Kunstturn-EM
Digitale Unterstützung für Benjamin Gischard an der Heim-EM

Diese Woche finden in der St.Jakobshalle in Basel die Kunstturn-Europameisterschaften statt. Mit von der Partie ist auch der Solothurner Benjamin Gischard, der an seinen besten Geräten um die Finalteilnahme kämpft.

Nicolas Blust
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Sie drehen sich um die eigene Achse, rotieren mehrmals und landen danach filigran auf ihren Füssen. Die Kunstturnerinnen und Kunstturner beeindrucken mit ihrer Beweglichkeit, ihrer Kraft sowie mit ihrer Eleganz gleichermassen. Diese Woche sind die 270 besten Kunstturnerinnen und Kunstturner aus Europa in der St.Jakobshalle in Basel versammelt. Am Wochenende kämpfen sie an den verschiedenen Geräten um den Europameistertitel.

Benjamin Gischard hofft an der Heim-EM in Basel darauf, sich am Boden und im Sprung für den Finalwettkampf qualifizieren zu können.

Benjamin Gischard hofft an der Heim-EM in Basel darauf, sich am Boden und im Sprung für den Finalwettkampf qualifizieren zu können.

Keystone

Unter ihnen ist auch der Solothurner Kunstturner Benjamin Gischard. Der 25-Jährige hat sich für den Wettkampf in Basel einiges vorgenommen. «Ich möchte ein super Ergebnis raushauen», sagt Gischard im Vorfeld der Titelkämpfe in Basel. Da die EM für viele die Generalprobe für die Olympischen Spiele diesen Sommer in Japan sind, gilt es natürlich seine gute Form unter Beweis zu stellen.

Mehrere Verletzungsrückschläge in der Vorbereitung

Gischard ist mit seinem Formstand vor der Europameisterschaft zufrieden: «Ich habe gute Trainings gehabt und konnte konstant gute Übungen hinstellen.» Das sei nicht selbstverständlich, lief die Vorbereitung in den letzten Wochen und Monaten doch nicht immer nach Plan. Immer wieder hatte der Student aus Herzogenbuchsee kleinere Verletzungen, die ihn in seinem Trainingsplan zurückwarfen: «Ich hatte am Anfang des Jahres immer wieder Schmerzen im rechten Knie.» Als die Knieschmerzen auskuriert waren, streikte dann auf einmal der Rücken.

«Als ich dann im Rücken endlich wieder schmerzfrei war und wieder trainieren konnte, begann auf einmal meine Schulter zu schmerzen», sagt der 25-Jährige über seine Verletzungsrückschläge Anfang Jahr. Trotzdem sei er mit dem Formaufbau hinsichtlich der EM und den Olympischen Spielen auf Kurs: «Vor allem am Boden konnte ich im Training konstant gute Leistungen zeigen.» Weniger weit als erhofft ist Gischard indes beim Sprung.

Trotz Verletzungssorgen in der Vorbereitung ist Gischard mit seiner Form zufrieden und will seine Topplatzierungen der EM 2019 in Polen wiederholen.

Trotz Verletzungssorgen in der Vorbereitung ist Gischard mit seiner Form zufrieden und will seine Topplatzierungen der EM 2019 in Polen wiederholen.

Keystone

In einer seiner Paradedisziplinen, wo er sich 2019 zum Schweizer Meister krönen durfte, hat der Solothurner noch Luft nach oben: «Am Sprung bin ich noch nicht ganz so weit, wie ich es sein sollte», sagt Gischard kritisch. Trotzdem traut er sich in Basel etwas zu. «Das Ziel ist sicher, sich einen Finalplatz am Boden oder im Sprung ergattern zu können», sagt er kämpferisch.

Gute Erinnerungen an die letzte Heim-EM 2016 in Bern

Aufgrund der Coronapandemie finden sämtliche Wettkämpfe in der Halle ohne Zuschauer statt. Eine ungewohnte Situation für Benjamin Gischard und die Schweizer Delegation. «Es ist sicher eine Enttäuschung, dass keine Fans in der Halle sind, um uns anzufeuern», sagt der Solothurner über das Zuschauerverbot.

Im Hinterkopf hat er dabei immer noch die Heim-EM aus dem Jahr 2016 in Bern. Von einem frenetischen Publikum wurden die Schweizer Turnerinnen und Turner zu Höchstleistungen angespornt: «Es war eine so coole Atmosphäre in Bern. Die Zuschauer haben uns bis an das Limit gepusht. Deswegen ist es extrem schade, dass wir dieses Mal ohne Zuschauer turnen müssen.» Trotzdem müsse man die Situation so akzeptieren, wie sie ist. Er könne solche Dinge schliesslich nicht beeinflussen, meint der 25-Jährige.

Benjamin Gischard (ganz links) durfte sich an der Heim-EM 2016 in Bern über die Bronzemedaille im Teamwettbewerb freuen.

Benjamin Gischard (ganz links) durfte sich an der Heim-EM 2016 in Bern über die Bronzemedaille im Teamwettbewerb freuen.

Keystone

Hautnah dabei sein dank dem erstmaligen Digitalticket

Trotz Zuschauerverbot in der St.Jakobshalle können die Kunstturnfans die Titelkämpfe in Basel hautnah verfolgen. Auf der Website des Anlasses, auf basel2021.com, sind alle Qualifikations- und Finalwettkämpfe via Livestream zu sehen. Dabei kann der Zuschauer zwischen verschiedenen Kameras wählen und damit entscheiden, welche Übung an welchem Gerät er verfolgen möchte.

Die Finalwettkämpfe am Samstag und am Sonntag werden zudem live vom SRF übertragen. Für die, die noch näher am Geschehen in der Halle sein wollen, haben sich die Organisatoren etwas Spezielles einfallen lassen. Für die einzelnen Wettkampftage sind je 500 Digitaltickets erhältlich. Für einen Preis von 22.90 kann der Käufer sich per Livestream auf eine von drei Grossleinwänden in der Halle beamen lassen. Dabei ist man visuell wie auch akustisch für die Turnerinnen und Turner erkennbar.

Auf diese Weise erhalten Benjamin Gischard und seine Kollegen doch noch ein wenig Unterstützung von den einheimischen Fans. Und vielleicht hilft die digitale Unterstützung dabei, dass Gischard sein Ziel erreicht und an seinen Lieblingsgeräten Sprung und Boden in den Final vorstossen kann.

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