Eishockey
Das schlechteste Hockey-Team der Schweiz hat trotzdem Spass

Der Viertligist SC Obergerlafingen 2 ist die schlechteste Mannschaft der Schweiz. In zwölf Spielen kassierte das Team 166 Gegentore, gut 14 pro Partie. Getroffen haben die Obergerlafinger nur selten, nämlich 38 mal. Trotzdem machen sie weiter.

Monique iseli
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Eine Viertelstunde vor Trainingsbeginn sitzt die zweite Mannschaft des SC Obergerlafingen auf der Spielerbank. Die Stimmung ist ausgelassen. Ob die Spieler wissen, dass sie das schlechteste Team der Schweiz sind? Mit null Punkten und einer Tordifferenz von minus 128 haben die Solothurner die 4.-Liga-Meisterschaft abgeschlossen. Die meisten haben es zumindest geahnt, andere wussten es bereits. Am Spass am Hockey ändert das nichts. Sport besteht ja nicht allein aus Siegen und Pokalen.
Spieler stehen im Tor
Den Grund für die erfolglose Saison sieht das Team zum einen im Ausfall ihres Torhüters – in Verletzungsgründen also. Bereits zu Beginn der Saison musste der designierte Keeper seinen Job im Gehäuse an Spieler übergeben, die ihrerseits noch nie im Tor gestanden sind. Das könnte definitiv eine Erklärung für die 166 kassierten Tore in den vergangenen zwölf Spielen – macht nach Stübis Rechnung knapp 14 pro Match – hergeben.

«Ein bisschen liegt es aber auch noch an unserer Kondition», gibt Captain Philipp Bertolosi zu. «Weil einige nicht so fit sind, gibt es bei unsdie eine oder andere Verletzung.» Ihre Hoffnung setzt das Team in die nächste Saison, denn in der letzten Zeit war es für alle etwas schwierig, an einen Sieg zu glauben. «Man muss aber auch bemerken, dass die Liga stärker geworden ist», sagt Bertolosi.
Kollegialität wird gepflegt
Man könnte meinen, die vielen Niederlagen schweissen die Mannschaft zusammen. Die Team scheint die Gemeinschaft zu geniessen, und freut sich auf das Trainings-«Mätschli» gegen die erste Mannschaft des Vereins. «Die schlagen wir noch lange», witzeln die routinierten Verlierer. Von Verbissenheit und Unstimmigkeiten keine Spur. Verteidiger Remo Winzenried bestätigt: «Wir gehen immer nach dem Training und den Spielen noch etwas trinken. Freude am Hockey und an der Kollegschaft ist für uns das Wichtigste, deshalb pflegen wir diese auch.»
«Die Niederlagen wirken sich nicht schlecht auf das Team aus», meint auch Assistenztrainer Daniel Lehmann. Er und Trainer Reto Lantemann spielen im Match gegen die erste Mannschaft auch gleich mit. Lehmann sagt im Namen des ganzen Teams: «Die Freude am Hockey ist uns trotz allem geblieben.»

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