Wer mit dem Feuer spielt, der verbrennt sich irgendwann mal die Finger. Kamen die Oltner am Dienstag beim 4:3 nach Verlängerung gegen Thurgau noch unbeschadet davon, so endete der Ausflug nach Visp mit einer Niederlage.

Beinahe wäre es dem EHCO auch in diesem Spiel gelungen, eine durchwachsene Darbietung in einen Sieg umzuwandeln. Aber diesmal strapazierten die Powermäuse das Glück etwas zu sehr. Und so kassierten sie in der vierten Minute der Verlängerung den entscheidenden Gegentreffer durch Tomas Dolana, der Oltens Schlussmann Simon Rytz mit einem satten Schuss bezwang.

Ein Sieg wäre ein zu grosser Lohn gewesen

Dabei hätte es der EHCO in der Overtime in der Hand gehabt, das Geschehen zu seinen Gunsten zu entscheiden. Jewgeni Schirjajew und Anthony Rouiller vergaben schon nach wenigen Sekunden zwei Riesenchancen.

Aber ein Sieg wäre dann eben doch wieder ein zu grosser Lohn gewesen für eine Darbietung, die zwar nicht mehr so schwach war wie jene gegen Thurgau, aber in gewissen Phasen doch einige Wünsche offenliess.

Konzentrierter Auftakt

Immerhin: In den ersten Spielminuten war ersichtlich, dass sich die Oltner Spieler die mahnenden Worte von Headcoach Chris Bartolone zu Herzen genommen hatten. Da trat eine kampfstarke und konzentrierte Mannschaft auf.

Aber die Herrlichkeit hatte kurioserweise nach dem Führungstreffer durch Tim Grossniklaus (9.) ein jähes Ende. Es schlich sich wieder eine unerklärliche Passivität ein. Die Zweikämpfe gingen verloren, die Fehler häuften sich. Die logische Konsequenz: Die Visper übernahmen die Spielkontrolle und gingen nach Spielhälfte verdientermassen in Führung.

Matchstrafe für Bagnoud

Wobei anzumerken gilt, dass die Oltner in den ersten zehn Minuten des mittleren Abschnitts fast permanent in Unterzahl agieren mussten. Vor allem deshalb, weil Chris Bagnoud nach einem wohl unabsichtlichen, aber fürchterlich anzusehenden Check gegen den Kopf von Patric Hofstetter (der auf der Bahre vom Eis getragen werden musste), eine Matchstrafe kassierte. Bagnoud wird den Oltner damit sicher am Sonntag gegen Langenthal fehlen.

Nach der Strafenflut fanden die Powermäuse den Rhythmus nicht mehr wie gewünscht. Aber es ist eine Qualität dieser Mannschaft, dass sie auch unter schwierigen Umständen nicht auseinanderbricht.

Starke Reaktion im letzten Abschnitt

So schwer sich die Oltner lange Zeit taten, so stark war ihre Reaktion im letzten Abschnitt, als sie das Geschehen auf dem Eis langsam wieder in den Griff bekamen und durch die Tore von Simon Barbero (47.) und Jewgeni Schirjajew (49.) plötzlich wieder in Führung lagen.

Aber – man muss es klipp und klar sagen: Drei Punkte hätte sich der EHC Olten in diesem spektakulären und bisweilen hektischen Spiel nicht wirklich verdient. Die Visper trafen erst zweimal den Pfosten, scheiterten mehrmals am starken Simon Rytz, ehe ihnen durch Achermann (53.) doch noch der Ausgleich zum 3:3 gelang.

Am Sonntag gegen Langenthal

Morgen Sonntag (14. Oktober, 17.30 Uhr) treffen die Oltner im dritten Derby der laufenden Saison auf den SC Langenthal. Steigerungspotenzial ist immer noch reichlich vorhanden. Nicht nur, aber vor allem bei den Söldnern, die auch in Visp mehrheitlich unglücklich kämpften.

Cason Hohmann vergab zwei Riesenchancen – er hatte während der Bagnoud-Strafe das 2:1 auf dem Stock und später das (wohl entscheidende) 4:2. Bryce Gervais gelang erneut wenig. Der Kanadier hätte dringend ein Erfolgserlebnis nötig. Seine Verunsicherung ist spür- und sichtbar.

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