Yann Sommer:

Yann Sommer:

Kaum beschäftigt
Die Schweiz und ihre Torhüter – es ist eine Erfolgsgeschichte. Und das wird sich nicht so schnell ändern. Nach langen Jahren des Wartens darf Sommer endlich die Nachfolge von Benaglio antreten. Er tut das so gut, wie das alle erwarteten, ist aber auch sehr häufig quasi beschäftigungslos. Wird an der EM mehr Gelegenheiten erhalten, Spiele für sein Team zu gewinnen.

Stephan Lichtsteiner:

Stephan Lichtsteiner:

Viel Herz

Immer mit Herz unterwegs. Trägt selbiges auf der Zunge. Und muss derzeit wegen (nicht gravierenden) Herzproblemen pausieren. Ist statistisch etwas bescheidener unterwegs als auch schon (kein Tor, kein Assist in der ganzen Quali), zeigt seine Führungsqualitäten trotzdem. Die EM soll sein Karriere-Höhepunkt werden mit dem Nationalteam. Danach würde es nicht überraschen, wenn er zurücktritt.

Fabian Schär:

Fabian Schär:

Stürmender Verteidiger
Ist unter Petkovic zum Stammspieler aufgestiegen. Sein Einfluss auf die Offensive ist beeindruckend. Er schiesst Tore, er bereitet Tore vor – nur besteht bei ihm eben immer auch die leise Gefahr, dass er mit seiner risikobehafteten Spielart ein Gegentor verschuldet. Entscheidend wird für ihn, ob er in Hoffenheim regelmässig zum Einsatz kommt. Nur dann kann Petkovic in Frankreich auf ihn setzen.

Johan Djourou:

Johan Djourou:

Genie und Wahnsinn
Licht und Schatten wechseln sich bei ihm zu häufig ab. Manchmal sind seine Fehler haarsträubend. Manchmal seine Ruhe genial. Hat die Rolle als Abwehrchef von Steve von Bergen übernommen – und wird diese auch an der EM innehaben. Klar ist schon heute: Die Stabilität der Innenverteidigung wird massgeblich darüber entscheiden, ob der Schweiz eine lange EM bevorsteht. Convainquez-nous, Monsieur Djourou!

Ricardo Rodriguez:

Ricardo Rodriguez:

Keine Grenzen
Man muss sich bei ihm immer mal wieder vergewissern, dass er wirklich erst 23 Jahre alt ist. Dafür sind seine Leistungen beeindruckend. Grenzen scheint es in seiner Karriere nicht zu geben. Ist im Schweizer Team mittlerweile der Mann für fast sämtliche Standardsituationen.

Statistik EM-Quali: Drmic ist immer dabei, Shaqiri der beste Skorer

Gökhan Inler:

Gökhan Inler:

Captain Fragezeichen
Der Captain hat schwierige Monate hinter sich. Seine Position ist nicht mehr unbestritten. Anders als Ottmar Hitzfeld setzt Petkovic nicht mehr vorbehaltlos auf ihn. Gegen Slowenien im wichtigsten Spiel der Qualifikation nur Ersatz. Allerdings fällt bei ihm auf: Je stärker der Gegner, desto wichtiger ist er für die Mannschaft. Allein darum wird er auch bei der EM noch einmal eine wichtige Rolle spielen.

Granit Xhaka:

Granit Xhaka:

Der designierte Chef
Ist in Gladbach kürzlich zum Captain aufgestiegen. Und der designierte Nachfolger von Inler als Chef der Schweizer Mannschaft. Über ihn läuft das Spiel. Doch Xhaka muss es von zu weit links aus gestalten. Das stört ihn. Und die Frage ist nun, ob er sich im 4-3-3 von Petkovic daran gewöhnen kann. Ein Machtkampf mit Inler scheint nicht ausgeschlossen. Er käme ungünstig vor der EM.

Valon Behrami:

Valon Behrami:

Vater und Vorkämpfer
Kämpft und rennt in jedem Spiel, als ginge es um sein Leben. Sein Körper spürt die Strapazen zunehmend. Neben dem Rasen ist er längst zum Vater des Teams aufgestiegen. Behrami hat deshalb ein so hohes Standing wie noch nie zuvor.

