NHL-Söldner

So ist den Schweizer Söldnern der Auftakt in der NHL gelungen

Schlagkräftige Argumente: Luca Sbisa (r.) verprügelt Ottawas Jean-Gabriel Pageau.

Schlagkräftige Argumente: Luca Sbisa (r.) verprügelt Ottawas Jean-Gabriel Pageau.

Wie ist den Schweizer NHL-Söldner der Saisonauftakt gelungen? Dreizehn Schweizer Eishockey-Cracks kamen im Verlauf der seit etwas mehr als einem Monat laufenden NHL-Saison zum Einsatz. Die Bilanz nach einem Monat.

Christoph Bertschy durfte nur einmal die Schlittschuhe für die Minnesota Wild schnüren. Mark Streits Karriere in der besten Liga der Welt endete nach zwei Einsätzen bei den Montreal Canadiens auf unerfreuliche Art und Weise: Vertragsauflösung und Rücktritt.

Ansonsten fällt die Bilanz der elf Schweizer, die mehr oder weniger regelmässig zum Einsatz kamen, überwiegend positiv aus. Einzig für den Überraschungsmann der letzten Saison, Denis Malgin (Florida Panthers), lief es bisher nicht nach Wunsch. Und Timo Meier (San Jose Sharks) hätte sich vermutlich einen etwas fulminanteren Auftakt in die neue Meisterschaft gewünscht.

Für die grösste Überraschung aus Schweizer Sicht sorgte bisher ausgerechnet ein Spieler, dem man vor dem Saisonstart nur sehr wenig Kredit gegeben hat: Luca Sbisa. Der Verteidiger spielt beim Expansionsteam Vegas Golden Knights eine sehr gute Rolle und war bisher massgeblich am grossartigen Saisonstart der zusammengewürfelten Truppe beteiligt.

Die «Goldenen Ritter» gewannen zehn ihrer ersten 16 Partien. Sie sind damit fast gleich gut wie das andere Überraschungsteam, Nico Hischiers New Jersey Devils, die elf von 17 Spielen gewannen.

Luca Sbisa

Vegas Golden Knights, Verteidiger (27)

16 Spiele, 1 Tor, 7 Assists, 8 Punkte, +3-Bilanz, 8 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 20:23 Minuten

Luca Sbisa

Luca Sbisa

Was wurde vor der Saison nicht alles geschrieben punkto Perspektiven des Zugers bei den Vegas Golden Knights? Ersatz, Transferfutter, Salärballast. Sbisa wurde alles prognostiziert, nur nicht eine tragende Rolle beim NHL-Expansionsteam in der Stadt des Glücksspiels. Und jetzt? Jetzt gehört der physisch starke Verteidiger zu den Leistungsträgern der Überraschungsmannschaft. Nicht nur defensiv ist Luca Sbisa eine Bank, sondern weist mit acht Punkten aus 16 Spielen sogar ausserordentlich gute Skorerwerte aus.

Nico Hischier

New Jersey Devils, Stürmer (18)

17 Spiele, 3 Tore, 11 Assists, 14 Punkte, -1-Bilanz, 6 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 16:10 Minuten

Nico Hischier

Nico Hischier

Am Sonntag setzte Hischier beim 7:5-Sieg der Devils in Chicago, also dort, wo er im Sommer an erster Stelle gedraftet worden war, mit einem Tor und zwei Assists das nächste Ausrufezeichen. Der Oberwalliser hat die (hohen) Erwartungen bisher mehr als erfüllt und ist aus dem Ensemble der Teufel nicht mehr wegzudenken. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass Hischier noch grosses Steigerungspotenzial besitzt.

Sven Andrighetto

Colorado Avalanche, Stürmer (24)

16 Spiele, 5 Tore, 7 Assists, 12 Punkte, -7-Bilanz, 2 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 15:50 Minuten

Sven Andrighetto

Sven Andrighetto

Das schlechteste Team der letzten Saison, die Colorado Avalanche, sind erstaunlich gut in die neue Meisterschaft gestartet und haben von 16 Spielen deren acht gewonnen (letzte Saison
22 Siege in 82 Spielen!). Massgeblich daran beteiligt war auch Sven Andrighetto, der zu den offensiven Schwungrädern der «Lawine» gehört. Der Zürcher hat in Denver nach seinem Transfer aus Montreal sein NHL-Glück gefunden.

Sven Bärtschi

Vancouver Canucks, Stürmer (25)

17 Spiele, 5 Tore, 7 Assists, 12 Punkte, +3-Bilanz, 10 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 16:52 Minuten

Sven Bärtschi

Sven Bärtschi

Auch die Vancouver Canucks darf man zu den positiven Überraschungen des ersten NHL-Monats zählen. Sven Bärtschi gehört zu den Spielern, die den Umbruch des Teams massgeblich mitgestalten sollen. Zusammen mit Brock Boeser (20) und Bo Horvat (22) bildet der Oberaargauer derzeit die gefährlichste Sturmlinie der Canucks. Die Sedin-Zwillinge spielen in Vancouver inzwischen nur noch die zweite Geige.

