Hornussen
Ein besonderes Lichtspektakel: Hornussen mitten in der Nacht

Gotthelfs Söhne veranstalten in Zuchwil zum zweiten Mal ein futuristisches Lichtspektakel. Die Organisatoren rechnen mit einem Grossaufmarsch des Publikums.

Raphael Jansen
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Tradition modern inszeniert: In Zuchwil machen LED-Dioden aus dem Schweizer Nationalsport ein Lichtspektakel.

Tradition modern inszeniert: In Zuchwil machen LED-Dioden aus dem Schweizer Nationalsport ein Lichtspektakel.

Lorenz Richard/Red Bull Content Pool

Hornussen ist ein Schweizer Nationalsport – genau wie Schwingen und Steinstossen. Der Sport, der auf einem Feld ausgetragen wird und wie eine Mischung aus Golf und Baseball anmutet, ist eine der letzten Bastionen für echte Männer. Kerle eben, wie sie zu Jeremias Gotthelfs Zeiten im Mittelland lebten.

Nach dem Erfolg von 2013 gelangt das Red-Bull-Hornussen in Zuchwil bereits zum zweiten Mal zur Austragung. Mit neuer Qualifikation und anderem Modus versprechen sich die Organisatoren erneut einen Grossaufmarsch des Publikums.

Red Bull verpasst den Schlägern einen leuchtenden Nouss und ein Spielfeld mit LED-Beleuchtung. Aus allen vier Schweizer Teilverbänden wurden die Besten der Verbandsfeste für den Anlass eingeladen, um das 78 Gramm schwere Kunststoffgeschoss so weit als möglich ins Ries hinaus zu befördern. Weitere lizenzierte Hornusser ab 16 Jahren können sich am Vormittag für das Haupttableau der 32 Besten qualifizieren. Am Nachmittag werden in Vierergruppen jeweils die besten zwei eruiert, welche im Turnier weiterkommen.

Superfinal im Dunkeln

Der Final wird im Dunkeln ausgetragen. Damit es bis zum letzten Schlag spannend bleibt, findet zuerst der kleine Final um die Ränge 3 und 4 statt, anschliessend der Superfinal, in dem der Sieger ermittelt wird.

Red-Bull-Hornussen inszeniert den Schweizer Traditionssport einmal mehr so, wie man es zuvor noch nie gesehen hatte. So zum Beispiel zeichnet der Schweizer Fotograf Lorenz Richard für ein ganz spezielles Foto verantwortlich: «Wir haben stundenlang versucht, den Stecken mit LED-Dioden zum Leuchten zu bringen. Leider gelang uns dies nie so, wie wir es uns vorstellten. Manchmal wegen des Lichts, dann wieder wegen der Reflexion, und dann mal wieder wegen Wind und Wetter. Am Schluss meinte es aber wohl jemand gut mit uns, denn wir konnten den Hornusser Thomas Keller genau so ablichten, wie wir uns das vorstellten. Ich bin schon ziemlich stolz auf das Resultat», meint der 30-jährige Berner.

Titelverteidiger Studer am Start

Das Teilnehmerfeld bei Red-Bull-Hornussen, ein eigentliches «Who’s who» der Hornusser-Welt, hat der Zuchwiler Jürg Eggimann, selber zweifacher Schlägerkönig an Eidgenössischen Hornusserfesten, zusammengestellt. «Ich habe die jeweils sechs Besten der Verbandsfeste 2013 von allen vier Schweizer Teilverbänden eingeladen», sagt der passionierte Hornusser, der sich freut, dass der Traditionssport mit dem Anlass eine völlig neue, sehr moderne Facette dazugewinnt. «An der ersten Austragung im vergangenen Jahr waren wir extrem erstaunt über das riesige Publikumsinteresse. Deshalb freuen wir uns sehr auf die Fortsetzung», sagt er.

Wieder dabei sein wird in Zuchwil auch Stefan Studer, Sieger des letztjährigen Wettbewerbs. Der 1,91 grosse Höchstetter hatte den leuchtenden Nouss damals auf eine 303 Meter lange Reise geschickt – und gleichzeitig auf einen Trip in die Zukunft eines Schweizer Traditionssports.

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