1. Liga
1:5 – Zuchwil-Regio wird von Basel ordentlich durchgeschüttelt

Das vermeintliche Spitzenteam kassiert gegen das deutlich schlechter klassierte Basel/KLH überraschend die bislang höchste Niederlage der Saison.

Daniel Monnin
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EHC Zuchwil-Regio - Basel/KLH
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Zuchwils Fabian Born muss gegen den Basler Alexander Curle unten durch.
Basels Gian Reto Lenz, links, und Goalie Damian Osterwalder, wehren sich erfolgreich gegen Zuchwils Christian Reber.
Basels Alexander Curle, Mitte, und Remo Hunziker halten Matthias von Dach in Schach.
Zuchwils Matthias von Dach, links, im Kampf um den Puck gegen Basels Alexander Curle.

EHC Zuchwil-Regio - Basel/KLH

Marcel Bieri

«Totalausfall!» Die Miene von Zuchwil-Trainer Max Weibel sagte alles, als das Wort, das Trainer ach so selten aussprechen, knappe zehn Minuten nach Spielschluss seinen Lippen entglitt. Sie war entwaffnend ehrlich und gereizt.

Zu beschönigen gab es nichts: Das vermeintliche Spitzenteam hatte gegen den das unter dem Strich liegende Basel, das nur noch theoretische Chancen auf eine direkte Playoff-Qualifikation besitzt, eine desaströse Leistung gezeigt und 1:5 verloren. Weibel sprach Klartext. Man sei überhaupt nicht bereit gewesen, hätte wohl schon das Weihnachtessen im Kopf gehabt. Ähnliches an bitteren Kommentaren war zuvor im Hallenrund von den erfolgsverwöhnten Fans zu hören.

Keine Reaktion

In der Tat liess Weibels Team, das zuletzt mit drei Siegen in Folge seinen Anspruch auf einen der vordersten Tabellenplätze unterstrich, gegen die schnellen Basler eine ganze Reihe von elementaren und für den Erfolg unabdingbaren Grundwerte in der Kabine.

Man müsse die Scheibe spielen und nicht tragen, man müsse schnell und unkompliziert nach vorne spielen, nicht quer und man müsse sich vor allem bewegen, meinte Weibel. Und man müsste eigentlich auch um die technische Stärke, Schnelligkeit und Wendigkeit einiger Basler Spieler wissen und sich dementsprechend verhalten.

Auch das Zuchwil gelang nicht. Vor allem nicht gegen Doppeltorschütze Mattia Di Biase, der mit seinen beiden sehenswerten Toren im Startdrittel den Grundstein zum Basler Erfolg legte. Zweimal lief er dem passiven Zuchwiler Begleitschutz davon und liess Torhüter Sandro Zaugg keine Chance.

Damit war der Weg offen zur höchsten Zuchwiler Saisonniederlage. Eine Reaktion blieb weitgehend aus, dafür fehlten dem Spiel der Solothurner die Durchschlagskraft und vor allem auch die Präzision.

Mehr oder weniger im Soll

Zuchwils umtriebiger Präsident Walter Ulrich war in seiner Analyse etwas zurückhaltender als sein Trainer. Seine Aussage, wonach sein Team zumindest gekämpft habe, war wohl eher der besinnlichen Weihnachtszeit geschuldet als den Tatsachen.

Denn gekämpft hat Zuchwil auch nicht, zumindest nicht so wie es sich für ein Spitzenteam gehört. Immerhin, so Ulrich, sei man «plus/minus» im Fahrplan. «Unser Ziel ist ein Spitzenplatz unter den ersten drei.» Da sind die Zuchwiler noch, mit dem SC Lyss im Nacken, dessen Match wegen einer defekten Eismaschine ausgefallen ist.

Ulrich hakt die Partie ab, glaubt an das Potenzial seines Teams und blickt deshalb zuversichtlich in die Zukunft: «Wir sind zwar nicht das beste Erstliga-Team, aber wir können mit den Besten mithalten.» Und in den Playoffs, sagt Ulrich, sei alles möglich.

Richtig, aber nur wenn das Spiel gegen Basel in die Kategorie der «vorweihnachtlichen Geschenke» fällt und die Solothurner bereits am Dienstag bei Leader Brandis (Spielbeginn 19.45 Uhr) eine Reaktion zeigen.