Coronavirus

So sorgen die regionalen Spitzenmannschaften dafür, dass die Coronaisolation dem Teamgeist nicht schadet

FCB-Innenverteidiger Eray Cömert wetteifert in diesen Tagen an der Konsole mit seinen Teamkollegen. (zvg)

FCB-Innenverteidiger Eray Cömert wetteifert in diesen Tagen an der Konsole mit seinen Teamkollegen. (zvg)

Anfang des Jahres hätte noch keiner gedacht, dass die Saison so enden wird. Seit Mitte März befindet sich die Schweiz im Lockdown und auch viele andere Länder sind teilweise oder ganz unter Quarantäne gestellt. Viele Sportler haben deshalb von heute auf morgen einfach nichts mehr zu tun. Olivier Schäublin, Sportchef beim EHC Basel, erklärt: «Für Profisportler ist es wirklich eine grosse Umstellung. Sie können nicht auf dem Eis oder dem Platz trainieren, müssen sich aber trotzdem so fit halten, dass es in wenigen Tagen oder Wochen wieder weitergehen könnte.»

Aber nicht nur die Sache mit der Formerhaltung ist ein Problem. Gerade in Teamsportarten ist es sehr wichtig, dass die Mannschaft gut funktioniert. Dieser Teamspirit kann Spiele entscheiden. Normalerweise sehen sich die Mannschaften mehrmals pro Woche mehrere Stunden. Doch jetzt ist das schon seit drei Wochen nicht mehr möglich.

Funkstille herrscht dank Whatsapp, Instagram und Co. natürlich nicht. Das bestätigt auch Maurus Basler, der linke Flügelspieler von den Handballern des RTV Basel: «Wir haben trotzdem regelmässigen Kontakt via Whatsapp oder Telefon. Es ist ja nicht so, dass wir während der Saison nur in der Halle Zeit zusammen verbringen, sondern auch neben dem Feld gute Freunde sind.» Aber das Gleiche ist es natürlich trotzdem nicht.

Während es bei den Handballern und den Fussballern momentan eigentlich im Saisonfinale um die Wurst gehen würde, hätten andere Vereine in der Nordwestschweiz jetzt so oder so entspanntere Tage. Volleyball, Eishockey und Unihockey pausieren normalerweise bereits ab April. Patrick Mendelin, Sportchef von Unihockey Basel Regio, sagt stellvertretend: «Da bei uns die Saison auch planmässig für einige Teams bereits beendet war beziehungsweise kurz bevorstand, ist bei uns aktuell sowieso Saisonpause und eine ruhigere Zeit.»

Die Situation ist herausfordernd

Besonders hart trifft es den Fussball, weil die Saison dort aktuell noch in vollem Gang wäre. FCB-Captain Valentin Stocker gibt im Interview mit der bz vergangene Woche tiefe Einblicke, wie er persönlich mit der fussballfreien Zeit umgeht. Auch er bestätigt, dass der Austausch mit den Kollegen zwar anders, aber noch da sei. Vor allem der Kontakt via Handy habe zugenommen. Doch Stocker sagt: «Trotzdem ist die ganze Situation herausfordernd. Gerade auch, weil man nicht zu allen den gleichen Zugang hat.»
Nicht nur für die Spieler selbst, sondern auch für den Staff ist diese Zeit eine echte Herausforderung. Die Planung der nächsten Saison ohne direkten Kontakt gestaltet sich in vielen Fällen mehr als schwierig. «Einzelgespräche werden per Telefon oder Videochat geführt», erzählt Gaudenz Henzi, Sprecher der NLA-Volleyballer von Traktor Basel. Auch FCB-CEO Roland Heri organisiert seinen Klub mit zahlreichen Video-Calls vom Homeoffice aus. Das ist eine neue Challenge auch für die Vereinsleitungen.

Apropos Challenges. Diese sind in diesen Tagen eine beliebte Möglichkeit, den Teamspirit zu fördern. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum diverse Online-Challenges aktuell wie Pilze aus dem Boden spriessen und die Gruppenchats dieser Welt überfluten. Fussballer jonglieren mit Klopapier, während sie ein Kind auf dem Arm tragen oder sich die Hände desinfizieren. Andere erklären ihren Followern, warum sie zu Hause bleiben und was sie da alles gegen die Langeweile tun.

Natürlich sind auch die Basler Vereine den Challenges verfallen. Beim FCB wird gekocht und jongliert. Und die Unihockeyaner von Basel Regio haben sogar eine vereinseigene Kampagne gestartet: «Mit der #UBR Challenge versuchen wir, ein wenig Einblick in den Heim-Trainingsalltag der Spieler zu bringen», sagt Mendelin.

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