Seit dem Ende der Tschechoslowakei im Jahr 1993 treten die Tschechische Republik und die Slowakei mit eigenständigen Mannschaften an. Anders als die Tschechen, qualifizierte sich die Slowakei erst 17 Jahre nach der Unabhängigkeit für das erste grosse Turnier.

noch 13 Tage

noch 13 Tage

Heute: Slowakei

Bei der WM in Südafrika sorgte das kleine Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern aber gleich für Furore und zog unter anderem mit einem Sieg über Italien ins Achtelfinale ein, wo dann aber gegen den späteren Vize-Weltmeister Niederlande Schluss war. Sechs Jahre später hat es die Slowakei nun erstmals zu einer EM-Endrunde geschafft und feiert damit in dieser Hinsicht im Sommer 2016 in Frankreich Premiere.

Die Slowaken feiern einen Treffer gegen Irland.

Die Slowaken feiern einen Treffer gegen Irland.

Einige Slowaken dürfen sich dennoch bereits Europameister nennen. Acht Spieler aus der Startelf der Tschechoslowakei, die das Endspiel der UEFA-Europameisterschaft 1976 gegen die Bundesrepublik Deutschland im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte, stammen nämlich aus der heutigen Slowakei.

Die Europameister von 1976.

Die Europameister von 1976.

Die Mannschaft von Trainer Ján Kozák, der als Spieler bei der EM 1980 in Italien bereits Dritter mit der Tschechoslowakei wurde, liess in der Qualifikation unter anderem die Ukraine hinter sich und fügte nebenbei Titelverteidiger Spanien die einzige Niederlage zu. In Frankreich trifft das Land, durch deren Stadien auch gern mal Dampflokomotiven tuckern, nun in Gruppe B auf Wales, Russland und England.

Jan Kozak, Nationaltrainer der Slowakei.

Jan Kozak, Nationaltrainer der Slowakei.

Die Aussenseiterrolle liegt den Slowaken, denn Kozaks Mannen fällt es schwer, das Spiel selbst zu gestalten. Lieber bringen Skrtel, Hamsik und Co. ihre Gegner durch die defensive Kompaktheit zur Weissglut und kommen dann über Konter zum Torerfolg. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der «Iro der Nation» Marek Hamsik. Der Mittelfeldspieler des SSC Neapel ist mit seinen fünf Treffern in der Qualifikation auch der gefährlichste Spieler in Reihen der Slowakei.

Marek Hamsik baut sich in Neapel sein eigenes Denkmal.

Marek Hamsik baut sich in Neapel sein eigenes Denkmal.

Obwohl ihn jedes Jahr zahlreiche Topvereine verpflichten wollen, schnürt Hamsik nun bereits seit neun Jahren die Schuhe für Napoli. Er möchte lieber für Neapel das werden, was Totti oder del Piero für die Roma beziehungsweise für Juventus sind: eine Klublegende. Führt er sein Heimatland bei der ersten EM-Teilnahme in den Achtelfinal, sind ihm zumindest schon mal die Herzen aller Slowaken sicher.

Die Slowakei trifft in Gruppe B auf Wales, Russland und England.

Die Slowakei trifft in Gruppe B auf Wales, Russland und England.