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Die Inkonstanz verschwindet so schnell nicht: Der EHC Olten gewinnt in Winterthur erst im Penaltyschiessen

Der EHC Olten wendet einen 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung, um diese dann wieder unglücklich herzugeben. Im Penaltyschiessen sichern sich die Oltner doch noch den Zusatzpunkt.

Silvan Hartmann
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Das Duell zwischen Olten und Winterthur musste im Shootout entschieden werden.
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Dion Knelsen trifft den ersten Penalty. Er erwischt Daniel Guntern zwischen den Beinen.
Leonardo Fuhrer scheitert mit seinem Penalty-Versuch.
Torhüter Daniel Guntern hält den zweiten Penalty von Garry Nunn.
Garry Nunn kommt vor Lucas Bachofner und Mike Küng zum Abschluss.
Cedric Maurer an der Scheibe.
Tim Wieser im Duell mit Janis Elsener.
Cedric Hüsler kann den Puck nicht mehr entscheidend ablenken.
Evgueni Chiriayev setzt sich gegen Nico Engeler und Zack Torquato durch.
Janis Elsener, Cedric Maurer,Torschütze Diego Schwarzenbach und Silvan Wyss jubeln über den 2:1-Führungstreffer.
Die Szene vor dem 1:2. Silvan Wyss kommt vor Samuele Pozzorini und Torhüter Daniel Guntern an den Puck.
Dion Knelsen mit einem Abschluss.
Evgueni Chiriayev beim Versuch, einen Schuss abzulenken.
Winti-Torhüter Daniel Guntern hatte einiges zu tun gegen die Powermäuse.
Trainer Fredrik Söderström hat in der ersten Drittelspause die richtigen Worte gefunden. Die Oltner drehen die Partie im zweiten Drittel zu ihren Gunsten.
Dominic Weder mit einem Abschluss im ersten Drittel.
Torhüter Silas Matthys pariert einen Schuss. Im zweiten Drittel hält er seinen Kasten sauber.
Olten-Topscorer Gary Nunn an der Scheibe.
Der Winterthurer Zack Torquato bringt Dion Knelsen zu Fall.
Topscorer Garry Nunn im Duell mit Nico Engeler.
Oltens Dion Knelsen kämpft gegen Silvan Hess um die Scheibe.

Das Duell zwischen Olten und Winterthur musste im Shootout entschieden werden.

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37 Schüsse wiesen die Statistiker aus – und es waren gefühlt mindestens die Hälfte mehr. Noch einmal ein Anrennen hier, noch einmal einen Vorstoss da, einen Abschluss dort. Der EHC Olten erhöhte in den sieben, acht Schlussminuten der Partie beherzt die Kadenz, doch die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor.

Und weil die Oltner auch nicht in der Verlängerung das entscheidende Tor fanden, entschied das Penaltyschiessen. Dort hielt hinten der einmal mehr überragende Torhüter Silas Matthys sechs von acht (!) Penaltys und vorne sorgten Dion Knelsen (2 Mal) und Garry Nunn dafür, dass der EHC Olten doch noch zu einem Sieg kam.

Doch mit diesem Zusatzpunkt konnten die Powermäuse nicht zufrieden sein. «Ich sah bei den Spielern eine Menge Frustration – ich kann der Mannschaft nicht vorwerfen, keinen Kampfgeist gezeigt zu haben. Aber nach dem Sieg gegen ­Sierre hätte ich mir schon mehr erhofft. Aber es ist immer schwierig nach einem Spiel zu behaupten, man hätte einen Sieg verdient, wenn man es auf dem Eis nicht schafft. Es war schlicht nicht gut genug. Wir dürfen von uns mehr erwarten», bilanzierte Trainer ­Fredrik Söderström trotz Sieg enttäuscht.

Die Suche nach der Konstanz

Mal überragend, mal ungenügend, mal mittelmässig. Der EHC Olten überrascht bislang in dieser Saison auf allen Ebenen – und so auch gestern in Winterthur. Wer dachte, dass die Powermäuse in der Zielbau-Arena an der Saisonbestleistung von Sierre anknüpfen würden und der 5:0-Sieg eine Art Befreiungsschlag gewesen wäre, wurde arg enttäuscht.

Und so muss die Truppe festhalten, dass die Inkonsistenz eben doch nicht so schnell verschwinden will. «Wir haben nach der Quarantäne viel über unsere Identität gesprochen, über die wir die Konstanz finden wollen. Konstanz ist der Schlüssel zum Erfolg. Wie man das schafft? Sogar noch mehr Videos studieren, noch härter trainieren, noch disziplinierter spielen. Ich bin überzeugt, dass wir mit Demut und Hartnäckigkeit dorthin gelangen, wo wir sein wollen», so Fredrik Söderström.

Die Wende wieder ­hergegeben

Der EHC Olten startete zwar lauffreudig und mit einem aggressiven Forechecking in die Partie, tat sich aber ungemein schwer, qualitativ hochkarätige Abschlüsse abzugeben. Und schliesslich kamen sie immer seltener vor das Winterthurer Tor, weil man im Spielaufbau überhastet das Zuspiel suchte und dabei zu oft die Scheibe an den Gegner verschenkte. Und so sahen sich die Oltner unlängst mit dem Rückstand konfrontiert. Es dauerte bis zur Spielmitte, bis die Powermäuse darauf reagierten konnten: Carbis war für den Ausgleich mittels Abstauber besorgt.

Es war ein Weckruf, worauf die Oltner fortan die klar spielbestimmendere Mannschaft war. Schwarzenbach vermochte nur sechs Minuten später die Führung erzielen. Doch statt den Winterthurern den Todesstoss zu verpassen, liessen die Oltner den Gastgeber mit dem völlig unnötigen 2:2-Ausgleich wieder ins Spiel kommen (44.).

«Das ist besonders frustrierend, dass wir uns da selber in die Bredouille bringen und da die Führung nicht halten konnten. Aber es würde mich noch viel nachdenklicher stimmen, wenn es am Willen gescheitert wäre. Aber das tat es nicht und das stimmt mich positiv. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als weiterhin hart zu arbeiten und an uns zu glauben», bilanzierte Söderström.

Verrücktes Penaltyschiessen

Es war ihnen in der Tat gutzuhalten: Verzweifelt rannten die Oltner in den Schlussminuten an, gewillt den Siegestreffer zu schiessen, doch schliesslich musste die Partie in einem verrückten Penaltyschiessen entschieden werden: 2:0 schossen sich dort die Oltner sehenswert in Front, gaben die Führung wieder her, ehe Dion Knelsen mit dem insgesamt 16. Penalty des Abends den Zusatzpunkt für Olten ins Trockene brachte.

Immerhin: Mit dem Sieg im Penaltyschiessen macht der EHC Olten weiter Boden gut und steht mit 19 Zählern aus 12 Spielen und einem Punkteschnitt von 1,58 Punkten pro Spiel vorübergehend auf Platz 6. Die Chance, in der Tabelle weiter hochzuklettern, erhalten die Oltner am Freitag zu Hause gegen die GCK Lions. Welches Gesicht die Powermäuse wohl dann zeigen?

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