Laufsport
Berglaufpremiere bringt Streckenrekord

Die 29. Austragung des Roggenberglaufs stand im Zeichen von zwei Start-Ziel-Siegen. Nebst dem Kenianer Bernard Matheka mit neuer Bestzeit setzte sich auch Martina Strähl erwartet deutlich durch.

Manfred Dysli
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Ein gefragtes Sujet: Bettina Steiger, Martina Strähl und Petra Eggenschwiler (vl.)
unkle Wolken lieferten beinahe schon einen dramatischen Hintergrund für das Finale des Roggenberglaufs 2013
Bruno Heuberger auf den letzten Metern in der Abendsonne
Das Feld kurz nach dem Start in Oensingen.
Der steilste Abschnitt ist geschafft: Die Läufer verschwinden nach der Vogelherd-Rampe im Wald.
Nachladen: Saftige Orangenschnitze für sämtliche Finisher auf dem Roggen

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Bruno Kissling

Der 25-jährige kenianische Polizist Bernard Matheka war beim 29. Roggenberglauf in Oensingen für die Show des Abends besorgt. Der Team-Junioren-Cross-Weltmeister von 2006 in Fukuoko (Jap) gewann das 3. Wertungsrennen in der Jura-Top-Tour 2013 auf den Oensinger Hausberg mit 2:20 Vorsprung auf den früheren Schweizer Spitzenläufer Bruno Heuberger (Henau) und 3:20 vor dem Baselbieter Andy Herzig. Damit verbesserte Matheka bei seiner Berglaufpremiere auch den 17 Jahre alten Streckenrekord des Winterthurers Patrick Hartmann um nicht weniger als 32 Sekunden. Ein Unternehmen, das seinen beiden Berglauf-erprobten Landsmännern, Daniel Kiptum und Geoffrey Tanui, bei ihren Triumphen vor Jahren am Roggen nicht gelungen war.

Eigentlich hatte Matheka etwas anderes im Sinn gehabt. 48 Stunden zuvor wollte er in Messen beim Geländelauf den Streckenrekord eines anderen Kenianers, namentlich Mike Tanui, angreifen. «Als ich aber hörte, dass es in Oensingen für einen neuen Rekord eine Jackpot-Prämie gibt, nahm ich diese Herausforderung an», so Matheka, der in Oensingen einen Start-Ziel-Sieg feierte und schon nach drei Kilometern mit einer Minute Vorsprung auf eine kleine Verfolgergruppe mit dem früheren Ostschweizer Spitzenläufer Bruno Heuberger in Front lag. Schwierigkeiten hatte der nur 1,60 m grosse Polizist Matheka eigentlich nie. «Hart wurde es erst auf den letzten 200 m, als die Strecke noch um den Berg-Gasthof Roggen herum führt.» Bereits für nächsten Samstag hat Matheka wieder Grosses vor: «Ich möchte den Grand Prix von Bern gewinnen», sagt er selbstbewusst, obschon die äthiopische Lauflegende Haile Gebreselassie als Topfavorit gehandelt wird.

Bester Solothurner wurde der Oensinger André Nussbaumer als Achter im Overallklassement. Seine Schlusszeit, 43:32, zeigt, welche Fortschritte der gebürtige Thaler in der letzten Zeit gemacht hat. Ebenfalls am Start war der frühere Solothurner Radprofi Marcel Klaus aus Gossliwil. Der aus Riedholz stammende Klaus wurde als Gesamt-20. gestoppt und kam mit bloss 24 Sekunden Rückstand auf die Dominatorin des Frauenrennens, Martina Strähl, ins Ziel. Die Wasserämterin und zweifache Berglauf-Europameisterin feierte, wie Matheka, einen Start-Ziel-Sieg. Nach einem Ermüdungsbruch im Januar lief Strähl nach dem Triumph am Tüfelsschluchtlauf in Hägendorf vor zwei Wochen erst ihr zweites Rennen in diesem Jahr. «Mit meiner Leistung kann ich zufrieden sein, obschon es mir heute nicht so leicht lief wie auch schon. Vor allem das Abwärtslaufen am Schluss ging in die Beine, dafür war das Wetter super», so der erste Kommentar der Solothurner Weltklasseathletin am Berg im Ziel.

Martina Strähl plant nun je nach Erholung einen Start am Grand Prix von Bern am nächsten Samstag. Hauptziel dürfte aber die Berglauf-EM anfangs Juli in Bulgarien bleiben. Und im Herbst möchte sich Strähl an einem Städte-Marathon für die Leichtathletik-Heim-EM 2014 in Zürich qualifizieren. Zweite wurde die Baselbieterin Bettina Steiger, die wie Martina Strähl 2012 in Italien WM-Bronze mit dem Schweizer Team gewonnen hatte. Die Laupersdörferin Petra Eggenschwiler und die Luterbacherin Tanja Amiet kamen als Sechste bzw. Siebte im Overallklassement ins Ziel. Mit 530 Läuferinnen und Läufern konnten die Organisatoren vom Feuerwerker Verein Vogelherd Club Oensingen auf einen gelungenen 29. Roggenberglauf zurück blicken.

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