Ski-Rennläuferin Maria Höfl-Riesch muss den Kampf um den Gesamtweltcup vorzeitig aufgeben. Die 29 Jahre alte Partenkirchnerin hat sich bei ihrem Sturz bei der Weltcup-Abfahrt im schweizerischen Lenzerheide doch schwerer verletzt und kann an den abschließenden drei Saisonrennen nicht mehr teilnehmen. Einer Mitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV) zufolge zog sich Höfl-Riesch einen Muskelfaserbündelriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels sowie eine schwere Prellung im linken Schulter- und Ellbogengelenk zu.

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Abfahrt der Damen in Lenzerheide Maria Höfl-Riesch Sturz (Quelle: Youtube/4020wien)

"Es ist sehr bitter, dass Maria am Ende einer so guten Saison nicht bis zum letzten Rennen um die große Kugel kämpfen konnte", sagte Cheftrainer Tom Stauffer in einer ersten Reaktion. Nach der Absage der dreimaligen Olympiasiegerin fällt die große Kristallkugel wohl Anna Fenninger zu. Die Österreicherin hat in der Gesamtwertung elf Punkte Vorsprung auf Höfl-Riesch und kann von Lara Gut aus der Schweiz (235 Punkte Rückstand) und der slowenischen Titelverteidigerin Tina Maze (287) nur noch theoretisch abgefangen werden.

Höfl-Riesch blieb der erstmalige Gesamtsieg in der Abfahrt, der ihr nach Fenningers sechstem Platz im letzten Saisonrennen der Königsdisziplin nicht mehr zu nehmen war. Es war der erste Triumph einer Deutschen seit 14 Jahren. Bei der Siegerehrung, die der Weltverband FIS durchzog, obwohl Höfl-Riesch zu diesem Zeitpunkt mit dem Helikopter ins Krankenhaus in Chur geflogen wurde, wurde in ihrer Abwesenheit die deutsche Nationalhymne für sie gespielt. Ob Höfl-Riesch ihre Karriere bis zur WM 2015 fortsetzen wird, wie sie es zuletzt erwog, ist mehr denn je offen.

"Als ich das gesehen habe, herrschte in mir drin ein enormer Aufruhr", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier über Höfl-Rieschs Unfall, bei dem diese mit dem Kopf voran in den Fangzaun krachte. "Ich dachte sofort an eine mögliche Knieverletzung und daran, dass es das dann gewesen sein könnte mit der Maria. Sie hat immer gesagt: Wenn sie sich noch einmal schwer verletzt, ist es vorbei." Höfl-Riesch hatte 2005 zwei Kreuzbandrisse erlitten, war seitdem aber von schweren Verletzungen verschont geblieben.