Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Das Motto gilt offenbar für die Orientierungsläufer: Nicht weniger als 429 Dreierteams, also fast 1300 Läuferinnen und Läufer, gingen gestern Sonntag in Biberist an den Start der Team-Schweizer-Meisterschaften.

Bei schwierigen Bedingungen setzten sich in der Elite sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Favoriten durch. Auch für die Nachwuchsförderung der OLG Biberist Solothurn war es ein erfreulicher Tag: Bei den Mädchen der Kategorie D10 gewann mit Lotta Marit Lüthi, Sophie Nyfeler und Jelena Hard das Team des Veranstalters.

Zum Abschluss der Schweizer OL-Saison regnete es am Sonntagmorgen nur einmal – von der ersten bis zur letzten Minute. Der Regen sei eigentlich nur vor dem Start ein Problem, «bis man sich überwunden hat», fand Beat Roth, der Bahnleger aus Selzach. Trotzdem sei der Teamwettkampf ein OL-Leckerbissen.

«Diesmal geht es nämlich nicht alleine darum, die Posten möglichst schnell anzulaufen. Man muss vor allem auch die Kräfte innerhalb des Teams taktisch geschickt einteilen», erklärte Roth. «Bei den meisten Posten genügt es, wenn nur die Person mit dem Batch erscheint. Man kann also wertvolle Sekunden gewinnen, wenn zum Beispiel einer alleine einen Sprint zu einem Posten macht, während sich die beiden anderen etwas erholen und sich schon weiter orientieren. Nur bei den drei speziell markierten Posten müssen die drei Mitglieder jedes Teams gemeinsam im Kreis anwesend sein, um zu erfüllen.»

Insgesamt 80 Posten

«Wegen des dichten Wegnetzes wirken sich hier bereits kleine Orientierungsfehler entscheidend aus», analysierte Beat Roth das Gebiet im Wald auf dem Hügel zwischen Biberist, Lohn-Ammannsegg, Lüsslingen und Solothurn, in welchem er 80 Posten gestellt hatte, von denen je nach Kategorie bis zu 25 angelaufen werden mussten.

Bei den Männern lösten die Brüder Hubmann von der OL Regio Wil die Aufgabe am besten, und dies mit einem Vorsprung von über drei Minuten vor den Titelverteidigern, der Berner «ol norska» mit Jonas Mathys, Joey Hadorn und Simon Dubach. Das Siegerteam bewältigte den Parcours ohne nennenswerte Fehler. Herzogenbuchsee (Joël Morgenthaler, Severin und Florian Howald) glänzte mit einem ausgezeichneten dritten Platz.

Siegerinnen suchten Badge

Mit dem gleichen komfortablen Vorsprung von über drei Minuten siegten bei den Frauen die haushohen Favoritinnen der «ol norska» mit Sabine Hauswirth, Sarina Jenzer und Simone Niggli. Auch sie hatten einen fehlerfreien Lauf, wechselten sich unterwegs aber häufiger ab, wobei die Übergaben jeweils bestens klappten. Mit einer Ausnahme: Sie konnten sich aber sogar noch eine kurze Suchaktion nach dem Badge leisten, der ihnen bei einer Übergabe ins Gestrüpp gefallen war.

Ganz gut unterwegs war das Team Olten Regio bei den Frauen der Kategorie D120 – bis es durch ein Missverständnis gebremst wurde. Zwei der Oltnerinnen warteten beim letzten Posten, wo alle drei Läuferinnen gemeinsam erscheinen mussten, während die dritte mit dem Badge in der Hand anderswo ihre Kolleginnen suchte. Am Ende gab es trotzdem noch den 6. Platz für die Oltnerinnen, die ohne das minutenlange gegenseitige Suchen in ihrer Kategorie vielleicht sogar den 3. Schlussrang erreicht hätten.