthy

Für seinen Trainer, der die Mannschaft 2018 übernommen hat, ist es der zweite Cupsieg – 2016 hat der FC Iliria unter Perparim Redzepi triumphiert. «Es ist auch ein sehr verdienter Sieg», betont Vilson Dedaj. «Wir waren von hinten bis vorne das bessere Team und sind taktisch sensationell gestanden.»

Er freue sich besonders für Leo Sesso, der das Amt des Assistenztrainers abgibt. Es sei ein schönes Ende für eine intensive Zusammenarbeit. Dedaj dagegen bleibt Trainer bei der Cup-Macht Iliria. Peilt er nun den Pokal-Hattrick an? «Es wäre cool. Ich werde langsam süchtig nach dem Cup.»

2016, 2019 und jetzt 2021: Solothurner Cupsieger FC Iliria.

2016, 2019 und jetzt 2021: Solothurner Cupsieger FC Iliria.

Patrick Lüthy
Der Pokal bleibt im Besitz der Stadtsolothurner.

Der Pokal bleibt im Besitz der Stadtsolothurner.

Patrick Lüthy
Grosse Enttäuschung bei Biberists Trainer Roland Hasler und seinen Spielern.

Grosse Enttäuschung bei Biberists Trainer Roland Hasler und seinen Spielern.

Patrick Lüthy

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