Der Flieger setzt am Flughafen von Östersund auf, die Temperatur liegt bei 14 Grad unter null, es ist stockdunkel draussen. Das Gefühl sagt, es muss Mitternacht sein, es täuscht uns, die Uhr zeigt kurz vor 17 Uhr an. Man darf sich diesen Flughafen etwas niedlich vorstellen. Hier wartet man nicht lange im gelandeten Flieger. Irgendeiner karrt eine Treppe zum Ausstieg, übers Rollfeld geht man selbstständig Richtung Gepäckausgabe.

Schon beim Einsteigen in Stockholm wurde ein deutscher Reporter darauf hingewiesen, sein Gepäckstück sei nicht auf diesem Flug, es komme mit dem nächsten. Der Deutsche nickte verständnisvoll, er blieb ruhig wie ein Sauermilchpudding, würde man in einer schwedischen Redensart sagen. Da man für mich keine Nachrichten beim Einstieg hatte, betrat ich das Flugzeug unbesorgt. Allerdings sollte man nicht Hallo rufen, bevor man erfolgreich über den Fluss gesprungen ist, sagen die Schweden. Bedeutet so viel wie: Ich wollte den Tag nicht vor dem Abend loben.

Denn bevor es losgeht an der Ski-WM, wird sehr viel Gepäck nach Östersund geflogen. Dort geht der Weg weiter in das 100 Kilometer entfernte Åre, mit dem Auto oder dem Bus. 120 000 Besucher erwarten die Veranstalter in den beiden WM-Wochen. Hinzu kommen 1500 Medienschaffende und 600 Athleten. Besonders Letztere reisen zwangsweise mit einer vielteiligen Ausrüstung an – deshalb kann es eng werden im Frachtraum des Flugzeuges.

Wie sich am Gepäckband in Östersund herausstellte, war meine Sorglosigkeit nur bedingt gerechtfertigt. Zwei, drei Runden drehte das Band, ehe mein Koffer auftauchte. Anders die Situation bei den Kollegen meiner Reisegruppe, ihre Koffer steckten in Stockholm fest. Man habe zu wenig Platz gehabt, hiess es. Mit dem nächsten Flieger, in knapp drei Stunden, kämen sie, garantieren könne man das jedoch nicht. Ja, das gekochte Schweinefleisch war gebraten, sprich, wir hatten den Salat.