Am Sonntag wurden die Weltcup-Rennen der Frauen im österreichischen Semmering wegen Schneemangels abgesagt. Als Ersatzort springt kurzfristig Kühtai im Tirol ein – mehr als 500 Kilometer entfernt. Das sorgt beim Team von Swiss-Ski für logistische Probleme. Am 28. Dezember findet ein Riesenslalom statt und ein Tag später ein Slalom.

«Zum Glück haben wir vor einer Woche mit der Organisation begonnen, als sich abgezeichnet hat, dass in Semmering nicht gefahren werden kann», sagt der Schweizer Cheftrainer Hans Flatscher. Kurz nach Bekanntwerden der Absage wurden in Kühtai Unterkünfte gebucht und jene in Semmering storniert.

Kaum Möglichkeiten

Weitaus schwieriger gestaltete sich die Suche nach einer Trainingspiste. Noch auf der Heimreise am Sonntagabend aus Val d’Isère telefonierte Flatscher mit mehreren Wintersport-Orten. «Wenn es genug Schnee hat, sind die Hotels ausgebucht, und wenn es freie Zimmer hat, liegt kein oder zu wenig Schnee», schilderte der Österreicher das Problem am Sonntagabend.

Weil in Val d’Isère Speedrennen gefahren wurden, brauchen Lara Gut, Dominique Gisin und Co. Trainingstage, um auf den Riesenslalom umzustellen. Voraussetzung: Die Trainingspiste sollte in der Nähe von Kühtai liegen, um lange Reisewege zu vermeiden, und die Schneequalität muss gut genug sein, um eine Piste weltcup-tauglich zu präparieren. «Es gibt wenige Skigebiete, die im Moment alles erfüllen können», sagt Flatscher.

Aufwand hat sich gelohnt

In der Schweiz wurde Swiss-Ski nicht fündig. Zum Glück gibt es Italien. Pfelders im Südtirol gab Flatscher gestern grünes Licht. Die Schweizer dürfen kommen.
Die Riesenslalomfahrerinnen werden am 25. Dezember nach Italien reisen, um danach zwei Tage zu trainieren. Die Slalom-Spezialistinnen reisen einen Tag später an und bleiben dafür einen Tag länger im Südtirol.

«Die Gemeinde Pfelders sperrt für uns einen Teil der Piste, damit wir trainieren können», sagt Flatscher. Italien rettet die Schweiz. Die Athletinnen kommen zu den wichtigen Trainings. «Pfelders ist für uns eine optimale Lösung», sagt Flatscher. Die intensiven Verhandlungen und Gespräche am Telefon haben sich gelohnt. Im kleinen Dorf geniessen die Schweizer Athletinnen Exklusivrecht. Niemand sonst trainiert auf den Pisten.

Dass Weihnachten für die Athletinnen durch das Training ausfällt, stört sie nicht. Das ist Teil ihres Sportler-Lebens. Auf die Frage, wie sie die Feiertage verbringen werde , sagt Lara Gut: «Weihnachten? Ich gehe trainieren.»