Im letzten Winter war Wendy Holdener praktisch Dauergast auf dem Podium. In 7 von 9 Weltcup-Slaloms klassierte sie sich als Zweite oder Dritte - und an den Olympischen Spielen in Südkorea gab es Silber dazu.

Der nächste Schritt sollte der so sehnlichst erwartete erste Sieg im Slalom sein, doch es ging in der aktuellen Saison nicht in die gewünschte Richtung. Vor dem letzten Rennen des Jahres hatte sich die Schwyzerin ein einziges Mal in den Top 3 platzieren können: beim Parallelslalom von St. Moritz als Dritte. In den Spezialslaloms zuvor resultierten die Ränge 5, 6 und 4.

Auch am Semmering sah es bezüglich einer Klassierung auf dem Podium zunächst nicht sehr vielversprechend aus. Nach dem ersten Lauf lag Holdener zwar an vierter Stelle, zeitlich aber hatte sie sich eine grosse Hypothek eingehandelt.

Aber dann setzte die 25-jährige Innerschweizerin alles auf eine Karte. Sie fuhr praktisch auf der letzten Rille und bewegte sich ein paar Mal nahe dem Out. Doch ihr Mut zum Angriff wurde belohnt. "Das gibt für die kommenden Rennen Selbstvertrauen, welches zuletzt etwas verloren gegangen ist", befand Holdener. Ihr spielte natürlich auch in die Karten, dass mit der schwedischen Olympiasiegerin Frida Hansdotter die Dritte des ersten Laufes mit einem Innenskifehler ausschied.

Shiffrin mit den nächsten Rekorden

An der Hierarchie ganz vorne konnte Wendy Holdener erneut nicht rütteln. Dank Laufbestzeit kam sie noch bis auf 0,38 Sekunden an Shiffrin heran, auf Vlhova fehlten 9 Hundertstel. Petra Vlhova hatte tags zuvor mit ihrem Sieg im Riesenslalom überrascht, doch im Slalom wechseln nur die Orte, nicht aber die Reihenfolge. Wie schon in Levi, wie in Killington und wie in Courchevel belegte die Slowakin auch am Semmering hinter Shiffrin Platz 2.

Die Amerikanerin errang ihren 51. Sieg im Weltcup, den 36. in einem Slalom. Damit ist sie nun alleinige Rekordhalterin. Zuletzt in Courchevel hatte die 23-Jährige die 35 Erfolge der Österreicherin Marlies Schild egalisiert. Und so nebenbei stellte Shiffrin noch eine weitere Bestmarke auf: Im Kalenderjahr 2018 brachte sie es auf 15 Siege - auch das gab es noch nie. Marcel Hirscher steht in diesem Jahr bei "lediglich" 14 Erfolgen.

Aline Danioth erstmals in den Top 15

Neben Holdener vermochte einzig die Urnerin Aline Danioth zu punkten. Die 20-Jährige, 18. bei Halbzeit, belegte den 15. Schlussrang, womit sie ihr bestes Weltcup-Resultat realisierte. Sechzehnte war sie vor Weihnachten in Courchevel geworden.

Charlotte Chable war als dritte Schweizerin in den zweiten Lauf gekommen. Mit Nummer 42 fuhr sie auf Platz 24, womit die ersten Punkte seit ihrem vor knapp zwei Jahren erlittenen Kreuzbandriss greifbar schienen. Doch im zweiten Lauf schied die Waadtländerin aus. Die Nidwaldnerin Carole Bissig war schon im ersten Lauf ausgefallen. Michelle Gisin verzichtete wie schon in Courchevel auf einen Start.