Hornussen
Der Nouss fliegt Richtung Kriegstetten

Die zweite Mannschaft von Recherswil-Kriegstetten weiss, dass trotz des Siegs gegen Oschwand-Biembach der Kampf um den NLBLigaerhalt noch nicht vorbei ist.

Monique Iseli
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«Kriegstetten!» schreit Timo Simm von Recherswil-Kriegstetten, wenn der Nouss Richtung Dorf fliegt, «Wald!», wenn auf die Bäume auf der anderen Spielfeldseite zurast. Fast jeder Nouss flog aufgrund des Windes Richtung Kriegstetten und zeigte so auch an, auf welche Seite der spätere Sieg tendierte.

Mit seinen 15 Jahren zieht Timo Simm den Altersdurchschnitt im Team stark nach unten – und hievt die Teamleistung nach oben. Der Oekinger spielt seine erste Saison fest im NLB-Team und fühlt sich trotz eines Altersunterschieds von bis zu
40 Jahren wohl im Team. «Ich wurde von allen Seiten gut aufgenommen und fühle mich akzeptiert.» Spielführer Jürg Oberli lobt den Neuzuzüger in den höchsten Tönen. Er möchte ihn in drei Jahren in der ersten Mannschaft in der NLA spielen sehen. «Timo hat grosses Potenzial und ist eine Bereicherung für uns.»

Am Samstag empfing die zweite Mannschaft die Gegner aus Oschwand-Biembach. Die Stimmung war locker und doch konzentriert, als sich die Gäste in das Ries begaben und der Nouss auf den Bock gelegt wurde. Die zweite Mannschaft von Recherswil-Kriegstetten belegte den 14. Platz in der Tabelle und wusste, dass sie ein Sieg gegen die zehntplatzierten Gäste ein Stück weit aus dem Abstiegskampf holen würde. In beiden Durchgängen konnte das Heimteam gute Schläge sowie zwei Nummern erzielen. Auch im Ries erlaubten sich das Heimteam kaum Fehler und verfolgte mit Adleraugen den Nouss. Zweimal landete dieser gegen Ende des Spiels doch noch im Ries und so konnte Recherswil-Kriegstetten nur zwei anstelle der im Verlauf des Spiels erhofften vier Punkte einfahren.

Die jüngeren Spieler des Teams fand man tendenziell im hinteren Bereich des Spielfeldes. «Sie haben die besseren Augen als die Älteren und sehen so den Nouss am besten», erklärt Vereinspräsident Anton Schmid die Aufstellungstaktik.

Wieder im Aufwärtstrend

Nachdem Recherswil und Kriegstetten letztes Jahr fusioniert hatten, ist der neu entstandene Verein attraktiver geworden und hat einige Spieler angelockt. Doch nicht nur junge Spieler holten Recherswil-Kriegstetten nach einem missglückten Saisonstart aus der Abstiegsspirale. «Die Mischung macht es aus», sagt Schmid. Die älteren Spieler können ihre Erfahrung einringen, während von der körperlichen Fitness der Jüngeren profitiert werden kann.

Nach dem Sieg gegen Oschwand-Biembach setzt das Team den Aufwärtstrend fort. Doch Spielführer Oberli sagte an der Teambesprechung: «Wir haben den Ligaerhalt noch nicht geschafft. Jetzt heisst es weiterkämpfen, besonders wenn wir am ‹Eidgenössischen› im August mithalten wollen.»

Er bat die besten Spieler des Tages – darunter Timo Simm und Remo Winzenried, die mit scharfen Augen und flinken Aktionen zum Sieg verhalfen – in die Mitte des Spielerkreises und sprach ein dreifaches Hoch aus.

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