Solothurner Cup
Der einzige Unterklassige gibt sich nach der Auslosung kämpferisch: «Wir wollen in die Halbfinals»

Am 4. Juli steigt der Solothurner Cupfinal 2021. Im Rennen um den Pokalsieg verblieben sind sieben Zweitligisten und der FC Welschenrohr aus der 3. Liga. Seit Montagabend sind die Paarungen für die Viertelfinals vom 12. und 13. Juni bekannt. Der Underdog Welschenrohr trifft auf den amtierenden Cupsieger FC Iliria.

Raphael Wermelinger
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Der Underdog FC Welschenrohr will im Solothurner Cup ein Wörtchen mitreden. Auf ihre Fans können sich die Welschenrohrer verlassen, wie in den Aufstiegsspielen 2015.

Der Underdog FC Welschenrohr will im Solothurner Cup ein Wörtchen mitreden. Auf ihre Fans können sich die Welschenrohrer verlassen, wie in den Aufstiegsspielen 2015.

Bruno Kissling

Der Cupfinaltag, traditionell am Auffahrtsdonnerstag ausgetragen, konnte nach 2020 auch dieses Jahr nicht stattfinden. Im Gegensatz zur vergangenen Saison soll es dieses Jahr aber einen Solothurner Cupsieger geben. Die Viertelfinalpaarungen wurden am Montagabend ausgelost und finden am Wochenende vom 12. und 13. Juni statt. Die Halbfinals wurden auf den 19. Juni terminiert und am 4. Juli soll der Cupsieger 2021 gekürt werden.

Der einzige Unterklassige, der im Pokal-Wettbewerb noch dabei ist, ist der FC Welschenrohr. Der Drittligist stand vor 18 Jahren zum letzten Mal im Final. Damals verlor Welschenrohr mit 0:5 gegen den FC Olten. Auf dem Weg in die diesjährigen Viertelfinals schaltete das Team von Trainer Martin Kamber den Viertligisten FC Kappel (5:2) sowie die beiden Drittligisten HNK Croatia (3:2 nach Penaltys) und Italgrenchen (1:0) aus.

Im Viertelfinal bekommt es der FC Welschenrohr mit dem FC Iliria zu tun. Die Stadt-Solothurner, die den Cup 2016 sowie 2019 gewannen, werden die Saison in der 2. Liga hinter Meister Lommiswil und dem Aufsteiger FC Wangen bei Olten auf dem dritten Platz beenden. Der FC Welschenrohr steht in der 3. Liga auf dem siebten Tabellenrang in der Gruppe 2. Die Ausgangslage vor dem Viertelfinal in anderthalb Wochen spricht klar für den Oberklassigen. Beim Drittligisten rechnet man sich allerdings durchaus Chancen aus.

«Wir nehmen, was kommt», sagt Welschenrohrs Trainer zur Auslosung und stellt klar: «Wir wollen in die Halbfinals.» Martin Kamber mutmasst, dass das technisch versierte Team des FC Iliria am zweiten Juni-Wochenende nur ungern auf den Mühlacker kommt. «Während der gemeinsamen Zeit in der 2. Liga haben wir in den Spielen gegen Iliria eigentlich immer ganz gut ausgesehen», sieht er dem Viertelfinal optimistisch entgegen.

Welschenrohr-Angreifer Manuel Müller zieht ab. Er ist einer von diversen Routiniers, die ihre Karriere Ende Saison beenden werden. «Deshalb wollen wir das Saisonende und gleichzeitig das Ende ihrer Karrieren noch möglichst lange hinauszögern», sagt Trainer Martin Kamber.

Welschenrohr-Angreifer Manuel Müller zieht ab. Er ist einer von diversen Routiniers, die ihre Karriere Ende Saison beenden werden. «Deshalb wollen wir das Saisonende und gleichzeitig das Ende ihrer Karrieren noch möglichst lange hinauszögern», sagt Trainer Martin Kamber.

Hans Peter Schläli

Sein Team ist bereit. In den letzten Wochen hat Kamber den Trainingsbetrieb hochgefahren. Am Mittwoch testet der FC Welschenrohr gegen den Drittligisten FC Trimbach. Am Samstag gegen den FC Laufen aus der 2. Liga des Nordwestschweizer Fussballverbandes. «Wir haben sehr gut trainiert, auch viel mit Maske, und sind auf dem richtigen Weg», sagt er.

Die Meisterschaft ist für den FC Welschenrohr, der 2018 aus der 2. Liga abstieg, bereits gelaufen. «Wir hatten in dieser Saison in der 3. Liga nichts zu bestellen. Im Cup können wir aber völlig ohne Druck auftreten», so Kamber. Und er nennt einen weiteren Grund, wieso sein Team unbedingt weiterkommen will im Pokal-Wettbewerb: Einige langjährige Spieler wie etwa die Fankhauser-Brüder oder Manuel Müller werden ihre Aktivkarriere nach dieser Saison beenden. «Deshalb wollen wir das Saisonende und gleichzeitig das Ende ihrer Karrieren noch möglichst lange hinauszögern», sagt Martin Kamber.

Auf dem Papier ist das Duell zwischen Wangen bei Olten und Bellach das Schlagerspiel der Viertelfinals. Die Wangner werden, wenn die Meisterschaft wie geplant gewertet wird, vom Verzicht des FC Lommiswil profitieren und als Zweiter der 2. Liga in die 2. Liga inter aufsteigen. Der FC Bellach, der Cupsieger der Jahre 2017 und 2018, wird die Meisterschaft auf dem siebten oder achten Platz beenden. Die beiden Teams trafen in der zweiten Runde der laufenden Saison aufeinander. Einen Sieger gab es dabei nicht: 2:2.

Die Viertelfinalgegner Olten und Subingen trafen sich in dieser Saison am ersten Spieltag der 2. Liga. Die Wasserämter gewannen das Spiel dank einem Tor in der Nachspielzeit 2:1.

Die Viertelfinalgegner Olten und Subingen trafen sich in dieser Saison am ersten Spieltag der 2. Liga. Die Wasserämter gewannen das Spiel dank einem Tor in der Nachspielzeit 2:1.

Jörg Oegerli

Der einzige Viertelfinalist, der auch in der Meisterschaft noch im Einsatz steht, ist der FC Subingen. Die Wasserämter bestreiten am 5. Juni das einzige Nachtragspiel der 2.-Liga-Vorrunde. Der Gegner ist der FC Oensingen, der sich mit einem Punktgewinn vor dem Abstieg retten könnte. Der SC Fulenbach dagegen, punktgleich mit Oensingen am Tabellenende, hofft auf die Schützenhilfe der Subinger, die sich mit einem Sieg vom neunten auf den siebten Platz verbessern könnten.

Im Cup-Viertelfinal wartet auf die Subinger eine Woche später der FC Olten. Der Stadtklub gewann den Solothurner Cup 2001, 2003 und 2012. Vor sieben Jahren standen die Oltner letztmals im Final – und verloren gegen den FC Subingen mit 1:3. Es war Subingens dritter Pokalsieg in den vergangenen zwanzig Jahren.

FC Biberist gegen FC Klus/Balsthal heisst die vierte Viertelfinalpaarung. Der Achte gegen den Sechsten der 2. Liga. Biberist wartet noch auf den ersten Cupsieg der Vereinsgeschichte. Beim FC Klus/Balsthal ist der letzte Triumph auch schon eine Weile her. Im Jahr 2000 gewann der FCKB den Solothurner Cup. Die Direktbegegnung zwischen den beiden Klubs in dieser Saison entschied der FC Klus/Balsthal mit 3:2 für sich.

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