Kunstturnen
Die Solothurner sind die grossen Abräumer an den Schweizer Meisterschaften

Fünfmal Edelmetall an den nationalen Titelkämpfen in Widen AG: Damit hatte man im Lager der Solothurner nicht gerechnet. Der Wolfwiler Simon Nützi gewinnt die Goldmedaille an den Ringen.

Michael Forster
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Simon Nützi ist der beste Ringturner der Schweiz.

Simon Nützi ist der beste Ringturner der Schweiz.

Roland Jaus

Dass die fünf Podestplätze bei ebenso vielen Finalteilnahmen resultierten, zeigt, wie effizient die Solothurner agierten – sehr zur Freude von Tino Ettorre, dem Präsidenten der Kunstturner-Vereinigung des Kantons Solothurn.

«Was wir heute erreicht haben, ist grandios», hielt er mit lobenden Worten nicht zurück. «Vor allem mit einer goldenen Auszeichnung hatten wir nicht unbedingt gerechnet.» Dass diese an Simon Nützi ging, hatte sich aber irgendwie abgezeichnet, hatte der 24-Jährige doch schon in der Qualifikation an den Ringen die höchste Note totalisiert.

Und dies, obwohl er die Vorbereitung auf die Meisterschaften, alles andere als entspannt, hatte in Angriff nehmen können. Denn Nützi plagen seit längerer Zeit Rückenprobleme: «Das war auch der Grund, weshalb ich nicht das ganze Programm turnen konnte und mich, stattdessen, auf diese beiden Geräte fokussiert habe.»

Nächster Auftritt in Olten

Den zweiten erfolgreichen Auftritt hatte der Wolfwiler am Pauschenpferd, wo er sich Rang 3 sicherte. Er sei zwar noch nicht ganz beschwerdefrei, so Nützi, doch es gehe zunehmend besser. Bereits vor vier Jahren stand er einmal zuoberst auf dem Podest, damals holte er den Titel in der Bodenübung.

«Ich war damals noch nicht in der Nationalmannschaft, der Titel kam eher überraschend. Diesmal», so der neue Schweizer Meister, «konnte ich mir die Chancen im Vorfeld ausrechnen, ich wusste, dass es reichen könnte. Doch dafür musste es mir wirklich gut laufen.»

Seinen nächsten Auftritt hat Simon Nützi in zwei Wochen an den Schweizer Mannschaftsmeisterschaften in Olten, wenn er mit den Solothurnern vor der Haustüre einen Podestplatz anvisiert. Und er ist zuversichtlich, bis dahin wieder alle Geräte absolvieren zu können. «Ich werde wohl noch nicht überall die volle Schwierigkeit zeigen können, eine Übung sollte aber an jedem Gerät drinliegen.»

Mit von der Partie wird dannzumal auch Benjamin Gischard sein. Der erst 18-Jährige aus Herzogenbuchsee war die zweite grosse Solothurner Figur an den Schweizer Einzelmeisterschaften und holte gleich drei Medaillen.

Wie auch Simon Nützi war Gischard zuletzt gesundheitlich angeschlagen und schlug sich mit Schulterproblemen herum. Nicht zuletzt deshalb zeigte sich Tino Ettorre doch ziemlich überrascht von der Ausbeute des Teenagers. «Man hat sein Jugend-Potenzial sehr gut gesehen, jetzt kann er es umsetzen.»

Die ganz grossen Figuren waren in Widen aber Giulia Steingruber und Eddy Yusof, welche sich souverän die Titel im Mehrkampf sicherten. Steingruber patzte einzig am Balken, gewann jedoch die drei anderen Geräte und war national einmal mehr ohne Konkurrenz. Yusof seinerseits holte insgesamt dreimal Gold sowie einmal Bronze – und zwar an den Ringen hinter dem Duo Nützi/Gischard.

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