Biel
Die Luft wird dünn für den FC Biel

Der FC Biel hat gestern eine Stellungnahme zu einer eventuellen Lizenzverweigerung durch die Swiss Football League an die zuständige Stelle gesandt und sich mit Vertretern der Stadt Biel getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Oliver Menge
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Das Stadion Gurzelenmüsste von Grund auf saniert werden - was einem Neubau etwa gleich kommt

Das Stadion Gurzelenmüsste von Grund auf saniert werden - was einem Neubau etwa gleich kommt

Oliver Menge

Die Swiss Football League will dem FC Biel die Lizenz für die Challenge-League für nächste Saison verweigern (wir berichteten). Der Club sei finanziell, personell und strukturell zwar Challenge League-tauglich. Grund seien die gravierenden Mängel im Stadion Gurzelen, wie ein Experte in einem Bericht zuhanden der zuständigen Lizenzkommission der Swiss Football League (SFL) festhielt. Zu kleine Garderoben, nicht der Norm entsprechender Eingangsbereich, fehlende Notausgänge, zu schmale Treppen von und zur Tribüne, fehlende Presseplätze und vieles mehr wurde bemängelt, ein Dossier von über 30 Seiten. Der FC Biel hatte bis gestern Dienstag Zeit, diese Mängel zu beheben, ein Ding der Unmöglichkeit.

Vorausgegangen war der ganzen Sache der Austritt der Stadt Biel aus dem Baurechtsvertrag mit der Alstone SA, die für die Mantelnutzung der neuen «Stades de Bienne» (wir berichteten). Die Generalunternehmerin HRS hat nun noch bis am 30. Juni Zeit zu entscheiden, ob sie die Stadien baut oder nicht.

Baubeginn des Stades de Bienne ist gefährdet

Der FC Biel hatte in den letzten vier Jahren jeweils eine provisorische Lizenz für die zweithöchste Fussballliga erhalten, immer unter dem Gesichtspunkt, dass die Stades de Bienne gebaut werden und dem Klub spätestens 2015 eine neue Heimat bieten. Das scheint nun ernsthaft gefährdet, da der Baubeginn nun nicht festgelegt ist, vorgesehen wäre spätestens der 30. Dezember diesen Jahres.

Der FC Biel stellt sich in seiner Stellungsnahme auf den Standpunkt, dass die Lizenz nicht vorenthalten werden sollte, da die Baubewilligung für die Stades de Bienne nach wie vor rechtsgültig sei und einzig das verlangte Datum des Baubeginns bis am 30. Juni noch ausstehe. Dass dieses dannzumal durch den Generalunternehmer HRS auf Ende 2012 festgelegt werde, dazu bestünden aus Sicht der Stadt Biel und des FC Biel positive Signale.

Stadt will alles Erdenkliche unternehmen um den FC Biel zu helfen

Falls HRS die Stades de Bienne nicht baut, will die Stadt Biel das Stadion Gurzelen von Grund auf sanieren - was einem Neubau etwa gleich kommt. Stadtpräsident Erich Fehr hat bereits letzte Woche zugesichert, dass die Stadt alles Erdenkliche unternehmen will, um dem FC unter die Arme zu greifen, allerdings immer im Rahmen des Möglichen, den es zuerst noch abzustecken gilt.

In einem Treffen von FC-Verantwortlichen mit Vertretern der Stadt wurden diese Zusicherungen nochmals bestätigt, will heissen, die Stadt Biel würde bis Ende Jahr für 300000 Franken die allernötigsten Sanierungen vornehmen und dann einen «Plan B» umsetzen, den es allerdings noch zu konkretisieren gilt.

Die drei Varianten

In einem weiteren Szenario würde der FC Biel nach Neuenburg in die Maladière ausweichen. Diese Möglichkeit würde den FC Biel 60000 Franken Miete an die Stadt Neuenburg und die Mehrausgaben für Polizeieinsätze kosten, sowie höchstwahrscheinlich Sponsorenverluste und einen massiven Zuschauerrückgang mit sich bringen.

Für diese drei Varianten - Bau der Stades de Bienne durch HRS, Sanierung des Stadions durch die Stadt und Ausweichen nach Neuenburg - hat der FC nun Anträge für eine provisorische Lizenz gemacht. Ende Woche wollen sich Vertreter der Stadt mit einem Verantwortlichen für Sicherheit beim SFL treffen, von dem die meisten Mängel beanstandet wurden und ihn vom guten Willen des FC's und der Stadt Biel überzeugen.

Den Entscheid wird aber die Lizenzkommission der SFL fällen. Und ob deren Geduld noch reicht, ist fraglich.

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