Gewohnt humorvoll und witzig führte Stadionspeaker Mige Stalder im Anschluss an das letzte Vorbereitungsspiel der Vorsaison durch die Teampräsentation des EHCO-Kaders der Saison 2018/19. Im Gespräch mit jedem einzelnen Spieler hatten die EHCO-Fans spannende Details erfahren.

Aber vor allem drang eine klare Botschaft in den rund 45 Minuten hervor: Das Saisonziel – es ist so klar formuliert wie kaum jemals in den letzten vergangenen Spielzeiten: «Unser Ziel ist es, die Qualifikation auf Rang 1 oder 2 abzuschliessen, danach in den Playofffinal einzuziehen und Meister zu werden. Denn der Kübel gehört nach Olten», sagte EHCO-Sportchef Marc Grieder auf die Frage, was man in der neuen Saison vom EHC Olten erwarten dürfe. Das Publikum antwortete mit kräftigem Applaus.

Ebenfalls ist herauszuhören, dass die Spieler und Staffmitglieder froh sind, eine erste Zwischenetappe erreicht zu haben: Alle acht Testspiele sind absolviert. Daraus resultierten jedoch bei drei Siegen auch fünf Niederlagen. Natürlich lassen sich die Zahlen dieser Vorsaison nicht für bare Münzen nehmen. Aber die Wochen der Vorbereitung haben mehr oder weniger klare Schwachstellen aufgezeigt, an denen der EHCO bis zu den ernsthafteren Tagen der langen Saison zu arbeiten hat.

Nicht zuletzt in den beiden Testspielen des Wochenendes gegen NLA-Vertreter Lausanne (3:6) sowie DEL2-Meister Bietigheim (1:2) konnte man feststellen, dass sich der EHCO in der Defensive mit inkonsequentem Vorgehen abermals selber in die Bredouille bringt. Während sich der EHCO auswärts in Lausanne in der Offensive teuer verkaufte, musste man defensiv mindestens drei Gegentreffer hinnehmen, die sich die Oltner auf diesem Niveau nicht erlauben dürfen.

Auch gestern gegen die Bietigheim Steelers tat sich der EHCO mit dem überaus aufsässig agierenden Gegner schwer, sich aus der Defensive zu lösen. Doch der DEL2-Meister konnte die Fehler nicht im Stile der Lausanner verwerten.

Offensiv zeigten die Powermäuse in diesen acht Testspielen gute Ansätze, überzeugten in einer starken Kaderbreite und sorgten hin und wieder sogar für Geniestreiche. So wie etwa Ausländer Bryce Gervais, als er gegen Bietigheim einen Barbero-Schuss mit dem Stock abfing, sich abdrehte und die Scheibe rückhändig im Tor unterbrachte. Auch gegen Lausanne heimsten die Oltner nach der Partie Komplimente des LHC-Trainergespanns ein. Und dies nicht nur, weil Gervais, Muller und Wyss NLA-würdige Tore erzielten.

Die Mannschaft wird auf dem langen und steinigen Weg zum Saisonziel einen Reifeprozess absolvieren müssen und Dutzende Hürden zu überspringen haben, merkte auch EHCO-Trainer Chris Bartolone an: «Wir sind alle erst einmal glücklich, dass nun die Vorsaison vorbei ist und es jetzt wieder um etwas geht», sagte er gegenüber dieser Zeitung und bilanzierte: «Ich bin zufrieden mit der Vorbereitung, auch wenn wir schon einige Schwierigkeiten zu verkraften hatten, wie die Verletzungen oder Krankheitsfälle. Wir sind deshalb rund eine Woche hinter unserem Zeitplan, aber diese Woche werden wir wettmachen», sagte Bartolone.

Der EHCO-Trainer zeigt sich zuversichtlich: «Die Automatismen greifen allmählich. Es tut gut zu wissen, dass wir auf vier starke Linien setzen können.»