Viel Frust war zu spüren beim Bobteam des Aargauers Rico Peter nach dem knapp verpassten Podestplatz im Viererbob. Nach Auslosungspech, langsamer Bahn und schlechter Zeit im ersten Durchgang resultierten für die Schweizer Medaillenhoffnungen in der Folge auf der Bahn von Pyeongchang immerhin je zwei zweitbeste Laufzeiten und eine Bestzeit.

Am wenigsten enttäuscht schien der Solothurner Simon Friedli. Der 100-Kilo-Mann aus Derendingen reist mit einem olympischen Diplom von seinen ersten Winterspielen heim. «Klar ist es ein undankbarer Rang, aber man darf auch stolz sein auf die Leistung», findet er. Für den 26-Jährigen war es Premiere und Abschied zugleich. Friedli hat für die Zukunft grosse Pläne. «Ich will nächste Saison als Pilot im Europacup starten», sagt er.

Seit 2011 sass der Leichtathlet im Bob des Aargauers Peter. WM-Bronze und je ein Weltcupsieg mit dem kleinen und dem grossen Schlitten waren seither die Höhepunkte. Ab jetzt möchte der gelernte Koch sein eigenes Süppchen kochen. Dafür verzichtet er im Gegensatz zu seinem «Chef» vorerst auch auf Ferien.

«Ich reise weiter nach Lettland, in die USA und nach Österreich, um während des nächsten Monats auf drei verschiedenen Bahnen möglichst viele Erfahrungen als Bobpilot zu machen», sagt er. Rund 100 Trainingsfahrten hat er in den letzten zwei Wintern bereits an den Steuerseilen absolviert.

Simon Friedli rechnet sich sportlich gute Chancen aus, in Zukunft auch einmal den Schweizer Bob an Olympischen Spielen zu pilotieren. «Als ehemaliger Anschieber bringe ich am Start viel Power mit», sagt er. Eine grössere Knacknuss dürfte die Finanzierung seiner zukünftigen Sportkarriere sein. Immerhin kostet eine Weltcupsaison schnell einmal 200 000 Franken. «Die Sponsorensuche wird sicherlich nicht einfach werden», sieht es Friedli realistisch.

Mangelware Anschieber

Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich bei der Suche nach talentierten Anschiebern. Weil mit Michael Kuonen ein weiterer Athlet des Olympia-Vierers sein Glück als Pilot versuchen will, fehlen sowohl Peter wie Kuonen und Friedli Personal auf den hinteren Plätzen.

Und wie schwerwiegend dieses Problem sein kann, musste ausgerechnet Sotschi-Olympiasieger Beat Hefti in dieser Saison erfahren. Der Bob des Appenzellers war schlicht nicht konkurrenzfähig und deshalb kein Thema für eine mögliche Titelverteidigung bei Olympia. Hefti beendete seine Karriere still und leise.