Xherdan Shaqiri:

Xherdan Shaqiri:

Das Gesetz des Erfolgs
Mit neun Skorerpunkten statistisch der beste Schweizer. Das Shaqiri-Gesetz gilt weiterhin: Wenn es entscheidend wird, ist die Schweiz auf ihn angewiesen. Gelingt ihm nichts, leidet die gesamte Offensive. Darum ist seine Entwicklung bei Stoke City auch für die nahe Zukunft dieses Schweizer Teams entscheidend. 

Haris: Seferovic

Haris: Seferovic

Kraftvoll
Ihm tut gut, dass die Zeit der ständigen Wechsel vorbei ist. Spielt im Nationalteam trotzdem selten so stark wie bei Eintracht Frankfurt. Bringt aber mit seiner Physis ein wichtiges Element in den eher leichtgewichtigen Schweizer Sturm.

Josip Drmic:

Josip Drmic:

Besser von der Bank
Interessanterweise häufig als Einwechselspieler besser, als wenn er von Anfang an spielt. Steckt bei Gladbach in der Krise, kommt kaum zu Einsätzen. Das muss sich ändern, wenn er in Frankreich eine tragende Rolle spielen will. Der aufstrebende Embolo jagt seinen Platz.

Roman Bürki:

Roman Bürki:

Das Pech der Nummer 2
Ihm droht dasselbe Schicksal wie Sommer zuvor: Wird sich als Nummer zwei einige Zeit gedulden müssen. Mit seiner Qualität würde er in vielen starken Nationalmannschaften im Tor stehen. Gibt Petkovic dafür die Gewissheit, zumindest auf der Goalie-Position sorgenfrei zu sein.

Timm Klose:

Timm Klose:

Wieder dasselbe Spiel
Nach der schwierigen letzten Saison in Wolfsburg deutete vieles auf einen Höhenflug hin. Durfte deshalb im September gegen Slowenien und England spielen. Musste derweil allerdings zur Kenntnis nehmen, dass ihm in Wolfsburg der Hasardeur Dante vor die Nase gesetzt wurde. Nun beginnt das Spiel wieder von vorne: Klose muss sich seinen Stammplatz zurückerkämpfen.

Blerim Dzemaili:

Blerim Dzemaili:

Etwas Aufwind
Ist zwar immer noch nicht erste Wahl, kommt aber unter Petkovic deutlich häufiger zum Zug als noch zu Zeiten Hitzfelds. Versucht nun in Genua noch einmal Schwung zu holen, um seine nächsten Chancen besser zu nutzen als jene gegen Slowenien.

Pajtim Kasami:

Pajtim Kasami:

Der Edelreservist
Hat am meisten Offensivdrang von allen Schweizer Mittelfeldspielern. Bringt dazu eine starke physische Präsenz mit. In der Gegenwart muss er hinten anstehen. Dafür könnte ihm die Zukunft gehören. Es wäre trotzdem spannend, ihn einmal in einem wichtigen Spiel während
90 Minuten zu sehen.

Breel Embolo:

Breel Embolo:

Das Wunderkind
Erst 18 Jahre alt. Und biegt auch im Nationalteam bereits auf die Überholspur ein. Gegen San Marino erstmals in der Startelf und mit seinem ersten Tor. Geht seine Entwicklung so rasant weiter, könnte er bis zur EM bereits Stammspieler sein. Geniesst derzeit die Leichtigkeit des Seins und kann ohne Druck aufspielen. Die Frage wird sein, wie er mit den höheren Erwartungen umgehen kann. Anlass zur Sorge gibt es nicht.

Admir Mehmedi:

Admir Mehmedi:

Wie damals in Brasilien?
Der Wechsel zu Leverkusen scheint ihm gut zu bekommen. Er nutzte seine Gelegenheiten regelmässig. Etwas rätselhaft ist, warum ihm im Nationalteam kaum gute Auftritte gelingen. Die WM in Brasilien war die Ausnahme. Vielleicht gelingt ihm dasselbe ja an der EM auch wieder.