Swiss-League-Playoffs
Der EHC Olten und die Schiedsrichter: Zwischen Fassungs- und Ratlosigkeit

Beim EHC Olten war die Wut auf die Schiedsrichter nach dem dritten Finalspiel gross. Die Spieler versuchen aber, trotz des einseitigen Gepfeifes gelassen zu bleiben. Abhaken und nach vorne blicken heisst die Devise. Zumal es noch andere Baustellen gibt.

Marcel Kuchta
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Werden wohl keine Freunde mehr: Schiedsrichter Joris Müller und EHCO-Captain Cédric Schneuwly.

Werden wohl keine Freunde mehr: Schiedsrichter Joris Müller und EHCO-Captain Cédric Schneuwly.

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In den Playoffs ist es verpönt, nach Niederlagen gross nach Ausreden zu suchen. Abhaken und nach vorne schauen ist die bewährte Maxime. Zumal aufseiten des EHC Olten klar ist, welches die grösste Baustelle ist: die Offensive.

Mit nur einem Treffer lässt sich nur in Ausnahmefällen – wie im zweiten Finalspiel vom Samstag (1:0) – ein Spiel gewinnen. Die Oltner wissen also, wo sie hauptsächlich den Hebel anzusetzen haben, wenn sie die Rapperswiler aus der Reserve locken wollen.

Trotzdem war im Lager des EHCO nach der 1:3-Niederlage am Ostermontag eine Mischung aus Fassungs- und Ratlosigkeit zu spüren. Nicht wegen der eigenen Leistung auf dem Eis, die gut, aber letztlich halt doch nicht ganz gut genug war. Sondern wegen der Darbietung des Schiedsrichterquartetts.

Siebenmal mussten die Oltner in Unterzahl agieren. Was sie hervorragend taten und durch Captain Cédric Schneuwly sogar mit einem Mann weniger in Führung gingen. Es war aber aus Sicht der Powermäuse in der Tat nur schwer verdaulich, was die beiden Headschiedsrichter Joris Müller und Michael Tscherrig zusammen pfiffen. Aus einer ganzen Reihe von unerklärlichen Entscheidungen seien dabei nur zwei Situationen erwähnt.

Zwei Szenen, die für Diskussionen sorgten

Szene Nummer 1: In der 19. Minute wird Devin Muller bei seinem Abschlussversuch in aussichtsreicher Position von Corsin Casutt gefoult. Aber nicht nur der Übeltäter wird auf die Strafbank geschickt, sondern auch Muller wegen einer angeblichen Schwalbe. Ein unfassbarer Entscheid. Wieso sollte sich Muller angesichts einer guten Torchance absichtlich fallen lassen?

Und es kommt noch schlimmer: Nur Sekunden später beordern die Unparteiischen Jewgeni Schirjajew wegen eines Dutzendfouls ebenfalls in die Kühlbox. Statt Powerplay für Olten dürfen die Rapperswiler in Überzahl agieren.

Szene Nummer 2: Beim Stand von 1:2 aus Sicht des EHC Olten setzt sich Verteidiger Anthony Rouiller durch und wird vor dem gegnerischen Tor regelwidrig gelegt. Die Schiedsrichter sehen nichts – und im Gegenzug fällt das entscheidende 3:1. Diese Sequenz bringt die ungenügende Darbietung der Referees eigentlich auf den Punkt. Das war schlicht und einfach eines Playoff-Finals unwürdig.

«Wir müssen professionell bleiben»

Trotz der schwelenden Emotionen war man bei den Oltnern nach der Partie darum bemüht, der Schiedsrichter-Performance nicht allzu viel Gewicht zu geben. «Wir sind sicher nicht bevorteilt worden. Aber wir müssen professionell genug sein, um so etwas wegzustecken», meinte etwa Verteidiger Tim Bucher.

Und Schneuwly fügte an: «Wir wurden sicher in keinem der drei Finalspiele begünstig von den Schiedsrichtern. Aber das ist etwas, was wir nicht beeinflussen können. Wir dürfen damit nicht zu viel Energie verpuffen.»

Das war auch der Haupttenor nach der geschlagenen Schlacht. «Wir haben das Ganze in der Garderobe kurz besprochen. Es ist eine Niederlage, nicht mehr, und nicht weniger. Abhaken und am Mittwoch vor unseren Zuschauern wieder gewinnen», zeigte sich Bucher kämpferisch. Und: Auch er hat die Hoffnung auf eine ausgewogene Schiedsrichter-Leistung noch nicht aufgegeben.

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