Hätte er diese Grosschance in der 94. Minute verwandelt, wäre das Rennen noch enger gewesen. Aber Albian Ajeti verzieht seinen Schuss neben das Tor. Und bleibt so bei 13 Treffern.

Eng ist das Rennen aber auch so. Das Rennen um den letzten Titel der Saison. Das Rennen um die Krone des Torschützenkönigs in der Super League. An der Spitze steht Guillaume Hoarau, YB-Stürmer, frisch gekürter Meister, mit 14 Toren.

Hinter ihm lauert Ajeti, FCB-Stürmer mit einem Tor weniger. Dass er Hoarau überhaupt noch so nahe gekommen ist, hat Ajeti vor allem den letzten beiden Spielen zu verdanken: zwei Mal eingewechselt konnte er gleich drei Mal treffen. Damit hat er das Duell endgültig lanciert, das morgen im direkten Aufeinandertreffen gipfelt.

Natürlich kämpfen nicht nur Ajeti und Hoarau um die Krone. Hinter dem FCB-Stürmer lauern mit Roger Assalé (12 Tore), Jean-Pierre Nsamé (12) und Miralem Sulejmani (11) noch drei weitere YB-Offensivspieler. Mit Marvin Spielmann, der zwölf Tore aufweist, redet ausserdem noch ein Thun-Akteur mit.

Der grosse Zweikampf aber wird zwischen Ajeti und Hoarau ausgetragen. Beide werden morgen in der Startelf erwartet. Ajeti sowieso, nachdem Ricky van Wolfswinkel nach seiner Knieoperation verletzt ausfällt.

Diese Spieler könnten Albian Ajeti bezüglich der Auszeichnung «Torschützenkönig» noch gefährlich werden:

Angesprochen auf die Chance, die Torjägerkrone zu gewinnen, sagt Ajeti: «Die Auszeichnung wäre wirklich toll. Vor allem auch, weil man als Stürmer immer an den Toren gemessen wird.»
Für den 21-Jährigen wäre es das erste Mal, dass er sich diesen individuellen Titel krallen könnte.

Oberste Priorität geniesst er dennoch nicht: «Klar würde ich mich sehr freuen. Aber der Sieg gegen YB und generell der Erfolg des Teams stehen im Vordergrund. Es ist daher nicht so, dass ich den Ball nicht rüber passen würde, wenn einer meiner Mitspieler besser steht, nur um meinem persönlichen Ziel ein Stück näher zu kommen.»

Das erwartet auch sein Trainer von ihm. Man wisse, dass Ajeti noch ganz vorne mitmische, sagt Raphael Wicky, aber «es darf für ihn nicht primär darum gehen. Und wenn man nur den individuellen Titel im Kopf hat, klappt es sowieso nicht.»

Dennoch wolle der FCB-Coach seinen Spieler so gut wie möglich unterstützen auf dem Weg zu diesem Ziel. «Wenn er seine Quote aus den letzten Spielen in den verbleibenden Partien beibehalten kann, dann kann er den Titel holen.»

Damit würde zumindest einer von drei Titeln in Basel bleiben. Letzte Saison konnte sich nämlich Seydou Doumbia dank seiner 20 Tore die Krone als bester Skorer aufsetzen. Der Ivorer war es auch, der als letzter YB-Spieler diesen Titel holen konnte.