1995 war Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann als aktiver Rennfahrer als 17. bester Schweizer in einer Lauberhorn-Abfahrt. Gestern klassierten sich gleich sieben Schweizer unter den ersten 12.

Herr Lehmann, bei einem solchen Ergebnis muss das Herz des Präsidenten strahlen, oder?

Urs Lehmann: Ich bin in der Tat sehr, sehr glücklich. Das Resultat zeigt mir, dass ich mit meiner Einschätzung, dass wir besser sind, als es die Resultate in diesem Winter manchmal vermuten liessen, richtig lag. Dieses Ergebnis ist wunderbar für das Team. Fast alles ist gelungen. Man könnte sagen: Es war ein fast perfekter Tag für den Schweizer Skisport.

Fast? Sie beziehen sich damit auf den Österreicher Hannes Reichelt, der als Sieger der Spielverderber war.

Genau. Leider hat er uns den Sieg weggeschnappt. Das ist das I-Tüpfelchen, das für den perfekten Tag noch fehlt. Wäre Hannes nicht gewesen, hätten wir am Lauberhorn sogar einen Dreifacherfolg gefeiert. Man stelle sich das mal vor. Vielleicht sollten wir Hannes subito einbürgern. Dann haben wir das doch geschafft (lacht). Nein, im Ernst: Hannes hat sich den Sieg mit einer guten Fahrt verdient. Er ist ein super Typ. Der wilde Vogel hat sich ja sogar für den Sieg entschuldigt (lacht).

Sie sagten, dass man für eine erfolgreiche Saison zum Auftakt gut sein muss, am Lauberhorn und an der WM. Sind wir im Fahrplan?

Die Ergebnisse am Lauberhorn werden in der Öffentlichkeit höher gewichtet als sonst. Fahren die Schweizer hier gut, herrscht Ruhe. Das ist uns eindrücklich geglückt. Auf diesem Resultat lässt sich aufbauen. (mpr)