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Bruno Gisler holt seinen 100. Kranz im zweiten Anlauf

Ein Dreivierteljahr nach dem «Flop» von Zuchwil nützte der Solothurner seine zweite Chance auf den Jubiläumskranz.

Wolfgang Rytz
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Bruno Gisler hat nach dem Gewinn seines 100. Kranzes gut lachen.

Bruno Gisler hat nach dem Gewinn seines 100. Kranzes gut lachen.

Wolfgang Rytz

Nach Gislers Niederlage im fünften Gang gegen den Thurgauer Gast Tobias Krähenbühl kamen am Rheinknie jäh Erinnerungen ans «Nordwestschweizerische» acht Monate zuvor auf. Auch damals in Zuchwil hatte der Leader der Solothurner Schwinger den Kampf um die Teilnahme im Schlussgang verloren und tauchte danach auch im sechsten Kampf.

Doch diese Szenerie wiederholte sich nicht. «Brünu», wie ihn die Schwingerkollegen rufen, bewahrte Ruhe und ging gegen den Freiämter Fabian Winiger konzentriert zur Sache. «Ich wollte zuerst abwarten und ihn kontrollieren. Aber dann passte es nach kurzem Abtasten schon im ersten Zug», beschrieb der in Rumisberg wohnhafte 32-jährige Landwirt die Entscheidung. Mittels Kurz und Abschütteln landete Winiger nach zehn Sekunden auf dem Rücken.

«Das war eine ziemliche Belastung», gestand Bruno Gisler nach einer ersten Gratulationswelle. «Es muss an jedem Schwingfest immer stimmen, damit der Kranzgewinn gelingt.» Innert 14 Jahren hat sich der ehemalige Nordostschweizer Schwinger somit 100-mal Eichenlaub erkämpft. In Basel feierte Gisler als 18. Schwinger dieses Jubiläum und erhielt dafür einen goldenen Spezialkranz mit Sonderschleife aufgesetzt.

Vorsichtiger Blick in die Zukunft

Nach der leidvollen Dopinggeschichte Ende 2013 sowie dem verpatzten Jubiläum vor neun Monaten blickt der zweifache eidgenössische Kranzschwinger vorsichtig in die Zukunft. In dieser Saison stehen sieben weitere Kranzfeste auf dem Programm. Konkrete Ziele habe er nach dem Erreichen des grossen Jubiläums nicht. Im Vordergrund stünden die Bergkranzfeste, wobei der Weissensteinschwinget, der in diesem Jahr am 18. Juli stattfindet, für einen Solothurner Schwinger immer etwas Besonderes bedeutet.

Der dreifache Familienvater will seine Karriere mindestens bis 2016 fortsetzen. Das «Eidgenössische» in Estavayer-le-Lac ist das letzte grosse Ziel. Dann wird vermutlich Schluss sein, denn im letzten Jahr hat der Landwirt mit Meisterdiplom den elterlichen Hof übernommen.

Obwohl die Eltern mithelfen, wenn der Sohn an Schwingfesten auf Kranzjagd geht, ist die Belastung gross. «Ich arbeitete die letzten zehn Tage vor diesem 100. Kranzgewinn durchgehend», erklärte er. Immerhin war am Jubiläumstag zu Hause gesorgt, und so stieg im Stammlokal der Solothurner Schwinger in Hubersdorf eine stimmungsvolle Feier.

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