Unihockey
Der grosse Auftritt von Rückkehrer Patrick Mendelin

Wiler-Ersigen siegt 6:2 gegen Malans. In einer intensiven Partie mit wenigen spielerischen Glanzlichtern holt sich der amtierende Meister die Tabellenführung zurück. Rückkehrer Patrick Mendelin schoss das wichtigste Tor des Abends.

Ruedi Burkart
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Patrick Mendelin, links, im Kampf um den Ball gegen Alligators KevinBerry, rechts.

Patrick Mendelin, links, im Kampf um den Ball gegen Alligators KevinBerry, rechts.

Marcel Bieri

Die Playoffs sind nicht mehr weit. Nur noch zwei Qualifikationsrunden sind am kommenden Wochenende zu absolvieren, dann gehts ans Eingemachte. Im gestrigen Spitzenkampf zwischen Meister Wiler-Ersigen und Leader Alligator Malans kriegten die 565 Zuschauer schon mal eine kurze Kostprobe serviert, wie es in der entscheidenden Meisterschaftsphase zu- und hergehen kann. In der 43. Minute ging Wilers Goalie Samuel Zimmermann kurzzeitig k. o., nachdem Malans-Verteidiger Patrick Vetsch ohne Rücksicht auf Verluste und mit hochgeklapptem Visier in den Wiler Schlussmann geknallt war. Immerhin: Mit einem leichten Brummschädel und nach einer kurzen Pause konnte Zimmermann weiterspielen.

Mühsamer Start

Im Spitzenkampf der drittletzten Qualifikationsrunde kam Wiler nur mühsam in die Gänge. Nach den ersten 20 Minuten notierten wir aus Sicht des amtierenden Schweizer Meisters: mehr Ballbesitz, vier Minuten numerische Überzahl, wenig Konstruktives, ein Pfostenschuss von Vänttinen (17.) und ein Gegentor (14., Friolet). Gegen ein Malans notabene, das sich auf das Wesentliche konzentrierte und der fahrig agierenden Wiler-Offensive um die Scharfschützen Vänttinen, Fankhauser und Rosén kaum erfolgversprechende Aktionen zugestand. «Unser Überzahlspiel hat mich beunruhigt», so Coach Johan Schönbeck.

Was auch immer Schönbeck seinen Mannen in der ersten Pause gesagt hatte – es wirkte. Zumindest für kurze Zeit. 56 Sekunden nach Wiederanspiel versenkte Zimmermann auf Zuspiel von Vänttinen die Kugel zum Ausgleich im Netz der Bündner. Geheilt war der SVWE indes noch lange nicht. Immer wieder technische Fehler unterbrachen das Spiel der Gastgeber. Mit der fast schon logischen Konsequenz, dass die Gäste aus dem fernen Bündnerland nach 44 Minuten durch einen herrlichen Schuss von Nino Vetsch mit 2:1 in Führung gingen. «Wir spielten stets ein hohes Tempo. Aber es schaute lange Zeit nichts Zählbares heraus», bilanzierte Wilers Topskorer Isaac Rosén nach Spielschluss.

Mendelins Auftritt

Dann näherte sich die Schlussphase. Und damit die grossen Auftritte von Rückkehrer Patrick Mendelin. Der 28-jährige Basler verabschiedete sich nach der Weltmeisterschaft auf eine ausgedehnte Reise und gab gestern sein Comeback bei Wiler-Ersigen in der zweiten Sturmformation neben Vänttinen und Zimmermann. Mendelin war es, der nach 49 Minuten mit seinem Treffer zum 2:2 den totalen Umschwung einläutete.

Plötzlich lief der Wiler-Motor auf allen sechs Zylindern. Fankhauser, Rosén, nochmals Mendelin und zum Schluss Matthias Hofbauer schraubten das Skore gegen die nun heillos überforderten Bündner zum Schlussresultat von 6:2 in die Höhe. «Ich hatte schon die ganze Woche in den Trainings ein gutes Gefühl», so Weltenbummler Mendelin, «es hat Spass gemacht.» Wie es für ihn nach dieser Saison weitergeht, lässt er, der seit 2006 für den SVWE die Knochen hinhält, noch offen. «Klar, ich fühle mich hier im Verein wohl. Aber was in der kommenden Saison sein wird – das wird sich weisen.»

Am kommenden Wochenende schliesst Wiler die NLA-Qualifikation mit zwei Partien gegen Uster und Thun ab. Zwei Selbstläufer, Johan Schönbeck? Der Wiler-Coach schmunzelt: «Sie kennen meine Antwort. Jede Partie muss erst gespielt sein.»

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