Roman Josi

Nashville Predators, Verteidiger (27)

13 Spiele, 4 Tore, 4 Assists, 8 Punkte, -1-Bilanz, 8 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 25:56 Minuten

Roman Josi

Roman Josi

Nach einem etwas zähen Saisonstart haben sich die Nashville Predators mit zuletzt vier Siegen in Serie etwas gefangen. Roman Josi ist bei den Raubtieren derweil ein sicherer Wert wie eh und je. Der neue Captain gehört punkto Eiszeit zu den Top-Ten der ganzen NHL, ebenso punkto Schüssen (54) und Toren (4) bei den Verteidigern. Und dies, obwohl der 27-jährige Berner drei Spiele verletzungsbedingt verpasste.

Kevin Fiala

Nashville Predators, Stürmer (21)

15 Spiele, 0 Tore, 7 Assists, 7 Punkte, -6-Bilanz, 4 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 13:57 Minuten

Kevin Fiala

Kevin Fiala

Stürmer werden hauptsächlich an ihren Toren gemessen. Dass der Ostschweizer nach 15 Spielen immer noch auf seinen ersten Torerfolg wartet, ist nicht gut. Trotzdem ist der Flügel im Team der Predators unumstritten. Zumal Fiala nach seinem Beinbruch, den er in den Playoffs im Frühjahr erlitten hatte, immer noch eine Gnadenfrist hat.
Mehr Schüsse (bisher erst 18) wären
ein Mittel, die Torflaute zu beenden.

Nino Niederreiter

Minnesota Wild, Stürmer (25)

10 Spiele, 2 Tore, 3 Assists, 5 Punkte, +2-Bilanz, 10 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 15:36 Minuten

Nino Niederreiter

Nino Niederreiter

Der Churer verpasste sechs Spiele mit einer Knöchelverletzung und hatte deshalb, wie die ganze Mannschaft der Minnesota Wild, etwas Mühe, in die Gänge zu kommen. Vor allem in der Offensive leiden die «Wilden» unter den Absenzen einiger Schlüsselspieler, was sich auch auf die Produktivität Niederreiters ausgewirkt hat. Niederreiter ist mit seiner Physis und seinem Tordrang aber ein unverzichtbarer Teil des Teams.

Timo Meier

San Jose Sharks, Stürmer (21)

15 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, 3 Punkte, +1-Bilanz, 19 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 11:48 Minuten

Timo Meier

Timo Meier

Bei den San Jose Sharks strebt man einen Umbruch an. Die goldenen Jahre um die Schlüsselspieler Thornton, Pavelski, Burns und Marleau (inzwischen in Toronto) neigen sich dem Ende zu. Meier gehört dabei zu den Hoffnungsträgern der neuen Generation. In der neuen Saison schaffte der Appenzeller den Schritt zum offensiven Leistungsträger noch nicht, verrichtet aber zumindest defensiv solide Arbeit.

Yannick Weber

Nashville Predators, Verteidiger (29)

12 Spiele, 0 Tore, 2 Assists, 2 Punkte, +1-Bilanz, 4 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 11:14 Minuten

Yannick Weber

Yannick Weber

Weber tut bisher genau das, was er tun muss: die Top-3-Verteidiger der Predators mit der meisten Eiszeit (Josi, Subban, Ekholm) so gut wie möglich zu entlasten. Der Berner verpasste bisher drei Spiele wegen einer Gehirnerschütterung, spielt aber sonst unspektakulär seine Rolle als fünfter/sechster Defensivmann. Er gehört zu den Profis mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis der NHL (Lohn: 650 000 $).

Mirco Müller

New Jersey Devils, Verteidiger (22)

13 Spiele, 0 Tore, 2 Assists, 2 Punkte, +/-0-Bilanz, 0 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 17:02 Minuten

Mirco Müller

Mirco Müller

Der Wechsel von San Jose zu den Devils hat sich für den Verteidiger bisher gelohnt. Er kommt bei seinem neuen Arbeitgeber regelmässig zum Einsatz und überzeugt vor allem mit seiner Fähigkeit, gegnerische Schüsse zu blocken (2 pro Spiel). Noch ist der Zürcher aber anfällig für den einen oder anderen Aussetzer. Müller verletzte sich am Sonntag beim 7:5-Sieg in Chicago am Arm. Ihm könnte ein Ausfall drohen.

Denis Malgin

Florida Panthers, Stürmer (20)

5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, 0 Punkte, -3-Bilanz, 0 Strafminuten, Eiszeit pro Spiel: 9:33 Minuten

Denis Malgin

Denis Malgin

Nach seinem fulminanten und überraschenden Start in seine NHL-Karriere im vergangenen Jahr erweist sich die zweite Saison für den Oltner nicht ganz überraschend als schwieriger. Malgin hatte bisher grosse Mühe, sich einen Stammplatz zu ergattern. Wenn er mal spielen durfte, dann nur in einer sehr limitierten Rolle. Und er machte dabei nicht immer eine glückliche Figur. Malgins Nehmerqualitäten sind gefordert.

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