Lukas Haas bringt es nach Spielschluss in den Katakomben des Lausanner Provisorium-Stadions auf den Punkt: „Wir wollten nicht hierherkommen, um nur eine gute Falle abzugeben. Wir gingen in dieses Spiel, um es zu gewinnen. Und ich denke, wir waren sehr nahe dran“, so das Fazit des EHCO-Stürmers.

Ein Sieg war aber letztlich doch ausser Reichweite, weil der EHCO vor allem in der Abwehr zu inkonsequent agierte. Denn mindestens drei Gegentore waren auf überhastete Befreiungsversuche der Oltner zurückzuführen. Nach der Puckeroberung nutzte dies ein auf Pressing spielendes Lausanne resolut aus. „Das war nicht gut. Wir müssen das bis zum Saisonstart noch korrigieren. Aber wir sind auf einem guten Weg“, sagte Haas dazu.

Unter dem Strich hatte sich der EHC Olten an diesem Samstagnachmittag gegen den oberklassigen HC Lausanne in der Fremde aber teuer verkauft. Bereits in den Startminuten spielten die Oltner frech auf, ja sie waren sogar für einige Minuten spielbestimmend. Zumindest sorgten Hohmann und Vodoz mit ihren Abschlüssen nach wenigen Sekunden für das erste Raunen unter den 2200 Zuschauern in der Lausanner Malley.

Erst nach gut 14 Spielminuten schien den NLA-Spielern auf dem Eis bewusst zu werden, dass ein Spiel auf Sparflamme gegen den Unterklassigen aus Olten nicht genügen sollte. Die Westschweizer verschafften sich auf eine ärgerliche Strafe gegen Daniel Eigenmann wegen Beinstellens ein erstes Mal Luft, als Lausannes Zangger vor dem Tor vergessen ging und den sonst stark aufspielenden EHCO-Torhüter Rytz in Überzahl überlistete.

Umgehend nach der 2:0-Erhöhung durch Lausannes Grossmann fand der EHCO sechs Sekunden vor der ersten Pause wieder den Anschluss. Martin Ulmer fand nach einem Rush ins Offensivdrittel Bryce Gervais erstaunlich freistehend im Slot vor, der den Platz ausnutzte und das Skore für den EHCO eröffnete. Auch die darauffolgenden Tore durch Muller in Überzahl (34.) und den Ablenker-Treffer von Wyss (40.) auf einen Handgelenkschuss von Heughebaert waren ansehnlich und sorgten selbst beim gegnerischen Anhang für Applaus.

Applaus hätten sich auch die beiden neuen EHCO-Ausländer Cason Hohmann und Bryce Gervais verdient: Im Spiel gegen Lausanne waren sie zwar gegen die stämmigen Lausanner Abwehrspieler körperlich deutlich unterlegen, brachten aber die Verteidiger auch immer wieder mit ihrer Wendigkeit und ihrem Tempo aus der Komfortzone.

Doch auch die beiden Oltner Hoffnungsträger konnten gegen die Oberklassigen schliesslich nichts mehr ausrichten. Das Schlussdrittel war geprägt von einem offenen Schlagabtausch mit einem Chancenplus des LHC. Doch auch ein Timeout von EHCO-Trainer Chris Bartolone, das zeigt, dass der EHCO mit einer Ernsthaftigkeit am Werk war, brachte etwas mehr als zwei Minuten vor Schluss keinen Erfolg mehr. Lausannes Ausländer Dustin Jeffrey, omnipräsent und der überragende Mann beim LHC, setzte 30 Sekunden vor Schluss mit dem Empty Netter den Schlusspunkt.

Im Anschluss an das Testspiel stellte der HC Lausanne vor den 2200 Zuschauern in einer 45-minütigen Show seine Equipe vor. Dieser offizielle Saison-Startschuss mit Team und Fans geht beim EHC Olten am Sonntag im Anschluss an das letzte Testspiel der Vorbereitung gegen die Steelers aus Bietigheim (So, 17.30 Uhr) im Kleinholz über die Bühne.