SC Fulenbach oder FC Bellach − wer gewinnt den Solothurner Cup 2018? Fulenbach ist in der laufenden Zweitliga-Meisterschaft Co-Leader mit Subingen, verfügt mit 54 Toren in 17 Spielen über die beste Offensive und hat mit Simon Affentranger den Liga-Topskorer in seinen Reihen.

Der FC Bellach auf der anderen Seite ist der Titelverteidiger, liegt aktuell auf Platz fünf in der 2. Liga und weist die statistisch zweitbeste Defensive auf − nur 20 Gegentreffer in 17 Meisterschaftsspielen.

SC Fulenbach hat einen Lauf

Der Lauf der letzten Wochen spricht für den SC Fulenbach. Dieser unterlag zwar im Direktduell Mitte April in Bellach mit 1:2. Seither feierte Fulenbach aber drei Siege − 6:2 gegen Iliria, 6:2 gegen Welschenrohr und 3:2 gegen Grenchen − und ist voll ins Meisterrennen involviert.

Beim FC Bellach dagegen ist seit dem Sieg gegen den SCF der Wurm drin. 0:1 gegen Trimbach, 3:5 gegen Iliria und zuletzt ein 1:2 beim SC Blustavia. Aufgrund dieser drei Niederlagen verloren die Bellacher den Anschluss an die Tabellenspitze.

Der Weg ins Endspiel

Im Cup ist Bellach seit Oktober 2015 ungeschlagen. In der letzten Saison gewannen die Leberberger den Final gegen den Türkischen SC Solothurn mit 1:0. Ohne grosse Probleme zog Bellach auch dieses Jahr ins Endspiel ein. Eng wars lediglich beim 4:3-Sieg in Mümliswil im Viertelfinal.

Davor schalteten die Bellacher Solettese (4. Liga) mit 10:0 sowie den FC Egerkingen (3. Liga) mit 4:0 aus. Im Halbfinal liess das Team, welches vom Duo Sandro De Cubellis und Oscar Tavoletta trainiert wird, dem FC Härkingen keine Chance (4:1).

Weit mehr Mühe bekundeten die Fulenbacher auf ihrem Weg nach Biberist: ein 2:0 gegen Kestenholz (3. Liga), 3:1 nach Verlängerung gegen Canspor (4. Liga) und ein 3:2 gegen den Ligakonkurrenten Trimbach im Viertelfinal. Dafür gewann der SCF das Halbfinal gegen den FC Iliria (2. Liga) gleich mit 6:0.

Dreimal mehr als 20 Tore

Der Fulenbacher Simon Affentranger ist momentan der beste Spieler der Solothurner 2. Liga. Der 30-jährige Offensivspieler ist prädestiniert dafür, morgen zum Matchwinner zu avancieren. Affentranger war 2014/15 mit 25 Toren Topskorer der Solothurner 2. Liga, ehe er für anderthalb Saisons in die 2. Liga inter zum FC Langenthal wechselte.

Er kehrte auf die Rückrunde 16/17 zurück und landete in dieser noch 20 Treffer. Bei dieser Marke ist er auch nach 17 Partien in der laufenden Meisterschaft bereits wieder angelangt. Am Samstag schoss er Fulenbach in Grenchen mit dem Game-Winner zum 3:2-Sieg.

Simon Affentranger macht seine Mitspieler besser

«Wir haben einige Spieler im Team, die viele Tore schiessen», relativiert er. «Ich durfte bis jetzt einfach am meisten machen.» Fabian Wyss steht bei neun Liga-Toren, Yanick Boss, Rafael Ingold sowie Kevin Lenz bei je fünf. Würde man Simon Affentrangers Tore abziehen, käme der SC Fulenbach immer noch auf 34, also eines mehr als der FC Bellach.

Simon Affentranger vom SC Fulenbach dürfte von den Bellachern nur schwer unter Kontrolle zu halten sein.

Simon Affentranger vom SC Fulenbach dürfte von den Bellachern nur schwer unter Kontrolle zu halten sein.

«Es funktioniert nicht nur mit mir», stellt er klar, «sie erreichten auch ohne mich den zweiten Platz in der Liga und qualifizierten sich vor zwei Jahren für den Cupfinal.» Dass er die Mitspieler allein durch seine Präsenz besser macht, kann er nicht abstreiten.

Offene Ausgangslage

Einen Favoriten gibt es in den Augen von Simon Affentranger morgen nicht. Was in der Liga passiert sei, zähle im Finale nicht. Weder die 1:2-Niederlage vor einem Monat im Direktduell, die er mit vielen Absenzen und den deshalb nötigen Umstellungen im Team begründet.

Noch die Formkurve der beiden Klubs: «Sie haben zwar zuletzt dreimal verloren, werden morgen aber genauso motiviert sein wie wir, den Final zu gewinnen.» Viel werde von der Tagesform abhängen. Und davon, welches Team mit der speziellen Cupfinal-Situation besser umgehen kann.

«Vor mehr als 2000 Zuschauern zu spielen, erlebt man als Regionalfussballer nicht so oft», weiss Affentranger. Er erlebte es vor fünf Jahren, als er mit Fulenbach den Cup gewann. «Wir haben einige junge Spieler im Kader. Die werden wohl schon ein bisschen nervöser sein als sonst. Ich bin aber sicher, dass sie trotzdem abliefern werden, was sie können.»

Ende Saison ist für Trainer Martin Hert Schluss

Die Junioren sieht er auch als Hauptgrund für den Erfolg in den letzten Jahren mit drei zweiten Plätzen in Serie in der 2. Liga. Fulenbach sei ein gesunder Verein, der auf eigene Junioren setzt: «Sie sind zwar teilweise erst 16, 17 Jahre alt, wenn sie in die erste Mannschaft kommen, haben aber ein super Niveau. Und sie werden von unserem Trainer perfekt ins Team integriert.»

Martin Hert wird seine Arbeit beim SC Fulenbach Ende Saison nach vier Jahren beenden. Eine zusätzliche Motivation für die Spieler, sagt Simon Affentranger, für den der Cup wichtiger ist als die Meisterschaft: «Wir hatten es immer sehr gut mit ‹Tinu›. Er ist mit Leib und Seele dabei und behandelt jeden Spieler gleich. Wir wollen ihm definitiv noch einen Titel ermöglichen.»