Lara Gut: Die 23-jährige Tessinerin ist die Schweizer Garantin für eine Medaille an Grossanlässen. Auch in Beaver Creek hat es geklappt: Bronze in der Abfahrt. Doch Lara Gut wartet weiterhin auf eine Goldmedaille. An Weltmeisterschaften hat sie bisher dreimal Silber geholt. 2009 in Val d’Isère in der Abfahrt und Kombination und 2013 im Super-G. In den USA gewann sie jetzt wie an den Olympischen Spielen im letzten Winter in Sotschi Bronze in der Abfahrt. Ihre Bilanz nach ihrem letzten Einsatz an dieser WM: «Eine Medaille muss zuerst gewonnen sein. Doch mir ist klar, dass ich nicht alle Chancen genutzt habe. Dass ich auf der Piste in Beaver Creek schnell sein kann, habe ich gewusst.» In der Tat: Im letzten Winter hatte sie auf der «Raptor» den Super-G und die Abfahrt auf souveräne Art und Weise gewonnen. Daher ist Bronze in Beaver Creek eine leise Enttäuschung für sie.

Lindsey Vonn: Die Aufgabe für die erfolgreichste Skifahrerin der Geschichte war klar: Bei der Heim-WM in Vail und Beaver Creek, wo sie seit ihrem elften Lebensjahr wohnt, sollte die Krönung folgen. Doch die 30-Jährige kam mit dem Druck nicht zurecht. «Ich wollte vermutlich zu viel. Ich bin mir bewusst, dass ich das Ziel, auch meines, nicht erreicht habe», sagt die Amerikanerin. Das Ziel waren zwei Goldmedaillen. Geholt hat sie nur Bronze im Super-G. Das ist zu wenig.

Viktoria Rebensburg: Die einstige Riesenslalomspezialistin, unter anderem Olympiasiegerin in dieser Disziplin, hat sich immer mehr zur Speedfahrerin entwickelt. In dieser Saison stand sie zweimal auf dem Weltcuppodest einer Abfahrt, hingegen nie im Riesenslalom. Deshalb machte sich die Deutsche berechtigte Hoffnungen, auch an der WM in den Speeddisziplinen zuzuschlagen. Doch die Deutsche konnte weder in der Abfahrt noch im Super-G reüssieren. Erst im Riesenslalom holte sie sich nach einer sensationellen Aufholjagd – von Rang 11 nach dem ersten Durchgang auf Rang zwei im zweiten – Silber. «Das tut mir extrem gut», sagte die 25-Jährige, die ihre erste WM-Medaille der Karriere gewann.

Mikaela Shiffrin: Nach den mässigen Auftritten von Lindsey Vonn war klar: Jetzt kann nur noch Shiffrin die WM für das Heimpublikum retten. Wie Vonn lebt die Amerikanerin in Vail und geniesst an den Weltmeisterschaften ein Heimspiel. Mit erst 19 Jahren ist sie bereits Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Slalom. Auch im Riesenslalom kam Shiffrin immer besser auf Touren. Diese Saison stand sie in dieser Disziplin zweimal auf dem Podest, davon einmal als Siegerin. Doch im WM-Riesenslalom kam auch sie, ähnlich wie Vonn, mit den hohen Erwartungen nicht zurecht. «Im ersten Lauf habe ich verkrampft», sagt sie. Am Ende resultierte nur Rang acht. Auch wenn sie heute im Slalom die enorme Last auf ihren Schultern vergessen kann und Gold gewinnt, zum Star dieser WM wird das Supertalent nicht mehr.

Anna Fenninger: Die 25-jährige Österreicherin hat in ihrer jungen Karriere schon alles gewonnen. Sie war Weltmeisterin (2011 in der Kombination), Olympiasiegerin (2014 im Super-G) und Gesamtweltcupsiegerin in der letzten Saison. Doch an den Weltmeisterschaften in Beaver Creek übertraf sich Fenninger nochmals: Gold im Super-G, Silber in der Abfahrt und zum Abschluss ihrer Einsätze Weltmeisterin im Riesenslalom. «Ich hatte vor der WM erst einen Weltcupsieg in dieser Saison. Ich war zwar immer vorne dabei und wusste, dass ich schnell fahren kann. Dass ich das dann aber an der WM so umsetze, ist speziell», sagt sie, die schon sicher die zweitbeste Fahrerin der aktuellen WM ist.

Tina Maze: Die 31-jährige Slowenin hat wie Fenninger zweimal Gold (in der Abfahrt und in der Kombination) und einmal Silber (im Super-G) gewonnen. Damit ist sie zumindest schon sicher gleich erfolgreich wie die Österreicherin. Zwar hat es Maze in ihrer wohl letzten Saison vor dem Rücktritt verpasst, als erste Frau fünf Einzelmedaillen an einer WM zu gewinnen (nur Fünfte im Riesenslalom), doch anders als Fenninger hat Maze heute im Slalom noch die Chance, ihre Medaillenbilanz aufzubessern. Sollte dies der Slowenin gelingen, wäre sie das Gesicht dieser WM. Sonst teilt sie sich den Titel mit Fenninger.

Sechs Frauen wollten die beste Fahrerin der WM werden. Nur noch zwei sind im Rennen. Die Entscheidung fällt heute.