ITF-Future-Turnier
Ein Aufschlag-Riese stört den Tag der Schweizer

Favorit Henri Laaksonen scheitert am ITF-Future-Turnier in Trimbach.

Raphael Wermelinger
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Henri Laaksonen scheiterte gestern im Viertelfinal am Russen Daniil Medvedev.

Henri Laaksonen scheiterte gestern im Viertelfinal am Russen Daniil Medvedev.

Hansruedi Aeschbacher

Am ITF-Future-Turnier in Trimbach war am Donnerstag der Tag der Viertelfinals. Zum Tag der Schweizer wurde dieser aber nicht. Ausgerechnet Henri Laaksonen, der als Nummer eins gesetzte Turnierfavorit, musste die Segel frühzeitig streichen. Dafür hielten Yann Marti und Adrien Bossel die Schweizer Farben hoch und zogen in die Runde der letzten vier ein.

Henri Laaksonen wird in der aktuellen ATP-Weltrangliste auf dem 176. Platz aufgeführt. Damit ist er der mit Abstand bestklassierte Spieler, der in Trimbach auf die Titeljagd ging. So spielte sich Laaksonen denn auch souverän und ohne Satzverlust in die Viertelfinals. Dort wartete mit dem Zwei-Meter-Hünen Daniil Medvedev aber ein harter Brocken. Laaksonen holte sich den ersten Satz dank des Breaks zum zwischenzeitlichen 4:2 mit 6:3. Im zweiten Satz drehte Medvedev dann aber deutlich auf.

Die grösste Waffe des Russen: der Service. Waren die Aufschläge der Nummer sechs des Turniers anfangs noch «nur» knallhart, kam im zweiten Durchgang auch noch die nötige Präzision hinzu. Medvedev brachte seine Aufschlagsspiele in der Folge jeweils ohne grosse Probleme durch, während Laaksonen auf der anderen Seite bei eigenem Service vermehrt Mühe bekundete. Der Schweizer kassierte im zweiten Satz früh das Break zum 1:3 aus seiner Sicht. Dies war bereits die Entscheidung, denn Medvedev liess bei eigenem Aufschlag nichts mehr anbrennen.

Unverändertes Bild im entscheidenden dritten Satz: Laaksonen brachte sein erstes Aufschlagsspiel mit Ach und Krach durch, musste bereits wieder Breakbälle abwehren. Medvedev dagegen knallte Laaksonen die Services regelrecht um die Ohren und holte sich das folgende Game locker zu null.

Der Schweizer wankte nicht nur beim Aufschlag, sondern leistete sich nun auch aus dem Spiel heraus immer mehr unerzwungene Fehler. Die Folgen: Medvedev holte sich das Break zum 2:1, bestätigte dieses anschliessend, und der sichtlich frustrierte Laaksonen schleuderte darob seinen Schläger frustriert quer durch die Halle. Eine spielerische Reaktion fand der Schweizer nicht mehr. Nach etwas mehr als anderthalb Stunden beendete Medvedev die Partie standesgemäss mit einem Ass.

Marti und bossel weiter

Trotz Laaksonens Scheitern stehen die Chancen auf einen Schweizer Turniersieger in Trimbach bei fünfzig Prozent. Denn mit Adrien Bossel und Yann Marti schafften zwei Schweizer den Einzug in die Halbfinals. Der 29-jährige Bossel lieferte sich mit dem zehn Jahre jüngeren Franzosen Enzo Couacaud einen zweistündigen Abnützungskampf. Bossel holte sich den ersten Satz mit 6:3 – wegweisend war dabei das Break zum 4:2. Danach bekam aber der Franzose immer mehr die Oberhand.

Beim Stand von 4:3 aus seiner Sicht konnte Couacaud den Schweizer breaken und wenig später nach Sätzen egalisieren. Völlig offen verlief dann der dritte Durchgang. Erst ganz am Schluss konnte Bossel seinem Gegner den Aufschlag abnehmen und das Spiel dank des 6:4-Satzgewinns für sich entscheiden. Weniger Mühe bekundete Yann Marti: Der 27-Jährige setzte sich gegen den Weissrussen Ilya Ivashka mit 7:6 und 6:2 durch. Damit ist Marti der einzige Halbfinalist, der noch keinen Satz abgeben musste.

Die einzige Viertelfinal-Partie ohne Schweizer Beteiligung ging an den Holländer Niels Lootsma. Obwohl der 21-Jährige in Trimbach den Umweg durch die Qualifikation auf sich nehmen musste und mehr Spiele in den Beinen hatte als sein Gegner Kevin Krawietz, gewann er in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:2.

Der Deutsche fand nie ein Mittel gegen die druckvollen Aufschläge von Lootsma. In den Halbfinals kommt es heute somit zu den Duellen Yann Marti gegen Daniil Medvedev sowie Alain Bossel gegen Niels Lootsma. Zudem steht bereits das Doppel-Finale an, für das sich die beiden topgesetzten Teams qualifiziert haben: Das deutsche Duo Johannes Härteis/Kevin Krawietz trifft auf den Weissrussen Uladzimir Ignatik und den Slowaken Adrian Sikora.

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