Eishockey
Die EHCO-Familie zieht an einem Strick

In einer Kick-off-Woche trainieren die NLB-Mannschaft und der Nachwuchs des EHC Olten gemeinsam.

Jürg Salvisberg
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«Der Fuchs geht um» – für einmal in anderer Umgebung: Stefan Hürlimann (rechts) und Paolo Morini wärmen sich mit den Kleinsten auf.bruno kissling

«Der Fuchs geht um» – für einmal in anderer Umgebung: Stefan Hürlimann (rechts) und Paolo Morini wärmen sich mit den Kleinsten auf.bruno kissling

Bruno Kissling

Obwohl das Kalenderblatt noch Juli anzeigt, grassiert im Stadion Kleinholz schon das Eishockeyvirus. Eine Woche vor dem ersten offiziellen Eistraining startete die NLB-Mannschaft des EHC Olten am Montag zu einer Kick-off-Woche mit dem Nachwuchs. Alle Spieler mit Ausnahme von Justin Feser (noch in Übersee) und Cyrill Aeschlimann (Ferien) packen bei der Premiere mit an und trainieren jeweils zu acht eine Altersgruppe von total 79 Junioren. Im Hintergrund sorgt zusätzlich ein Helferstab für einen reibungslosen Ablauf.

Spieler mit J+S-Ausbildungen

Inklusive Mittagessen in der «Muusfalle», das zusammen mit einem T-Shirt und einem Mannschaftsfoto im Elternbeitrag von 100 Franken inbegriffen ist, folgt alles dem Rotationsprinzip: So wärmten sich am Montagmorgen etwa die Jahrgänge 2006 bis 2011 mit Ballspielen im Freien auf, während die mittlere Altersgruppe (2003 bis 2005) ihre Lektion auf dem Eis absolvierte. Am meisten ins Schwitzen kamen gleichzeitig die ältesten Nachwuchsspieler (1999 bis 2002), die zuerst mit Kräftigungsübungen in der Curlinghalle und dann mit Fussball auf dem Kunstrasen gefordert waren.

Die Programmhoheit haben die drei Teamchefs der Altersgruppen. Marco Truttmann, Diego Schwarzenbach und Martin Ulmer verfügen über J+S-Ausbildungen. Marco Truttmann freut sich, das Grundkurswissen nun erstmals anwenden zu können. «Die Themen des jeweiligen Tages sind gegeben, aber in der Gestaltung sind wir frei.» Der Spass an der Zusammenarbeit zwischen Profispielern und Nachwuchs ist sichtlich beidseitig vorhanden.

EHCO-Assistenztrainer Dino Stecher, der zusammen mit Sportchef Köbi Kölliker sowie Heinz Brändli und Andreas Schneeberger vom Nachwuchs seit letztem November die Idee konkretisiert hat, ist über die Resonanz des Projekts bei seinen Spielern erfreut. Abgesehen von den Vorteilen der sanften Rückkehr aufs Eis sei es wichtig, dass sich die Akteure auch mal von einer anderen Seite als Organisatoren und Eishockeylehrer zeigen könnten.

Auch eine Frauensache ...

Für Dino Stecher, der als ehemaliger Kursleiter in einem Camp mit 150 Jugendlichen praktische Erfahrungen einbrachte, ist ausserdem wertvoll, dass die viel gepriesene Zusammenarbeit im Verein sichtbar wird. «Man lernt sich kennen und ist einander in der Saison nicht mehr fremd.» Wenn der Prototyp erfolgreich ist, möchten die Verantwortlichen Richtung Eishockeycamp steuern.

An dieser Idee, die über die bisherige Intensivwoche in den Herbstferien hinausgeht, arbeitet auch Barbara Rötheli, die Schwester von EHCO-CEO Peter Rötheli, mit. Zu Beginn der Kick-off-Woche musste das Vorstandsmitglied des EHCO 2000 beim Eintrudeln aller Eltern und Kinder den Überblick über die Einteilungen wahren. Zudem stellte sie die Zwischenverpflegung der Junioren sicher.

Neben den Spielern der ersten Mannschaft und den Funktionären braucht es gerade auch die Helferinnen. Sandra Hagmann wirbelte am ersten Morgen zwischen Spielerbänken und Garderoben hin und her, um als Koordinatorin, Nothelferin, Seelsorgerin, Trikotverwalterin und Toiletten-Zuweiserin überall dort Hand anzulegen, wo diese gebraucht war. «Solche Anlässe braucht der Nachwuchs. Mit der ersten Mannschaft zusammen ist es lässig.» Seit über zehn Jahren engagiert sie sich in der Juniorenabteilung, derzeit als Betreuerin der Novizen, als Punktrichterin und dann und wann auch als Zuständige für Materialangelegenheiten.

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