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Skistar Défago fuhr Rollerfahrer zum Krüppel

René-Michel Hadorn aus Lausanne ist IV-Bezüger. Und das, weil ihn Skistar Didier Défago vor bald sechs Jahren über den Haufen gefahren hat. Nur dank neun verschiedenen Medikamenten könne das Opfer weiterleben.

René-Michel Hadorn (47) ist IV-Rentner – kann nicht mehr richtig gehen. Nur wenige Meter läuft er jeweils ohne Schmerzen. Grund dafür ist Didier Défago. Der Skistar hat am 24. Juli 2005 den damaligen SBB-Angestellten umgefahren. Nach dem Verkehrsunfall verlor Hadorn seinen Job und seine Gesundheit. «Défago hat mich zum Krüppel gefahren. Er hat mein Leben zerstört», sagt der Lausanner gegenüber «Blick».

Passiert ist der Unfall vor bald sechs Jahren. An einem Sommerabend fährt Hadorn mit seinem 650-er-Suzuki-Roller auf der Hauptstrasse Richtung Montreux. Défago ist im Audi des Ski-Verbands Richtung Lausanne unterwegs. Da passierts: Beim Einbiegen auf die Autobahn übersieht er den Rollerfahrer. Dieser stürzt schwer zu Boden, hat einen offenen Oberschenkelbruch und bricht sich beide Handgelenke. «Dieses Knacken der brechenden Knochen werde ich nie mehr vergessen», sagt Hadorn dem Boulevardblatt weiter.

Das Opfer muss in der Folge 17 Mal operiert werden und bleibt nach dem Vorfall zwei Monate im Spital. Heute könne er nur dank neun verschiedenen Medikamenten leben. Zudem hilft ein implantiertes Elektro-Impuls-Gerät, das die Schmerzübertragung unterbricht.

Défago ist zurzeit verletzt, kuriert einen Kreuzbandriss aus. Genau das veranlasste René-Michel Hadorn und seine Ehefrau Marie-Noelle an die Medien zu gelangen. «Wir wollen endlich reden, weil Défagos Kreuzbandriss in den Medien gross thematisiert wird. Im Vergleich zum Fall meines Mannes ist das aber ein Bobo. Und darüber, wie mein Mann leidet, sprach Défago nie öffentlich», sagt die Ehefrau.

Défago büsste für den Unfall

Die Anteilnahme von Défago hält sich laut Hadorn in Grenzen. «Er besuchte mich zweimal im Spital und rief mich zwei Mal an. Dann hörte ich fünf Jahre nichts mehr von ihm», sagt er. Défagos Manager Ralph Krieger nimmt dazu Stellung: Der Skistar habe Hadorn nicht mehr besucht, weil dieser es selbst so gewollt habe. Dass Défago nie öffentlich darüber sprach sei gemäss seinem Manager «verständlich». «Wer spricht denn schon gerne über seine Fehler?»

Défago wurde für den Verkehrsunfall mit einem Monat Gefängnis mit drei Jahren Bewährung verurteilt. (sha)

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