Swiss-League-Playoffs

3:2-Sieg und Einzug in den Final: Der EHC Olten schaltet Erzrivale Langenthal aus und spielt um den Meistertitel

Der EHC Olten holt mit dem 3:2-Triumph bei Erzrivale Langenthal den dritten Auswärtssieg und zieht verdient mit 4:1-Siegen in den Playoff-Final ein. EHCO-Trainer Bartolone: «Diese Mannschaft hat riesengrossen Charakter gezeigt.»

Ein Pfiff, eine Strafe gegen Langenthal. Eine Minute vor Schluss – das muss es doch sein! Schliesslich, nach einigen Dusel-Sekunden, folgt die erlösende Tatsache, die Uhr steht auf Null: 3:2 – es ist geschafft!

Die EHCO-Spieler liegen sich bei Torhüter Matthias Mischler in den Armen, die geschlagenen SCL-Spieler zeigen sich kniend enttäuscht am Boden. Es sind Szenen, die man noch vor acht Wochen nicht für möglich gehalten hätte.

Die Glückseligkeit, die Freude, die Erleichterung, sie kennt bei Grün-Weiss gestern Abend kurz vor 22 Uhr keine Grenzen mehr: Der EHC Olten steht im Playoff-Final!

«Ich bin super-erleichtert und unglaublich glücklich. Diese Mannschaft hat riesengrossen Charakter gezeigt», sagt EHCO-Trainer Chris Bartolone nach dem Spiel überwältigt, während er unzählige Gratulationen entgegennimmt, um anschliessend seine Mannschaft zu loben: «Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie auf einen 0:2-Rückstand reagiert haben und sich zurückgekämpft haben. In einem grossen Derby. In einem Playoff-Halbfinal. Gegen Langenthal. Auswärts. Dieser Erfolg spricht für diese Mannschaft», so Bartolone.

Powermäuse bezwingen den amtierenden Meister

Powermäuse bezwingen den amtierenden Meister

Mit dem Sieg über den SC Langenthal steht der EHC Olten im Playoff-Final. Die Oberaargauer starteten gut, doch drehte sich das Spiel im 2. Drittel.

Ein Tor als Weckruf

Und tatsächlich bleibt nach Spielschluss nur noch eine Frage: Was kann diese Mannschaft bloss noch aus dem Konzept werfen? Selbst einen klaren 0:2-Rückstand (Dal Pian und Tschannen hatten für den SCL getroffen) auswärts beim Erzrivalen SC Langenthal scheint dem mittlerweile mental wie verwandelten EHC Olten nichts mehr auszumachen.

Es war die Hälfte des Spiels verstrichen, als einmal mehr nicht mehr viel für den EHC Olten sprach. Zu fehleranfällig in der Defensivzone, zu uninspiriert in der Offensive. Ein Schussverhältnis von 20:6-Abschlüssen zugunsten des SCL im Startdrittel sprach Bände.

Doch selbst eine 5:3-Überzahlsituation, die das sonst überragende EHCO-Powerplay erschreckend schwach verstreichen liess, warf die Mannschaft nicht aus der Bahn.

Im Gegenteil: Es brauchte nur eine winzige Szene, welche die Powermaus erwachen liess: SCL-Torhüter Mathis wusste nach einem Lukas-Haas-Schuss für einen kurzen Moment nicht mehr, wo sich die Scheibe befand. Doch sie kullerte zurück in Richtung EHCO-Topskorer, der den Abpraller via Schlittschuh von SCL-Verteidiger Philipp Rytz im Tor unterbringen konnte (33.).

Es war das Tor, das den EHCO so richtig in Spiellaune versetzte. Nur zwei Minuten später glich EHCO-Ausländer Brian Ihnacak, der wiederum für MacGregor Sharp zum Einsatz kam, die Partie aus. Das Tor war mehr wert als bloss der Ausgleich. Denn von den Langenthalern – bei denen allen voran die Toplinie um Brent Kelly, der kein einziges Tor in der gesamten Playoff-Kampagne der Langenthaler zustande brachte (!) – kam fortan nicht mehr viel.

Stattdessen setzte der EHC Olten vielmehr zur Kür an. Oder dessen Verteidiger-Dirigenten Anthony Rouiller. Der 24-Jährige schnappte sich elf Minuten vor Spielende in der eigenen Zone die Scheibe, marschierte los, setzte sich in bester Stürmermanier gegen sämtliche Gegenspieler durch und düpierte SCL-Torhüter Mathis mit einem fantastischen Hockeckschuss.

«Tschüss zäme, Danke und Forza SCL», hiess es auf einem Plakat prominent in der SCL-Fankurve schon vor dem Spiel. Die Botschaft wäre einer abtretenden SCL-Fanvereinigung gedacht gewesen.

Doch sie hat eine völlig andere Bedeutung angenommen, während der EHCO nach drei Jahren und der denkwürdigen Finalserie-Niederlage gegen Langnau wieder im Playoff-Final der heutigen Swiss League steht.

Gegen wen die Oltner diese Serie austragen werden, ist noch unklar - Rapperswil-Jona führt in der Serie gegen Ajoie 3:2.

Klar ist schon jetzt: Der EHC Olten spielt ab Donnerstag um den Swiss-League-Meistertitel! 

Lesen Sie das Spiel im Liveticker nach:

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