14 Jahre lang fuhr er auf Atomic. Nur in der Jugendzeit war er mal für kurze Zeit auf Fischer umgestiegen. Nach so langer Zeit spielen sich Automatismen ein, von denen man sich nicht einfach löst. «Es ist auch für mich interessant, eine Saison mal bei null zu beginnen, ohne Vorurteile gegenüber gewissen Produkten», sagt Janka. Den Wechsel hat er sich nicht leicht gemacht. Er erstellte eine Liste mit jenen Punkten, die ihm wichtig erschienen, und hakte dann einen nach dem andern ab.

Bei den Tests im italienischen Santa Caterina war auch sein Trainer Jörg Roten dabei, der ihm beratend zur Seite stand: «Aber den Entscheid traf ich selber.» Nach den positiv verlaufenen Tests mit den Rossignol-Ski machte er nochmals Vergleiche mit Atomic und entschloss sich dann definitiv zum Wechsel. Eine wichtige Erkenntnis: «Bei Rossignol gibt es weniger Geheimnisse. Es herrscht mehr Offenheit.» Eine indirekte Anspielung an eine bevorzugte Behandlung von Marcel Hirscher?

Auch andere Marken kamen in Frage

Ursprünglich wollte Janka auch Head testen. Doch dort signalisierte man ihm, dass kein Interesse bestehe – ein Signal, dass der einstige Superstar mit der ihm angeborenen Grandezza akzeptierte: «Ich kann das verstehen.» Wie auf der Piste reagiert Janka auch in solchen Dingen mit Sachlichkeit und Gelassenheit. Auch der finanzielle Aspekt bildete bei seinem Prioritäten-Listing «nur einen drittrangigen Faktor». Janka will einfach wieder zur Weltspitze aufschliessen, wobei er sich bewusst Zeit einräumt: «Eine Materialabstimmung mit Ski und Schuhen in drei verschiedenen Disziplinen auf unterschiedlichsten Schneearten ist ein länger dauernder Prozess.» Bei den Schuhen hat er inzwischen auf eine Nummer kleiner gewechselt; bei der Bindung hat er, im Gegensatz zu früher, keine Probleme. Unter diesen Aspekten setzt er sich für Sölden kein fixes Ziel: «Ich habe keine speziellen Vorstellungen. Alles hängt von den Umständen ab.»

Eines ist klar: Janka ist so oder so der Leader des Teams und mit seinen 28 Jahren bereits der älteste des Riesenslalom-Teams. Und der einzige, der mit einer 20er-Nummer auf halbwegs günstige Voraussetzungen hoffen darf. Alle andern starten mit 40er-Nummern aufwärts. Aus den einstigen «Riesen sind Zwerge geworden», so hat sogar die NZZ die gegenwärtige Riesenslalom-Truppe schonungs- und illusionslos eingeordnet. Wunder sind keine zu erwarten. Obwohl sich unter den letzten Siegern in Sölden neben Ligety zwei Schweizer befanden – Daniel Albrecht und Didier Cuche. Tempi passati.