Bei ihrem Entscheid stützen sich die Delegierten der Sportverbände auf ein Papier des Vereins XXIV. Olympische Winterspiele Graubünden 2022, der mit der Projektausarbeitung beauftragt ist.

Damit liegen nun erstmals konkrete Angaben darüber vor, wie die Winterspiele im Bündnerland aussehen könnten. Obwohl die Machbarkeitsabklärungen des Kandidaturvereins unter Direktor Gian Gilli noch nicht abgeschlossen sind, wird deren Ergebnis bereits vorweggenommen. «Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass die Machbarkeit positiv beurteilt wird», hält das Papier fest.

Die beiden Athletendörfer in der offiziellen Host City St. Moritz und dem Partnerort Davos sollen ohne die bei Olympischen Spielen bisher üblichen Neubausiedlungen errichtet werden. Die «Villages» sollen nach dem Prinzip «Dorf im Dorf» in die bestehenden Siedlungsräume in St. Moritz Bad und Davos Wolfgang integriert. Die Unterbringung der Athleten und Betreuer ist in bestehenden Hotel- und Klinikbauten vorgesehen. In Davos soll nach dem aktuellen Stand ein Teil der Unterkünfte in temporären Neubauten untergebracht werden, wobei im Sinne der Nachhaltigkeit eine alternative Lösung gesucht wird.

Alle Wettkämpfe im Umkrais von St. Moritz

Mit Ausnahme des Biathlons sollen alle Wettkämpfe in Umkreis von wenigen Kilometern um St. Moritz und Davos stattfinden. Ein grosser Teil der notwendigen Neubauten sollen nur temporär errichtet werden. So beispielsweise das grosse Eishockey-Stadion auf der Davoser Seewiese oder die Eiskunstlauf-Halle in Samedan für je rund 10 000 Zuschauer, oder auch die 120-m-Skisprung-Schanze in St. Moritz. Andere Wettkampfstätten sollen nach den Spielen in reduzierter Form weiter genutzt werden, wie etwa die Curling-Halle in Klosters oder eine Trainingshalle im Engadin.

Die Zuschauertransporte sollen ausschliesslich mit Massenverkehrsmitteln (Zug und Bus) erfolgen, während der Individualverkehr für die Dauer der Spiele eingeschränkt wird. Einwohner und Feriengäste sollen Zufahrtsberechtigungen erhalten.

Der Stand der Dinge macht deutlich, dass das Projekt in den vergangenen Monaten einen grossen Schritt vorangekommen ist, nachdem es im Herbst beinahe vorzeitig gescheitert wäre. Mit der Gründung des Kandidaturvereins und der Einsetzung von Direktor Gilli scheint der benötigte Schwung in die auf 36 Millionen Franken veranschlagte Kandidatur gekommen sein. Nächste Hürde für das Olympiaprojekt wird die kantonale Volksabstimmung am 3. März 2013 in Graubünden sein.